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Zeitlupe Altmann

 

Bussi-Bussi-Sommer

Schade, wirklich schade: Etwaige österreichische Medaillenerfolge bieten bei den Olympischen Spielen bislang genau null Gesprächsstoff, dafür die Geschehnisse abseits der Wettkämpfe umso mehr. Dazu die eine oder andere Beobachtung:

  • In den kommenden Tagen dürfen wir alle Zeugen (und Teilnehmer) von Österreichs wahrem Volkssport Nummer eins werden: Auf einen am Boden liegenden eintreten (man frage etwa Marko Arnautovic…). Schadenfreude ist ja auch die schönste Freude, lenkt sie doch so herrlich von den eigenen Defiziten ab. Ja, Markus „zu blöd fürs Finale“ Rogan mag mit seinen umstrittenen Aussagen diesen „Bumerang“ provoziert haben, aber man kann es auch übertreiben.
  • Als ich gestern an dieser Stelle auf die mediale Reaktion der „Robert-Sommer-Bussi-Bussi-Gesellschaft“ auf die Kritik von Dinko Jukic gespannt war, ahnte ich bereits, dass Gebührensender ORF und der überwiegende Teil der Zeitungslandschaft (Ausnahme Kurier) dieses heikle Thema totschweigen, nicht einmal den Kernaussagen Platz einräumen. Aber wenigstens weiß ich jetzt, dass der Star-Reporter einer großen steirischen Zeitung sich die Zeit bis zum heutigen Finale von Markus Rogan (wann genau?!) mit „Crunchys“ („staubtrockene Müsliriegel“) totschlägt.

Besagter „Bussi-Bussi-Sommer“ wiederum reagierte auf seine ureigenste Art und Weise und setzte dem Ganzen mit einem total objektiven Interview mit Schwimmverbands-Präsident Paul Schauer die Krone auf. Als Beispiel zwei Fragestellungen im Wortlaut:

„Herr Präsident, was lassen Sie sich noch alles von Dinko Jukic gefallen? Hätte er nicht nach dem EM-Skandal von Debrecen, wo er einen Ihrer Funktionäre wüst beschimpfte hat, gesperrt werden müssen?“

„Herr Präsident, in Zukunft wird er Sie persönlich von seiner Kritik wohl nicht mehr ausnehmen. Das hat er bis jetzt immer getan.“

  • Dass Jukic seinen obersten Boss bislang verschont hat, mag seine Gründe haben. Schauer fiel Mittwochabend zumindest nicht negativ auf, als er live im Staatsfernsehen monierte, dass man sich über die Hintergründe, dass Rang vier von Jukic bislang das mit Abstand beste Ergebnis eines rot-weiß-roten Olympioniken sei, Gedanken machen müsse. Gleichzeitig forderte er eine vom ORF veranstaltete, breit angelegte Diskussion über Strukturen und Förderwesen im österreichischen Sport. Die Reaktion von Moderator Rainer Pariasek? Wir warten immer noch…
  • Dabei ist es ja nicht so, als würde sich niemand im Lande Gedanken über die Hintergründe der hausgemachten Sport-Probleme machen. „Das sich abzeichnenden totale Olympia-Fiasko Österreichs zeigt deutlich, dass die Sportpolitik a la Darabos dramatisch gescheitert ist“, heißt es in einer heute veröffentlichten, grammatisch bisweilen holprigen Aussendung. Über den Inhalt lässt sich trefflich streiten, lediglich der Absender dieser politischen Kleingeldwäsche kostet ein müdes Lächeln: ein Kleinstpartei-Politiker mit Bundesliga-Vergangenheit (Name der Justiz bekannt) – laut Insidern nur in der Disziplin „Buffet-Sprint“ ein heißer Medaillenkandidat, obwohl er frei nach Rogan womöglich nicht so schlechte Voraussetzungen für eine Sportkarriere gehabt hätte…

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