Trauer um Gary Speed

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Der Suizid des walisischen Fußball-Idols und Teamchefs Gary Speed hat den britischen Fußball in Trauer und Entsetzen gestürzt.

Speed war am Sonntag in seinem Haus in Huntington bei Chester von Polizeibeamten erhängt aufgefunden worden. "Es gibt keine Hinweise auf Fremdverschulden, und die Angehörigen sind informiert", erklärte ein Sprecher der ermittelnden Cheshire Police.

Der frühere Premier-League-Profi Speed wurde nur 42 Jahre alt.

Der Schock sitzt tief

"Ich kann es nicht glauben. Vor ein paar Tagen haben wir unsere Kinder zusammen zur Schule gebracht", sagte Englands Ex-Nationalspieler Michael Owen, der in der Nähe von Speeds Haus wohnt, in der BBC.

Speed war nicht nur in Wales ein Idol. Für Everton, Leeds United, Newcastle United, die Bolton Wanderers und Sheffield United absolvierte er fast 700 Liga-Spiele im englischen Spitzenfußball und war der erste Spieler überhaupt, der die Marke von 500 Einsätzen in der Premier League durchbrach.

Der walisische Erste Minister Carwyn Jones war geschockt. "Unsere Gedanken sind bei seiner Familie."

Nachricht vor Swansea-Spiel

Der walisische Fußball-Verband (FAW) bat in einer Beileidbekundung um "Respekt für die Privatsphäre der Familie". Noch am Samstagnachmittag war Speed bei der BBC in einer Fußballshow aufgetreten.

Am Sonntag war die Todesnachricht unmittelbar vor dem Spiel von Swansea City, dem einzigen walisischen Verein in der Premier League, gegen Aston Villa bekanntgeworden.

Zunächst wurde eine Absage in Erwägung gezogen, dann entschloss man sich doch, die Partie anzupfeifen, die Villa-Stürmer Andreas Weimann wegen einer Bänderüberdehnung im Knöchel versäumte.

Keine Trauerminute sondern Speed-Sprechchöre

Die unmittelbar vor Spielbeginn angesetzte Schweigeminute wurde nicht eingehalten - von den Rängen gab es tosenden Applaus und Sprechchöre für den Verstorbenen. Auf dem Platz standen mit James Collins (Aston Villa) sowie Ashley Williams, Neil Taylor und Joe Allen (alle Swansea) vier walisische Teamspieler.

Auch vor dem Duell zwischen dem FC Liverpool und Manchester City am frühen Sonntagabend ehrten Profis, Trainer und Fans den Toten. "Das war eine schockierende Nachricht, er war ein großartiger Typ", sagte Liverpools Coach Kenny Dalglish, der Speed 1998 zu Newcastle geholt hatte. "Fußball wird in Momenten wie diesen vollkommen irrelevant." Dalglish verzichtete in der Spitzenpartie auf den trauernden Nationalspieler Craig Bellamy.

"Worte können nicht beschreiben, wie traurig ich mich fühle bei dieser schrecklichen Nachricht", sagte Speeds früherer Nationalmannschaftskollege Ryan Giggs.

Speed, der eine Frau und zwei Söhne hinterlässt, hatte im Dezember 2010 die walisische Nationalmannschaft von John Toshack übernommen und erreichte in zehn Spielen fünf Siege. Wales schloss die Qualifikations-Gruppe G zur Europameisterschaft 2012 als Vierter ab.

535 Einsätze in der Premier League

Als Mittelfeldspieler von Leeds hatte Speed zwischen 1990 und 2004 insgesamt 85 Länderspiele für Wales absolviert und sieben Tore erzielt.

"Der Verband will keine Details über den Tod des 42-Jährigen bekanntgeben", hieß es am Sonntag auf der Internetseite des walisischen Verbandes. 1992 war Speed mit Leeds United Meister geworden, der persönliche Höhepunkt in seiner 22-jährigen Profikarriere.

Mit 535 Einsätzen war Speed bis 14. Februar 2009 Rekordspieler der englischen Fußball-Eliteliga.

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