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Zeitlupe Altmann

 

Mannings Entlassung: Emotionen im Business

Wie wird eigentlich einmal die wunderbare Ehe zwischen Lionel Messi und dem FC Barcelona enden?

Gut, die Beantwortung dieser Frage hat hoffentlich noch Zeit, der argentinische „Fußball-Gott“ ist erst 24 Jahre alt.

Bis eine Scheidung im Raum steht, wird er seine Anhänger vermutlich noch mit einigen Galas wie der Fünf-Tore-Show gegen Leverkusen verwöhnen.

Aber irgendwann wird auch Messi entweder zu alt für Barcelona sein, ein Besserer kommen, freiwillig eine neue Herausforderung suchen oder – im Idealfall – ein Rücktritt am sportlichen Höhepunkt für eine saubere Trennung sorgen.

Diese hätte sich auch Peyton Manning gewünscht. Manning war im vergangenen Jahrzehnt so etwas wie der Messi des American Footballs. Vielleicht nicht in Titeln gemessen (letztlich nur ein Super-Bowl-Triumph), aber leistungstechnisch hinkt der Vergleich keineswegs.

Als erster Spieler überhaupt wurde der Quarterback in der NFL vier Mal zum MVP gewählt, er war das Gesicht der Indianapolis Colts, die er beinahe im Alleingang vom Mauerblümchendasein zu sportlicher Relevanz führte.

Genau diese Indianapolis Colts haben die lebende Legende nun nach 14 gemeinsamen Jahren entlassen, was in der Welt des US-Sports einem mittleren Erdbeben gleichkommt.

Manning in einem anderen Trikot als jenem der Colts? Für viele unvorstellbar. Selbst viele bisherige Kontrahenten gestanden ein, dass sie sich dieses Bild kaum ausmalen können.

Zum besseren Verständnis: Vom Business-Faktor her ist die Entscheidung der Colts durchaus nachvollziehbar:

Der bald 36-Jährige musste die Saison 2011 verletzungsbedingt auslassen, ihm wäre ein 28-Millionen-Dollar-Bonus zugestanden und vor allem bietet sich die einmalige Chance, mit „Jahrhunderttalent“ Andrew Luck einen Generationswechsel einzuleiten.

Alles gut und schön: Dennoch muss man Indys Verantwortlichen um Jim Irsay beinahe wünschen, dass Manning nicht in einem fremden Trikot seinen x-ten Frühling erlebt. Denn dann würde der tränenreiche Abschied schnell in andere Emotionen umschlagen.

Oder wie würde es den Barca-Fans gefallen, wenn Messi nach einem unfreiwilligen Abgang zum Beispiel bei Real Madrid unterschreibt und vielleicht auch noch einen „Clasico“ entscheidet…?

Sport ist – Gott sei Dank – eben nicht nur Business.

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