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UEFA-Generalsekretär kritisiert das "Murphy-Urteil"

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) will den Verkauf ihrer Medien-Rechte nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Sport-Vermarktung nicht ändern.

"Wir glauben nicht, dass die Rechtsprechung große Auswirkungen auf die Art hat, wie wir unsere Rechte verkaufen", sagte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino am Mittwoch in London.

"Wir werden weiterhin unsere Rechte auf einer Land-für-Land-Basis anbieten, weil es das ist, was die Menschen wollen."

"Fundamentale Fehler"

Der UEFA-Funktionär kritisierte zudem das höchste europäische Gericht. "Ich glaube nicht, dass das Urteil ein großes Problem für uns ist, aber natürlich sind wir darüber nicht glücklich. Da gibt es fundamentale Fehler", klagte er.

"Wie kann man sagen, dass der Wert des englischen Fußballs in England der gleiche ist wie in Griechenland? Offensichtlich ist das nicht das Gleiche."

Der EuGH hatte am Dienstag entschieden, dass zum Empfang von Übertragungen im Bezahlfernsehen ausländische Decoderkarten nicht verboten werden dürfen.

Nicht mit EU-Binnenmarkt vereinbar

Laut Gericht sind Exklusivitätsrechte unzulässig, da sie den europäischen Binnenmarkt in nationale Märkte trennen.

Die UEFA hält mit der Champions - und der Europa League, der Europameisterschaft und der künftig zentral vermarkteten EM-Qualifikation wichtige und hochwertige TV-Rechte.

Vor allem bei den Clubwettbewerben spielt der Verkauf an Pay-TV-Anbieter eine wichtige Rolle.

UEFA will Länderspielperiode verlängern

Außerdem legte die UEFA am Mittwoch in London ihren Plan vor, die Länderspielperiode zu verlängern. Infantino erklärte, in Zukunft könnten bereits am Donnerstag Partien ausgetragen werden.

Bisher finden Länderspiele an Doppelspieltagen in der Regel Freitag und Dienstag statt. Nun soll von Donnerstag bis Dienstag täglich gespielt werden.

"Wenn wir die Wochenenden den anderen Sportarten überlassen, wird das dem Fußball auf lange Sicht schaden", sagte Infantino.

Entgültige Entscheidung liegt bei Exekutivkomitee

"Die Woche des Fußballs ist ein neues Konzept, um die Nationalmannschaften besser zu fördern." Nach Angaben des Generalsekretärs sollen die Mitgliedsverbände die neuen Pläne sehr begrüßt haben.

Die endgültige Entscheidung liegt beim Exekutivkomitee der UEFA.

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