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Zeitlupe Prantl

 

Warum sagt ihr nicht ab?

Dass es in Österreich im Winter mitunter kalt ist und auch schneit, ist nichts Neues. Dass in Österreichs Bundesliga nicht alle Stadien entsprechend gerüstet sind, ist leider auch nichts Neues. Was aber neu ist: Es werden Spiele trotz irregulärer Verhältnisse ausgetragen.

Dass das Spiel zwischen dem Wolfsberger AC und der Wiener Austria nicht ausgetragen hätte werden dürfen, steht nämlich außer Zweifel. Diese Rutschpartie hatte in einer Profi-Liga nichts zu suchen. Ständig verloren die Spieler den Halt, Zweikämpfe muteten mitunter kurios an.

Schon vor dem Spiel hatten sich beide Trainer gegen eine Austragung dieses Spiels ausgesprochen. Nach dem Spiel war von „skandalös“ über „Gemeinheit“ bis zu „kriminell“ alles zu hören, aber kein einziges positives Wort über die Entscheidung, an diesem Abend zu spielen.

Sogar Referee Alexander Harkam sagte nach dem Schlusspfiff gegenüber „Sky“ folgendes: „Es war schon sehr, sehr grenzwertig, dieses Spiel anzupfeifen. Im Nachhinein kann man sicherlich sagen: Man hätte nicht anpfeifen müssen.“

Soweit, so gut. Dass ein Unparteiischer einen Fehler eingesteht, ist ja nicht unerfreulich. Nur stellt sich die Frage: Wieso erkannte er das nicht als er am Nachmittag 45 Minuten lang das Spielfeld kommissionierte? In dieser Dreiviertelstunde hätte man eigentlich zur Erkenntnis gelangen können, dass das keinen Sinn macht.

Es ist nur den Spielern, die mit Bedacht in die Zweikämpfe gegangen sind, zu verdanken, dass keine Verletzungen passiert sind.

Beim nächsten Mal so ein Spiel bitte einfach absagen. Es ist zwar nicht ideal, wenn die Tabelle über die Winterpause hinweg ein wenig verfälscht ist, weil nicht alle Partien ausgetragen wurden, aber es ist allemal fairer, als solch ein unsägliches Glücksspiel anzupfeifen.

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