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Zeitlupe Prantl

 

Natürlich ist Mama stolz!

Was wären Österreichs Wintersportler ohne ihre Eltern? Nicht auf der Welt. Was wäre Österreichs Staatsfunk ohne die Eltern der Wintersportler? Gezwungen, ernsthafte Interviews zu führen.

Nirgendwo sonst nehmen die Verwandten der Aktiven einen derart hohen Stellenwert ein, wie in Österreichs Wintersport. Warum? Man weiß es nicht.

Vielleicht, weil wir zum gefühlten 372. Mal hören wollen, dass Mama Schlierenzauer beim Zusehen nervöser ist, als ihr Sohn selbst vor dem Sprung. Oder, weil wir abermals völlig überrascht zur Kenntnis nehmen, dass Papa Morgenstern stolz auf seinen Sohn ist.

Sogar während des nur wenige Sekunden dauernden Live-Einstiegs von Ö3 beim Damen-Super-G in Bad Kleinkirchheim wurde uns die wertvolle Information, dass Mama Fenninger im Zielraum auf ihre Tochter wartet, nicht vorenthalten.

Dass die deutsche Biathletin Lena Neuner unlängst in einem Interview mit Servus-TV erzählte, sie sei nach ihrer Olympischen Goldmedaille in Vancouver 2010 grenzenlos enttäuscht gewesen, weil sie nach ihrem Triumph stundenlang nicht mit ihren Eltern feiern konnte, ist da nicht so wichtig. Man darf davon ausgehen, dass auch damals zumindest das TV-Publikum die Gefühle von Frau Mama und Herrn Papa kurz nach dem Rennen ins Wohnzimmer geliefert bekam.

Ich muss den Kommentar an dieser Stelle leider beenden. Andi Koflers Hund ruft endlich zurück…

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