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Zeitlupe Kastler

 

Für das Ende der oö. Schizophrenie

„Es ist natürlich ein bisschen schizophren, wenn man sieht wie Ried arbeitet und es dem LASK geht.“

Diesen Satz hat niemand Geringerer als Bundesliga-Präsident Hans Rinner vom Stapel gelassen. Gegenstimmen? Keine. Am Sonntag feierte die SV Ried – völlig zurecht – sich und ihren 100. Geburtstag im großen Rahmen. Alles, was im (ober)österreichischen Fußball Rang und Namen hat, war gekommen und klopfte den Innviertlern – völlig zurecht – auf die Schultern. Auch weil die „Wikinger“ solche Events auf sympathische Weise gebacken bekommen. So gut wie alles hatte Hand und Fuß. Natürlich nicht alles bis ins kleinste Detail, nicht alles ist perfekt, aber es wird ihnen verziehen. Weil sie sich ständig bemühen, die ehrliche Arbeit spürbar ist und – lask but not least – das ganz Umfeld sich mit ihnen identifizieren kann.

Ein an und für sich unbedeutendes, aber nicht minder aussagekräftiges Beispiel: Wer führte bei der Ried-Gala durch den Abend? Die Innviertlerin Patricia Kaiser (Ried-Fan seit Kindheit) und der Oberösterreicher Christian Diendorfer. LASK-Gala 2008? Elke Winkens und Rainer Pariasek. Weder Oberösterreicher, noch Linzer. Aber natürlich die bekannteren Namen. Wie so oft zählt das beim LASK mehr. Vielleicht sucht aber auch deswegen Klubchef Peter-Michael Reichel, dessen Catchword „Marke“ zu sein scheint, oberösterreichische Unternehmen, die seinen Verein mit größeren Summen unterstützen, wie der Welser im LAOLA1-Interview erläutert. Und mit Sponsoren spricht der Boss sowieso „die ganze Zeit“. Vielleicht hat Reichel ja wirklich jemanden an der Angel, vielleicht aber auch nicht. Man kann schwer einschätzen, woran man bei ihm ist. Auch ein riesiger Gegensatz zu Ried.

Das bestätigten auch die Ehrengäste bei der Rieder 100-Jahr-Gala, wenn auch nur mit vorgehaltener Hand oder durch (un)gewollte Seitenhiebe. Klar ist, kein objektiver oberösterreichische Fußballfan ist mit der Situation des LASK zufrieden. Klar ist auch, der Wunsch Reichels vom erfolgreichen Triumvirat bestehend aus Sport, Wirtschaft und Politik wird es für den LASK nach der Art und Weise der Klubführung auch nicht mehr spielen. Das hört man jedenfalls von Vertretern der letzten beiden Kategorien. Andere Möglichkeit? Fehler eingestehen, sich für andere öffnen, gemeinsam einen starken LASK aufzustellen. So wie es Ried vorzeigt. Wer mit anderen zusammenarbeiten will, sollte endlich zum Teamplayer werden. Um die völlig sinnlose Schizophrenie im Land ob der Enns zu beenden.

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