Vaneks kluge Entscheidung

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Nein, Geldsorgen muss sich Thomas Vanek in diesem Leben nicht mehr machen. Seine Kinder und Kindeskinder tendenziell auch nicht.

Deshalb sind folgende Zeilen auch in Relation gesetzt zu verstehen.

Eine der häufigsten Reaktionen auf die Unterschrift des besten österreichischen Eishockey-Spielers aller Zeiten bei den Minnesota Wild war nämlich die Verwunderung darüber, wie er so viel Geld am Tisch liegen lassen konnte.

In den kommenden drei Saisonen kassiert Vanek im Schnitt 6,5 Millionen Dollar. Auch für NHL-Verhältnisse keine üble Gage.

Mit seinen 30 Jahren und nach vielen starken Saisonen ist der Grazer nun jedoch in der Phase seiner Karriere, in der ihm der „Vertrag seines Lebens“ zustünde – noch mehr Salär und eine längere Vertragslaufzeit sowieso.

Vanek hat darauf verzichtet. Freiwillig.

Ein solcher Move wird in den USA, wo ob der veröffentlichten Gehälter quer durch alle Profi-Ligen sehr genau darauf geachtet wird, wem es gelingt, noch einen Cent mehr herauszuschlagen, sehr wohl registriert.

Stellvertretend Wild-GM Chuck Fletcher: „Er ist vielleicht einer der wenigen Spieler, die auf Gehalt verzichten, um an einen bestimmten Ort zu kommen. Jeder andere versucht, sein Gehalt zu verdoppeln oder zu verdreifachen.“

Umso klüger Vaneks Entscheidung. Der Steirer sagt nicht nur, dass er ein Familienmensch ist, er ist es auch. In Montreal fühlte er sich zunehmend einsam, dies wirkte sich negativ auf seine Performance aus. Entsprechend harsch, teilweise untergriffig, war die Kritik an seiner Person.

Sogar der Begriff „Lockerroom Cancer“, die Höchststrafe in der Beschreibung des Charakters eines Spielers, war bereits zu lesen.

Vanek ist innerhalb eines Kaders natürlich alles andere als ein Krebsgeschwür. Vor allem wenn er sich wohl fühlt. Die Voraussetzungen, um in Normalform zu agieren, sind „zu Hause“ in Minnesota idealer als irgendwo sonst.

Zudem sind die Wild ein aufstrebendes Team und über allem schwebt der unerfüllte Traum eines Stanley-Cup-Triumphs.

Alleine schon dieses Glücksgefühl kann man sich mit Geld ohnehin nicht kaufen.

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