Wird die Elfenbeinküste endlich ihrem Ruf gerecht?

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Mit einem großen Favoriten und prominenten Abwesenden startet am Samstag der 28. African Cup of Nations.

Die Elfenbeinküste um ihren Kapitän Didier Drogba will beim in Äquatorialguinea und Gabun ausgetragenen Kontinentalturnier zum zweiten Mal nach 1992 den Siegerpokal stemmen.

Der zuletzt schier unbezwingbare Rekordsieger Ägypten (7 Siege) kann den Titel nämlich nicht verteidigen. Die bei den jüngsten drei Cups erfolgreichen Nordafrikaner scheiterten blamabel in der Qualifikation.

Nur zwei von sechs WM-Teilnehmern

Neben Ägypten erwischte es in der Ausscheidung um die 16 Startplätze mit Nigeria und Kamerun weitere große Namen in Afrika. Auch Südafrika und Algerien gelang der Sprung an den Golf von Guinea nicht.

Von Afrikas sechs WM-Teilnehmern von 2010 schaffte dies neben der Elfenbeinküste nur Ghana. Die "Black Stars" wollen wie der Senegal in der Titelvergabe ein Wörtchen mitreden.

Das Finale steigt am 12. Februar im Stade d'Angondje (40.000 Zuschauer) von Libreville. Die Eröffnung am Samstag (19.30 Uhr) bestreiten Gastgeber Äquatorialguinea und Libyen.

Elfenbeinküste Favorit

Auf dem Papier liest sich das Aufgebot der Elfenbeinküste imposant. Der Kader ist fast durchgehend aus in europäischen Spitzen-Ligen engagierten Akteuren besetzt.

Neben den Chelsea-Kickern Drogba und Salomon Kalou sind auch die bei Manchester City unter Vertrag stehenden Toure-Brüder Kolo und Yaya, Gervinho (Arsenal) oder Ismael Tiote (Newcastle United) in der englischen Premier League unter Vertrag.

"Black Stars" ohne große Sternchen

Der vierfache Afrika-Cup-Champion Ghana matcht sich in Gruppe D in Franceville (Gabun) mit Botswana, Guinea und dem von Frankreichs Fußball-Legende Alain Giresse trainierten Mali.

Sorgen bereitete dem WM-Viertelfinalisten die Fitness des von Sunderland an Al Ain (VAE) verliehenen Asamoah Gyan. Der 26-jährige Stürmer laboriert an Oberschenkelproblemen.

Mit dem noch nicht fitten Michael Essien (Chelsea) und dem aus dem Team zurückgetretenen Kevin-Prince Boateng (Milan) fehlen den "Black Stars" weiter namhafte Kräfte vergangener Tage.

Augen auf die Pele-Söhne

Die Hoffnungen ruhen auch auf den Schultern der bei Olympique Marseille spielenden Ayew-Brüder Jordan (20) und Andre (22). Die Söhne von Abedi Pele, Afrikas dreifacher "Spieler des Jahres", gelten als hoch talentiert.

Ghanas Teamchef Goran Stevanovic hat hohe Erwartungen in seine Schützlinge.

"Ich weiß, dass ich meine Spieler unter Druck gesetzt habe, weil ich ihnen immer und immer wieder gesagt habe, dass Ghana erstmals seit 30 Jahren gewinnen kann", sagte der Serbe.

Trotzdem darf an der Stärke der "Elefanten" gezweifelt werden, wusste die Elfenbeinküste bei Großturnieren doch des öfteren zu enttäuschen.

Letzter großer Auftritt von Drogba

Zu großer Druck und zu große Egos standen dem als 18. im FIFA-Ranking bestplatzierten afrikanischen Team im Weg. 2010 scheiterte man im Viertelfinale, bei der darauffolgenden WM war nach der Gruppenphase Schluss.

Für den bald 34-jährigen Star Drogba dürfte es die letzte Chance auf den großen Erfolg mit dem Nationalteam sein.

In der vom Bürgerkrieg zerrüttelten Heimat erwartet man von Drogba und Co jedenfalls den Titel. "Der Sieg ist nicht verhandelbar. Er ist eine Forderung!", ließ Sportminister Philippe Legre keine Zweifel offen.

Teamchef Francois Zahoui war sich dessen bewusst: "Unser Ziel ist es, die Trophäe zu gewinnen. Die Menschen warten schon lange, wir werden alles versuchen, um diese Mission zu erfüllen."

Ein Hauch von Bundesliga

In Gruppe B in Malabo (Äquatorialguinea) scheint die Elfenbeinküste gegen Angola, Sudan und Burkina Faso ungefährdet.Die ersten zwei Teams steigen ins Viertelfinale (4./5. Jänner) auf, wobei sich aus österreichischer Sicht ein interessanter Dreikampf ergeben könnte.

Bei Burkina Faso steht mit Issiaka Ouedraogo nämlich der einzige Bundesliga-Bezug des Turniers im Kader.

Der 23-jährige Admira-Stürmer besitzt mit Abdou Razack Traore (Lechia Gdansk), dessen Bruder Alain Traore (Auxerre) und Aristide Bance (Samsunspor) aber harte Konkurrenz.

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