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Platini traut Blatter Reformen zu

UEFA-Präsident Michel Platini traut dem angeschlagenen FIFA-Boss Joseph Blatter die Reform seines korruptionsverseuchten Verbandes zu.

Doch die Skepsis vor der zweitägigen Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees war enorm.

Korrupte Top-Funktionäre, Diskussionen um Bestechung bei den WM-Vergaben an Russland und Katar oder die lebenslange Sperre für den früheren Präsidentschaftskandidaten und ehemaligen Blatter-Getreuen Mohamed bin Hammam haben den Internationalen Fußball-Verband (FIFA) in die schlimmste Krise ihrer Geschichte schlittern lassen.

"Zero Tolerance"

Nach seiner Wiederwahl beim skandalträchtigen Kongress Anfang Juni kündigte Blatter weitreichende Reformen an und trägt seither die Forderung nach "Zero Tolerance" und "Transparenz auf allen Ebenen" wie eine Monstranz vor sich her.

Nun muss er diesen Worten auch Taten folgen lassen, kann aber schon in seinem eigenen Exekutivkomitee auf erbitterten Widerstand stoßen.

Der Unterstützung der Europäer mit UEFA-Präsident Michel Platini an der Spitze kann sich Blatter sicher sein. "Ich habe den Eindruck, Herr Blatter ist wirklich motiviert, etwas zu verändern", sagte Platini am Donnerstag.

Nun müsse man die Sitzung des Exekutivkomitees abwarten, betonte der Franzose nach einem Treffen mit seinen europäischen FIFA-Kollegen im noblen Züricher Hotel Baur au Lac. "Mal sehen, was passiert."

Ideen sollen Tatsachen werden

Unmittelbar vor dem Treffen des umstrittenen FIFA-Vorstandes, der sich ab 14.00 Uhr im Home of FIFA hinter verschlossenen Türen versammelte, zeigte sich Platini erwartungsvoll: "Wir hoffen, dass das, was Blatter versprochen hat, nicht nur Ideen bleiben, sondern Tatsachen werden."

Doch viele der Top-Funktionäre im Vorstand sind schwer belastet und für eine vermeintlich saubere FIFA ungeeignet.

Der Brasilianer Ricardo Teixeira sieht sich neuen Bestechungsvorwürfen in der Heimat ausgesetzt, der Argentinier Julio Grondona wurde gerade trotz Korruptionsvorwürfen als nationaler Verbandschef wiedergewählt.

Diese "Dinosaurier", wie sie gerne spöttisch genannt werden, dürften nur bedingtes Interesse an bedingungsloser Aufklärung und schonungsloser Transparenz an den Tag legen. Schließlich könnten mutmaßlich schmutzige Geschäfte ruchbar werden.

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