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Zeitlupe Kastler

 

 

Reflexion statt Perfektion

Für Salzburg-Trainer Roger Schmidt ist die Wiener Austria nach dem 1:1 seiner Mannschaft im Nachtrag gegen den Wolfsberger AC also zu 90 Prozent durch. Es darf wohl auf 100 Prozent erhöht werden. Nach zwei Meisterschaftsdritteln liegen die „Veilchen“ 14 Punkte vor dem amtierenden Meister. Die Mozartstädter könnten mit einem Sieg im Nachtrag  kommende Woche bei der Admira auf elf Zähler verkürzen. Aktuell darf allerdings auch nicht von einem Sieg gegen den Nachzügler ausgegangen werden.

Sportdirektor Ralf Rangnick sprach in der Winterpause davon, dass Salzburg eine nahezu perfekte Frühjahrssaison benötige, um die Wiener noch abzufangen. Die ersten drei Spiele haben gezeigt, dass die „Bullen“ von Perfektion weit entfernt sind. Defensiv sind die Salzburger einfach zu anfällig und gerieten zuletzt zwei Mal in Rückstand, in der Offensive fehlt gegen die tief stehenden Gegner oftmals das richtige Rezept. Das forcierte Flankenspiel führte in Wolfsberg zu nichts. In zwei von drei Spielen hatten Defensivspieler die meisten Torschüsse im Spiel, mehr als ein Indiz. Gegen Wiener Neustadt tat sich der Double-Sieger schon schwer, rettete aber den Sieg. Gegen den WAC reichte es nur für ein Remis.

Was Salzburg gerne sein möchte, nämlich zumindest hinsichtlich Punkte in Perfektion zu spielen, ist die Austria. Vier Spiele, vier Siege, Vorsprung ausgebaut. Ein Einbruch ist nicht zu erwarten, so muss in Salzburg einfach anerkannt werden: Es ist zu wenig, was gezeigt und was an Punkten eingefahren wird. Es ist zu spät, weil die Austria auf und davon ist. Diese beiden Umstände sollten zur Reflexion in der Mozartstadt führen, denn diese Saison ist solch ein Abstand dank des zweiten CL-Platzes und nach dem (erneuten) Umbruch im Herbst noch hinzunehmen bzw. zu argumentieren, nicht aber ein weiteres Mal.

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