Aufmacherbild

Zeitlupe Frühwald

 

Übertriebener Optimismus ist fehl am Platz

„Endlich haben wir es geschafft!“ Die Freude und die Erleichterung über den Viertelfinal-Einzug in der Davis-Cup-Weltgruppe nach dem 3:2-Erfolg über Russland war nicht nur Jürgen Melzer anzumerken.

Erstmals seit 17 Jahren gehört Österreich zu den besten acht Tennis-Nationen der Welt. Es gibt nicht viele Weltsportarten in denen uns dieses Kunststück schon einmal gelungen ist.

Selbst in den glorreichen Zeiten der „drei Musketiere“ Thomas Muster, Horst Skoff und Alex Antonitsch stand das ÖTV-Team „nur“ drei Mal im Viertelfinale.

Wobei 1995 beim 4:1-Heimsieg gegen Spanien Skoff gar nicht dabei war.  Ein Umstand, der damals eher die Regel, als die Ausnahme war. Aufgrund zahlreicher Streitereien blieb immer mal wieder ein Spieler dem Davis-Cup-Wochenende fern.

In der heutigen Zeit erscheint dies beinahe unvorstellbar: „Jeder meiner Spieler spielt extrem gerne im Davis Cup. Wir genießen diese Zeit richtig. Bei uns ist ein ganz anderes Feuer dahinter“, ist  Kapitän Clemens Trimmel auf den Teamgeist seiner „Burschen“ stolz.

Ein weiterer Mosaikstein ist die ausgeglichene Mannschaft. Vor dem Duell gegen Russland galt Österreich in erster Linie im Doppel als Favorit. Nun ging ausgerechnet dieses am Samstag verloren. Dafür sprang Andreas Haider-Maurer mit seinem überraschenden Sieg über Alex Bogomolov, die Nummer 34 der Welt, in die Bresche.

Vor übertriebenem Optimismus im Viertelfinale gegen Spanien (6. bis 8. April) sei aber dennoch gewarnt. Klar, die Top-Stars Rafael Nadal und David Ferrer verzichten wegen den Olympischen Spielen in London auf eine Teilnahme. Trotzdem ist der Titelverteidiger brandgefährlich und haushoher Favorit.

Die Auswahl an Spitzenspielern ist groß genug. 13 Spanier stehen in den Top 100, acht in den Top 50. Dazu kommt der Heimvorteil auf spanischem Sand. Die Truppe von Kapitän Alex Corretja gehört in jeder Besetzung zum engsten Kreis der Titelanwärter. 

Mehr zum Thema Zum Seitenanfang»