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Zeitlupe Altmann

 

Es wäre nicht "Rutti-like"

Ob das österreichische Nationalteam auch unter der Anleitung von Didi Constantini in Aserbaidschan mit 4:1 gewonnen hätte?

Vielleicht. Ausschließen kann man es nicht.

Die Symbolwirkung der 90 Minuten von Baku ist jedoch nicht zu unterschätzen.

Mit Andreas Ivanschitz geigte Constantinis „Staatsfeind Nummer eins“ bei seinem Comeback auf, und ob es ein Zufall war, dass Marc Janko in Spiel eins nach dem Abgang des 56-Jährigen auch im Nationalteam wieder zu seinem Torriecher fand?

Die meisten Beobachter waren sich schon vor dem Anpfiff einig, dass Ruttensteiner seine Schützlinge gut auf den Gegner vorbereitet hatte. Der eine oder andere Spieler verhehlte erst gar nicht, dass nun „professioneller“ gearbeitet werde.

Der Interims-Teamchef ist ein penibler, detailverliebter Tüftler. Das kommt bei manchen Teilen von Fußball-Österreich nicht gut an. Das weiß Ruttensteiner auch.

So gesehen wird es ihn innerlich tendenziell sehr freuen, dass er diese Arbeitswoche mit der überraschenden Teamchef-Präsentation von Marcel Koller sowie dem Erfolg in Aserbaidschan als klaren Punktsieg für sich und seine Arbeitsweise gegenüber der „Experten-Praktiker-Seilschafts-Combo“ verzeichnen kann.

Zeigen würde er diese Freude nie. Das wäre nicht „Rutti-like“.

Damit liegt er jedoch voll und ganz auf einer Wellenlänge mit seinen beiden „Helden von Baku“. Ivanschitz und Janko hätten allen Grund dazu gehabt, nach Schlusspfiff schöne Grüße nach Tirol zu schicken.

Sie verkniffen es sich, und das ist gut so.

Das nennt man nicht nur eine Stil- und Intelligenzfrage, sondern auch ein Unterscheidungsmerkmal. Von wem ist nach dieser Woche nicht so schwer zu erraten…

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