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FIFA-Krise im Ticker: Der Tag der Entscheidung

Der FIFA-Skandal kurz und bündig:

Am heutigen Freitag wird in Zürich ein neuer FIFA-Präsident gewählt. Nach der Festnahme von insgesamt sieben hochrangigen Funktionären am Mittwoch wegen des Verdachts des Betrugs, der Geldwäsche und Korruption (FBI sowie die Schweizer Staatsanwaltschaft ermitteln) wackelte die Wahl zunächst, wird aber nun doch durchgeführt.

Noch-FIFA-Präsident Blatter hofft trotz heftiger Kritik auf eine Wiederwahl gegen den einzig verbliebenen Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein.

 


 

  • 09:05 Uhr - Pressekonferenz verschoben: Sepp Blatters Versteckspiel vor den Medien geht weiter. Nun will der FIFA-Präsident die Pressekonferenz, die direkt nach dem Kongress stattfinden hätte sollen, erst am Samstag abhalten. Der Hintergrund: Viele Journalisten werden dann schon abgereist sein. 
  • 08:45 Uhr - Brasiliens Fußball-Verbandschef reist ab: Bereits am Vortag der Wahl "flüchtete" Marco del Nero vor der Wahl, sein Vorgänger als CBF-Chef Jose Maria Marin wurde am Mittwoch als einer von sieben Funktionären verhaftet.
  • 08:30 - Guten Morgen! Heute geht die Wahl des FIFA-Präsidenten über die Bühne: Immer mehr Nationen wenden sich von Sepp Blatter ab. "Der US-Verband wird für Prinz Ali stimmen", twittert Sunil Gulati, Präsident des amerikanischen Fußballverbandes USSF. Auch der kanadische Verband CSA wird für den Herausforderer stimmen. Überraschend kommt, dass Australien mit dem langjährigen Blatter-Unterstützer Frank Lowy als Verbandsboss gegen den Schweizer stimmen wird.
 
  • Donnerstag, 19:00 Uhr - Wir verabschieden uns für heute: Zum Abschluss eine kurze Zusammenfassung der heutigen Ereignisse.

-) Sepp Blatters wies in der Eröffnungsrede des FIFA-Kongresses jede Schuld von sich. Er sprach von den Taten Einzelner und schwor die Delegierten auf harte Monate ein, in denen das Vertrauen zurückgewonnen werden soll.

-) Der ÖFB kündigte an, für Blatter-Herausforder Prinz Ali zu stimmen.

-) UEFA-Präsident Michel Platini forderte Blatter zum Rücktritt auf. Zudem schloss er nicht aus, dass sich die UEFA bei einer Wiederwahl des Schweizers aus einzelnen FIFA-Bewerben zurückziehen werde.

-) Gleichzeitig wir die UEFA aber an der FIFA-Präsidentschaftswahl am Freitag teilnehmen, auf einen Boykott verzichten die europäischen Verbände.

  • 18:30 Uhr - Die Eröffnungs-Zeremonie ist beendet: Unbeeindruckt von den Geschehnissen der letzten Tage zelebrierte die FIFA sich selbst. Umrahmt wurden die Ansprachen von Blatter, Bach und Co. mit diversen Show-Einlagen, darunter eine Beatboxerin und eine Jodel-Einlage. Nun sind alle Funktionäre zu einem großen Dinner eingeladen.
  • 17:59 Uhr - Der IOC-Präsident ist am Wort: Auch Thomas Bach darf bei der Eröffnungszeremonie des FIFA-Kongresses eine Rede halten. Er spricht von schwierigen Zeiten für die FIFA, ist aber zuversichtlich, dass sich diese bald bessern werden.
  • 17:36 Uhr - Reaktion eines englischen FIFA-Experten:
  • 17:28 Uhr - Harte Monate stehen bevor: "Wir werden mit den Behörden zusammenarbeiten, um jeden zur Verantwortung zu ziehen. Korruption hat keinen Platz in der FIFA. Die nächsten Monate werden nicht leicht, aber es geht darum, das Vertrauen wiederzubekommen. Dies ist ein Wendepunkt für die FIFA. Beim morgigen Kongress haben wir die Möglichkeit, etwas neu aufzubauen. Wir müssen das Vertrauen wieder erlangen."
  • 17:26 Uhr - Blatter weist Schuld von sich: "Ich weiß, dass viele mich für dieses Image verantwortlich machen, sei es die Entscheidung, wo eine WM stattfindet oder wenn es um Korruption geht. Ich kann aber nicht jedes Individuum kontrollieren. Letztendlich ist es jedoch meine Verantwortung, den Ruf der FIFA zu reparieren. Ich werde nicht erlauben, dass die Aktionen Einzelner die harte Arbeit jener, die für den Fußball arbeiten, schädigen."
  • 17:20 Uhr - Blatter spricht von Taten Einzelner: "Die Ereignisse der letzten Tage haben einen großen Schatten über den Sport gebracht. Die Taten Einzelner haben Schande über den Fußball gebracht und verlangen, dass wir handeln. Wir können uns nicht erlauben, dass der Ruf des Fußballs in den Schmutz gezogen wird."
  • 17:15 Uhr - Blatters Eröffnungsrede: Jetzt spricht der Boss! Bei seiner Eröffnungsrede begrüßt er erst einmal alle Freunde, die sich heute in Zürich eingefunden haben.
  • 17:05 Uhr - FIFA-Kongress wird eröffnet: Die Eröffnungszeremonie des FIFA-Kongresses läuft bereits. Dabei werden sich die FIFA-Granden, darunter auch Sepp Blatter, selbst feiern.
  • 16:51 Uhr - Blatter trifft am Roten Teppich ein: 
  • 16:48 Uhr - WM-Boykott der UEFA? Ein Rückzug der UEFA aus allen FIFA-Bewerben bei der möglichen Wiederwahl Blatters könnte natürlich auch ein Boykott der WM bedeuten... Alle Infos HIER.
  • 16:05 Uhr - ÖFB stimmt für Blatter-Herausforderer Prinz Ali: Wie der ÖFB gerade per Aussendug bekannt gab, werden sich Österreichs Delegierte beim FIFA-Kongress, Leo Windtner, Alfred Ludwig und Horst Lumper, der Stimme nicht enthalten, sondern für Prinz Ali bin al-Hussein von Jordanien stimmen.

UEFA-Präsident Michel Platini

  • 15:57 Uhr - Platinis Aussagen über Blatter im Wortlaut: "Die Leute wollen Sepp Blatter nicht mehr und auch ich will ihn nicht mehr. Ich habe immer gesagt, dass ich eine starke FIFA möchte, aber die FIFA ist nicht mehr stark. In einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht gesagt, dass er zurücktreten soll, weil er der FIFA ein schreckliches Image verleiht. Er hat geantwortet: 'Es ist zu spät. Ich kann nicht ganz plötzlich verschwinden, wenn der Kongress vor der Tür steht.' Es ist nicht leicht, einem Freund zu sagen, dass er gehen muss, aber das ist der Lauf der Geschichte. Ich sage das mit Traurigkeit, mit Tränen in meinen Augen. Es gab einfach zu viele Skandale."
  • 15:48 Uhr - Festgenommene Funktionäre verweigern Auslieferung: Die sieben verhafteteten FIFA-Funktionäre lehnen laut des Schweizer Justiz-Ministeriums eine vereinfachte Auslieferung in die USA ab. Die US-Behörden haben nun 40 Tage Zeit, ein formelles Auslieferungs-Ansuchen zu stellen.

  • 15:32 Uhr - UEFA-Rückzug aus FIFA-Bewerben möglich: Sollte Blatter als FIFA-Präsident wiedergewählt werden, schließt Platini eine solche Konsequenz nicht aus. Im Rahmen einer Sondersitzung im Zuge des UCL-Finals in der kommenden Woche werde man "alle Möglichkeiten ins Auge" fassen. Eine weitere Option sei ein geschlossener Austritt der UEFA-Länder aus dem FIFA-Exekutivkomitee.

  • 15:08 Uhr - Platini forderte Blatter zum Rücktritt auf: Der UEFA-Präsident erklärt den Medien, dass er Blatter am Donnerstagvormittag in einem Vieraugen-Gespräch zum Rücktritt aufgefordert hat. "Es gab einfach zu viele Skandale. Ich hatte Tränen den Augen", berichtet Platini, der hinterherschickt, dass er und Blatter nichtsdestotrotz Freunde bleiben werden. Blatter habe geantwortet, dass es einen Tag vor der Wahl zu spät für einen Rücktritt sei.

  • 14:55 Uhr - Weitere Stimmen zum Nicht-Boykott: "Was hier passiert ist ein absolutes Desaster. Wir müssen den Wandel herbeiführen. Das können wir nur, wenn wir Prinz Ali wählen", so Rauball weiter. Der niederländische Verbands-Präsident Michael van Praag, der seine Kandidatur zurückgezogen hat, ergänzt: "Es wird keinen Boykott geben, weil es (neben der Präsidentenwahl; Anm.) weitere wichtige Fragen zu klären gibt."

Die FIFA-Krise sorgt für viel Rauschen im Blätterwald

  • 11:20 Uhr - Putin mit Vorwürfen gegen die USA: Der russische Präsident kritisiert das Vorgehen der US-Behörden. Die Festnahmen stellen einen weiteren Versuch dar, die eigene Rechtssprechung in anderen Ländern anzuwenden. Es wird noch heftiger: Putin behauptet laut "AP", dass die Ermittlungen ein klarer Versuch der USA seien, Russland die Fußball-WM 2018 wegzunehmen.

  • 11:18 Uhr - UEFA berät über Boykott: Ab 12:30 Uhr wird der europäische Verband im Kameha Grand Hotel in Zürich über einen Boykott des FIFA-Kongresses samt Wahl beraten.

  • 11:12 Uhr - Recht treffend der "Guardian": Das englische Blatt ist in seiner Analyse der Krise recht direkt. "Blatter sitzt ganz oben auf diesem dampfenden Haufen von Bestechung. Er mag äußerlich ruhig wirken, aber er ist am Ende." Die deutsche "Bild" fordert von Blatter in großen Lettern: "Hau ab!"
  • 10:32 Uhr - Das Statement von Blatter zum Nachlesen:



  • 10:14 Uhr - Sponsoren gehen zunehmend auf Distanz: Visa fordert eine sofortige Wende, ansonsten werde man "sein Engagement überdenken", teilt das Kreditkarten-Unternehmen mit. "Diese lange Kontroverse hat die Mission und die Ideale der FIFA-WM befleckt", merkt Coca Cola an, dass man bereits "wiederholt Bedenken ausgedrückt" hat. Auch McDonald's äußert Unmut.

  • 9:46 Uhr - Reiseverbot für Blatter: Der FIFA-Präsident darf die Schweiz laut einem Bericht der "Daily Mail" bis auf weiteres nicht verlassen. Der 79-Jährige und alle anderen FIFA-Offiziellen sollen in den kommenden Tagen von der Schweizer Polizei verhört werden. Die FIFA dementiert dies gegenüber der "Bild". Es gebe keine Reise-Beschränkungen.

  • 9:35 Uhr - FA-Boss fordert Blatter-Rücktritt: "Blatter muss als FIFA-Präsident gehen", sagt mit Greg Dyke der Boss des englischen Verbandes in der Nacht auf Donnerstag gegenüber der Agentur "Press Association".

  • 9:29 Uhr - Blatter meidet die Öffentlichkeit: Der FIFA-Präsident sagt seine Eröffnungsrede beim 2. Teil der Medizin-Konferenz ab.

  • 14:27 Uhr - Kein Boykott der UEFA: Der europäische Verband wird beim FIFA-Kongress sowie der Präsidenten-Wahl am Freitag vertreten sein und sich zu einem großen Teil hinter Blatter-Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein stellen. "Boykott ist keine Lösung", meint der deutsche Liga-Präsident Reinhard Rauball.

  • 14:03 Uhr - UEFA-Abspaltung denkbar: Bevor die Pressekonferenz der UEFA beginnt, stuft Ex-FIFA-Direktor Guido Tognini eine Abspaltung des europäischen Verbands von der FIFA als mögliches Szenario ein.

  • 13:28 Uhr - Afrika gegen Wahl-Verschiebung: Afrikas Konföderation (CAF) will die Präsidentenwahl am Freitag durchziehen. Kein Wunder, steht die CAF doch geschlossen hinter Blatter.

  • 13:05 Uhr - Ergebnisse der UEFA-Versammlung werden im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert, die frühestens um 14 Uhr beginnt.

  • 12:51 Uhr - Bilder von der Verhaftung des CONCACAF-Präsidenten Jack Warner (Kaution mittlerweile gestellt) tauchen im Netz auf:


  • 12:43 Uhr - Details der Anklage-Schrift gegen die 14 Beschuldigten liegen vor. Für vier Fußball-Turniere sollen demnach 110 Mio. Dollar an Schmiergeldern ausgegeben worden sein. >> Zum Nachlesen

  • 12:16 Uhr - Blatter abgetaucht: Während die Ermittlungen ausgeweitet werden, lässt Blatter am Donnerstag Termine platzen. Um 17 Uhr soll zumindest laut Plan der FIFA-Kongress eröffnet werden.

  • 11:55 Uhr - Niederländische Zeitung reagiert: "Nederlands Dagblad" setzt sein Zeichen und boykottiert alle Anzeigen von FIFA-Sponsoren. Chefredakteur Sjirk Kuijper fordert die Firmen damit auf, ihre Macht einzuseten, die Korruption in der FIFA zu beenden.

  • 11:50 Uhr - US-Justiz beantragt Auslieferung: Das argentinische Außenministerium in Buenos Aires bestätigt, dass die US-Behörden die Festnahme sowie die Auslieferung der drei argentinischen Unternehmer Alejandro Burzaco, Hugo Jinkis und Mariano Jinkis beantragt haben. Alle drei sind im Sport-Marketing tätig.

  • 11:37 Uhr - Krisensitzung der FIFA: Gemäß Berichten der "dpa" steigt hiner den Kulissen die Hektik. Aktuell soll eine Krisensitzung mit allen sechs Konföderationen laufen. Dabei soll es ausschließlich um die Situation vor dem FIFA-Kongress gehen.


  • Mittwoch, 23:56 Uhr - Lumper stärkt Windtner den Rücken: Vorarlbergs Landesverbands-Präsident Horst Lumper erklärt die Anschuldigungen gegen ÖFB-Boss Windtner, dass dieser 100.000 Dollar von Blatter für ein Hilfsprojekt erhalten hat, für nicht gehaltvoll. >> Zum LAOLA1-Interivew 

  • Mittwoch, 23:48 Uhr - Jack Warner stellt sich: Der ehemalige FIFA-Vizepräsident stellt sich nach den Korruptionsvorwürfen aus den USA der Polizei. Laut der Zeitung "Trinidad Express" ist der 72-Jährige aus Trinidad und Tobago mittlerweile wieder auf freiem Fuß, nachdem er eine Kaution in Höhe von 2,5 Millionen Dollar zahlte. Zudem musste er seinen Pass abgeben.

  • Mittwoch, 20:12 Uhr - FIFA suspendiert elf Funktionäre: Die Ethik-Komission des Weltverbandes sperrt elf Funktionäre von allen Fußball-Aktivitäten. Dabei handelt es sich neben Vize-Präsident Jeffrey Webb um Eduardo Li, Julio Rocha, Costas Takkas, Jack Warner, Eugenio Figueredo, Rafael Esquivel, Jose Maria Marin, Nicolas Leoz, Chuck Blazer und Daryll Warner.

 

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