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Hackmair


Liebe Freunde der gepflegten Hack-Ordnung!

 

Wer zuletzt lacht…

Und wie sie nun lachen können, meine Ex-Kollegen vom FC Wacker Innsbruck.

Was für ein letzter Spieltag! Ein unglaublich spannendes, atemberaubendes Finale muss nicht unbedingt in der (deutschen) Champions League stattfinden und Bayern gegen Dortmund heißen, es kann sich auch im Abstiegskampf der österreichischen Bundesliga abspielen.

Wer braucht das Wembley, wenn es die Lavanttal-Arena gibt? Wer Arjen Robben, wenn man einen Julius Perstaller hat? Gewiss wagte vor ein paar Jahren noch niemand die Behauptung, dass in der Fußballmetropole Wolfsberg einmal ein derartiger Bundesliga-Krimi geschrieben werden sollte. Was am Sonntag dort passierte, vor allem ab Minute 72, stellt alle Abstiegsszenarien der letzten Jahre ganz klar in den Schatten. Die extreme Kurzlebigkeit im Profifußball zeigte sich wieder einmal in Reinkultur. Nur sieben Minuten veränderten die Welt im Abstiegsstrudel der österreichischen Bundesliga komplett…

Alles oder Nichts

Es waren mehr 36 Kämpfe als Spieltage, die die Jungs des FC Wacker in dieser Saison hinter sich gebracht haben. Von Beginn an blickten sie von ganz unten auf die restlichen Teams der Liga. In solchen Situationen verlierst du das Selbstvertrauen, den Spaß am Training, die Lockerheit im Spiel, nicht selten auch den ein oder anderen „Fan“. In Innsbruck kam in dieser Spielzeit auch noch Unruhe von außen dazu, Trainer und Sportdirektor wurden entlassen, auch die Lizenz wackelte kurz.

Die Spieler reagierten mit extremen Auf und Abs. In kurzen Hochphasen hamsterte die Mannschaft jeweils einige lebenswichtige Siege ein, während sie dazwischen oft wochenlang „tot“ schien. Punkte zu teilen, lehnten die Jungs fast kategorisch ab, nur drei Unentschieden bestätigen ihr Motto „Alles oder Nichts“. Und als wäre ihnen ab Spieltag 30 der Ernst der Lage so richtig bewusst geworden, schafften sie es doch noch früh genug, so etwas wie Konstanz in ihr Spiel und in Folge dessen in die Ergebnisse reinzubringen. 13 Punkte aus den letzten sieben Partien sind eines Bundesligisten absolut würdig, der Klassenerhalt meiner Meinung nach gerechtfertigt.

Und wer für so ein dramatisch-erfolgreiches Finish sorgt, der ist sowieso über alle Zweifel erhaben. In diesem Sinne bedanke ich mich bei euch, liebe Ex-Kollegen, für den spannendsten Live-Ticker meines Lebens. Ich hätte nie gedacht, dass ein Fußballgeschehen in Textform, um 2 Uhr nachts, in einem Camper in Neuseeland, so fesselnd sein kann. Und Julius, der geniale Abschied von deinem Heimatverein freut mich riesig, und ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg im Innviertel – du wirst dich wohlfühlen!


 

Euer Fußball-Pensionist Peter

 


 

Peter Hackmair absolvierte für die SV Ried (2006-2011) und für Wacker Innsbruck (2011/12) insgesamt 120 Bundesliga-Spiele. Der 31-fache Nachwuchs-Nationalspieler, der 2007 mit der U20 bei der WM in Kanada sensationell Platz vier belegte, wurde Vizemeister (2007) und Cupsieger. Im August 2012 beendete der Mittelfeldspieler im Alter von nur 25 Jahren nach zahlreichen Verletzungen seine Karriere. Im September stellte Peter sein Buch "Träume verändern" vor, das bei Thalia und im ausgewählten Buchhandel erhältlich ist. Seither verstärkt er auch das Redaktions-Team von LAOLA1.

Seit Jänner 2013 bereist er gemeinsam mit seiner Frau Marie-Therese die Welt und berichtet uns auch regelmäßig von seinen Fußball- bzw. Sport-Erlebnissen rund um den Globus.


 

Das Erstlingswerk von Peter Hackmair, "Träume verändern", gibt es in sämtlichen Geschäften von "Thalia" und diversen anderen Buchhandlungen!

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