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"Eine ästhetisch anmutende Rückhand für Puristen"

“Ein kraftvoller, gut getimter Aufschlag“ und „eine ästhetisch anmutende Rückhand für Puristen“ schwärmt die offizielle ATP-Seite am Freitag in einem aktuellen Spieler-Porträt.

Die Rede ist in diesem allerdings nicht von einem etablierten Star wie Roger Federer sondern von einem aufstrebenden jungen Akteur, der laut Homepage Ende November schon „einen sicheren Platz in der Weltelite“ haben könnte.

Das besonders Erfreuliche daran: Mit Dominic Thiem handelt sich dabei um einen Österreicher. Der 20-jährige Lichtenwörther bewies beim Hallen-Turnier in Rotterdam erneut, dass die heimischen Tennis-Fans mit ihm in den nächsten Jahren noch viel Freude haben werden. Mit Andy Murray brachte er diesmal die aktuelle Nummer sechs der Welt an den Rand einer Niederlage.

Die britischen Medien suchten die Gründe für den mühevollen Drei-Satz-Erfolg des schottischen Superstars zwar vor allem in einem „hit-everything approach“, das ist allerdings wohl auch der Tatsache zu schulden, dass die meisten dieser Journalisten den aufstrebenden Youngster noch nicht allzu oft zu sehen bekamen.

Natürlich konnte Thiem als Außenseiter gegen Murray ohne Druck aufspielen, doch seine Ergebnisse in den vergangenen Wochen beweisen, dass seine Leistung ganz sicher keine Eintagsfliege war.

Vielmehr war Thiem mit seiner Vorstellung gar nicht so zufrieden: „Der Anfang war sehr schlecht“, bewies er Selbstkritik. „Wir beide können sicher besser spielen“, kann der Niederösterreicher das Match in Rotterdam durchaus richtig einordnen.

Erfreulich ist auch, dass er sich gemeinsam mit Coach Günter Bresnik nach den erfolgreichen Australian Open nicht dazu entschied, weiter auf Punktejagd zu gehen, um im Ranking schneller nach oben zu klettern. Vielmehr wurde in einer Trainingswoche auf Teneriffa das Hauptaugenmerk auf die allgemeine Weiterentwicklung des großen Talents gelegt.

Der Erfolg gibt dem „Thiem-Team“ recht. Am kommenden Montag wird Dominic voraussichtlich erstmals zu den Top 100 gehören.

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