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Video-Unterstützung für Schiris in Diskussion

Der Wunsch der Fußball-Prominenz von Franz Beckenbauer über Joachim Löw bis zu Michel Platini bleibt vorerst unerfüllt. Die Dreifachbestrafung bei Notbremsen wird von den Regelhütern des International Football Association Board (IFAB) auch bei ihrer Jahressitzung am Samstag in Zürich nicht gekippt.

Die Tagung könnte aber dennoch eine Fußball-Revolution einläuten.

Ganz weit hinten, unter "andere Angelegenheiten", also praktisch im Kleingedruckten der Tagesordnung, findet sich ein brisanter Hinweis: "...der mögliche Einsatz von Video-Zeitlupen zur Unterstützung von Schiedsrichtern", so heißt es, werde, wenn auch noch nicht entschieden, dann doch zumindest diskutiert.

Erster Schritt in langem Prozess

Nach der Einführung der Torlinientechnologie im Sommer 2012 öffnet sich der Weltverband somit in bisher nicht gekanntem Ausmaß einer Debatte über technische Hilfsmittel im Fußball und rüttelt ganz sanft am Dogma der Tatsachenentscheidung durch die Schiedsrichter.

Mit einer schnellen Regeländerung ist aber nicht zu rechnen. Wahrscheinlich ist, dass die Vertreter der vier britischen Verbände und der FIFA, die das IFAB bilden, das Thema an die neuen Expertengremien zur Beratung weiterreichen.

Ein sogenanntes Technik-Panel und ein Fußball-Panel wird künftig dem IFAB zuarbeiten. Das ist die einzig greifbare Neuerung nach der Kritik am IFAB im Zuge der Korruptionsvorwürfe im Weltverband.

Beide Panels werden am Wochenende berufen. Debatten könnten aber Jahre andauern - an mögliche Ratschläge wäre das IFAB dann auch nicht gebunden.

Dreifachbestrafung vielleicht später Thema

Die neuen Regel-Institutionen sollen sich wohl künftig auch mit dem Dilemma der Dreifachbestrafung befassen - so lautet der Vorschlag.

Der Dreiklang von Roter Karte, Strafstoß und Sperre nach einer Notbremse im Strafraum hatte zuletzt beim Champions-League-Spiel des FC Bayern bei Arsenal wieder einmal für großen Unmut gesorgt. Doch die Regelhüter scheuen noch eine Entscheidung - obwohl die UEFA laut Präsident Platini einen praktikablen Vorschlag eingereicht hat.

Zur Entscheidung stehen in Zürich andere Themen an. So werden die IFAB-Mitglieder mit großer Wahrscheinlichkeit unter anderem das Verbot von politischen oder religiösen Statements auch auf der Unterwäsche der Spieler und eine Neureglung der Ausführung des Schiedsrichterballs beschließen.

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