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Zeitlupe Prantl

 

Das war fahrlässig

Die Austria hat einen Neustart beschlossen. Als Titelverteidiger in die Saison gegangen, als Vierter den Europacup-Platz verpasst. Die nationale Bilanz aus den vergangenen 36 Runden ist – angesichts des Kaders – ein Desaster. Da ist es kein Wunder und auch völlig richtig, ernsthafte Veränderungen einzuleiten.

Also wird ein neuer Trainer gesucht. Herbert Gager hatte den Job des Cheftrainers ursprünglich ja nur interimistisch übernommen, nun soll und wird er wieder die Amateure trainieren. Mit jeder Menge neuer, wertvoller Erfahrungen.

Etwas seltsam ist jedoch, dass Thomas Parits jener Mann ist, der den sportlichen Neustart mit der Trainersuche einleiten wird. Denn eigentlich ist der Burgenländer gleichzeitig mit Gager verabschiedet worden. Allerdings nicht endgültig, sondern nur auf Raten.

Sein Vertrag wurde um ein Jahr verlängert, spätestens dann ist Schluss. Sollte schon davor ein neuer AG-Vorstand Sport gefunden werden, würde Parits früher gehen.

Und genau da liegt das Problem. Mit dieser Entscheidung geben Aufsichts- und Verwaltungsrat nämlich zu verstehen, dass sie Parits lieber heute als morgen in Pension geschickt hätten, aber eben nicht konnten. Es gab nämlich keine Alternative, auf die sich die violette Führungsriege einigen konnte.

Nun müssen sich die zahlreichen Herren die Frage gefallen lassen, warum sie nicht schon wesentlich früher an einer Lösung gefeilt haben. Die immens wichtige Entscheidung der Personalie Parits bis nach Saisonende hinauszuzögern, war fahrlässig. Denn nun wird Parits einen neuen Trainer bestellen. Danach wird ein neuer Sportchef bestellt. Doch wer sagt, dass dieser den – erst vor kurzem bestellten – Trainer überhaupt haben will?

Über Parits‘ Zukunft nicht schon wesentlich früher entschieden zu haben, ist ein Versäumnis, das der Austria zumindest eine Transferperiode kostet. Das ist dilettantisch und gewiss nicht der vielzitierte „Anspruch der Austria“.

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