Schumi-Aus: Ein "Führerschein-Entzug"?

Michael Schumacher war es gewohnt, der Beste zu sein. Auch beim Comeback 2010 waren die Ansprüche hoch: Mit Nico Rosberg sollte „Schumi“ beim neuen Werksteam von Mercedes eine Art „deutsche Nationalmannschaft“ bilden. Fast parallel zur Schumi-Verpflichtung führte der Auto-Konzern auf dem Werbemarkt den Slogan „Das Beste oder Nichts“ ein. Klar, hatte man doch den Rekord-Weltmeister zum eigentlichen Weltmeister-Team (Mercedes war Nachfolger von 2009er-Konstrukteurs-Champion Brawn GP) geholt.

Doch der Jubel über sein Comeback und die Spekulationen über einen achten WM-Titel wichen selbst bei den eingefleischtesten Schumacher-Fans rasch der Ernüchterung.

Zu viel hatte sich zwischen 2006 und 2010 geändert: Kleinere Budgets, weniger Testfahrten, komplett neue Reifensituation. Mit über 40 Jahren hatte selbst der einst Beste schwer zu kämpfen. Viel Pech mit streikender Technik und ein starker Teamkollege taten ihr Übriges. Von einer Alleinherrschaft wie zu Ferrari-Zeiten war „Schumi“ in seiner zweiten Karriere meilenweit entfernt.

Dennoch betonte er immer, er könne selber entscheiden, ob er 2013 weiter machen wolle oder nicht. Dass er nun tatsächlich das letzte Wort hatte, darf bezweifelt werden. Nach den heftigen Auffahrunfällen in Barcelona (gegen Bruno Senna) und Singapur (gegen Jean-Eric Vergne) gleicht sein Abgang eher einem „Führerschein-Entzug“ durch die Team-Bosse Ross Brawn und Norbert Haug. Frei nach dem Mercedes-Motto „Das Beste oder Nichts“.

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