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Zeitlupe Prantl

 

Warum nicht nach Thailand?

Muang Thong United. Bis vor wenigen Tagen war dieser Klub praktisch niemandem ein Begriff. Roland Linz hat das geändert.

Der Transfer des Steirers nach Thailand wird hierzulande belächelt. Der südostasiatische Staat ist als beliebte Urlaubs-Destination bekannt. Aber Fußball? Nein, kicken können die dort bestimmt nicht sonderlich gut, so die öffentliche Meinung.

Doch die Entscheidung des Stürmers ist auch abgesehen für seine offensichtliche Vorliebe für wärmere Gefilde (Nizza, Porto, Braga, Gaziantep) nachvollziehbar.

Da wäre etwa die Frage nach den Alternativen. Laut eigener Aussage hätte Linz auch in die Ukraine oder nach Aserbaidschan wechseln können. Dass Bangkok von der Lebensqualität her attraktiver ist als irgendeine Provinzstadt in Osteuropa, lässt sich nicht bestreiten.

Da wäre außerdem die Frage nach dem Geld. Linz ist 31 Jahre alt, wird also vermutlich noch drei, vier Jahre lang dem runden Leder nachjagen. Ist es angesichts des nahenden Karriereendes verwerflich, ein finanziell attraktives Angebot anzunehmen, um für die Zeit nach dem Profi-Fußball vorzusorgen? Nein, gewiss nicht.

Und wie sieht es sportlich aus? Der Angreifer spielt mit Muang Thong United in der asiatischen Champions League. So schlecht ist das auch wieder nicht. Und „Bloßfüßige“ sind beim thailändischen Top-Klub auch nicht unterwegs. Nicht umsonst ist mit Teerasil Dangda ein Stürmer von Muang Thong drauf und dran, zu Atletico Madrid zu wechseln.

Achja, zu den Heimspielen des neuen Arbeitgebers von Roland Linz kommen bis zu 21.000 Fans. Welcher Klub in Österreich kann das von sich behaupten? In Ausnahmefällen der SK Rapid, aber sonst? So lächerlich ist seine neue Aufgabe dann also doch nicht.

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