De Villotas Unfall sollte wachrütteln!

 Der schwere Unfall von Maria de Villota schockt die Formel 1 im Vorfeld des Rennens in Silverstone.

Das Team hat 48 Stunden nach dem Unglück noch keine Unfallursache bekanntgegeben. Und lässt damit Raum für Spekulationen. War es ein Fahrfehler oder ein Defekt? Hätte den Stammpiloten ein ähnlicher Fehler mit ähnlich gravierenden Folgen passieren können?

Und vor allem: Ist es sinnvoll jemanden im Alter von 32 Jahren in einen F1-Boliden zu setzen, der in den vergangenen drei Jahren nur in der Show-Rennserie „Superleague Formula“ (Teams treten als Fußballklubs an; de Villota fuhr für „Atletico Madrid“) unterwegs und dort nur selten konkurrenzfähig war?

Die Königsklasse sollte ihre „Test- und Ersatzfahrer-Politik“ gründlich überdenken. Vor allem bei kleineren Teams entscheiden Nationalität, Geld oder Werbewirksamkeit (wie bei de Villota) und nicht sportliche Qualifikation über den Erhalt dieses Jobs. Wie fatal so etwas enden kann, zeigt nun dieser tragische Unfall.  

Zuletzt blamierte sich Marussia in Valencia, als Timo Glock wegen eines Darminfekts nicht antreten konnte und sich herausstellte, dass de Villota ihn gar nicht ersetzen darf, weil sie nicht über die nötige Qualifikation in Form der FIA-Lizenz verfügt. So viel zum Thema „Ersatzfahrerin“.

Dass einer Rennfahrerin (aber auch jedem Rennfahrer), deren letzter Sieg in einem Rennen aus dem Jahr 2001 datiert und der in der „spanischen Formel Toyota 1300“ eingefahren wurde, definitiv nicht über die nötigen Qualifikationen für eine F1-Karriere verfügt, ist selbstredend.

Mit der DTM-Pilotin Susie Stoddart (29; verheiratet mit Williams-Mitbesitzer Toto Wolff) soll heuer eine weitere völlig unerfahrene Person – sie bestritt seit 2005 kein Rennen in einem Formel-Boliden – ohne Aussicht auf eine F1-Karriere in einem der PS-Geschosse Platz nehmen. Das soll kein Plädoyer gegen Frauen im Motorsport sein! Mit Ho-Pin Tung oder Fairuz Fauzy (im Vorjahr beide bei Lotus-Renault), aber auch dem "rollenden Hindernis" Narain Karthikeyan gibt es auch genug männliche Beispiele.

Die Formel 1 ist nur etwas für Vollprofis. So öffentlichkeitswirksam hübsche, blonde Damen für Teams, die sonst kaum Medienpräsenz erhalten, auch sein mögen.

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