Sponsoren fordern Rückritt von FIFA-Präsident Blatter

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Die letzten Monate als FIFA-Präsident will sich Joseph Blatter auch von hochkarätigen Sponsoren des Fußball-Weltverbandes nicht nehmen lassen.

Er reagierte auf die Rücktrittsforderungen durch die US-Konzerne Coca-Cola und McDonald's so, wie er es auch nach Bekanntwerden des Strafverfahrens gegen seine Person getan hatte: Er beharrt auf seinem Amt, bis am 26. Februar 2016 Neuwahlen stattfinden.

In einem Statement seiner Anwälte hieß es am Freitagabend, dass Blatter respektvoll der Position von Coca-Cola widerspreche.

Wenn er nun sein Büro räumen würde, wäre das nicht zum besten Wohle der FIFA und es würde auch nicht den Reformprozess voranbringen, glaube er. Sollte heißen: Er werde nicht zurücktreten.

US-Konzerne erhöhen den Druck

Allerdings handelt es sich bei Coca-Cola um einen "der ältesten Partner der FIFA". Seit 1950 sei Coca-Cola bei jeder WM mit Stadionwerbung vertreten, schreibt die FIFA selbst auf ihrer Homepage.

Seit 1978 ist Coca-Cola offizieller WM-Sponsor. Der Vertrag wurde vor zehn Jahren verlängert und gilt bis 2022. Das Ranking der Nationen heißt im offiziellen Jargon FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste.

McDonald's war bei der WM im Sommer 2014 in Brasilien zum sechsten Mal als Sponsor dabei. Zum ersten Mal engagierte sich das Unternehmen bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA.

2018 bei der WM in Russland und 2022 bei der WM in Katar - die Vergabe an beide Länder wird von Schweizer Behörden auch untersucht - wird McDonald's wieder als Sponsor vertreten sein.

"Mit jedem Tag wird Bild der FIFA weiter befleckt"

"Mit jedem Tag, der vergeht, werden das Bild und der Ruf von der FIFA weiter befleckt", hieß es nun unter anderem von Coca-Cola.

McDonald's erklärte: "Wir glauben, dass es im Interesse des Spiels wäre, wenn FIFA-Präsident Sepp Blatter sofort zurücktreten würde, so dass der Reformprozess mit der Glaubhaftigkeit geführt werden kann, die notwendig ist."

Nachdem monatelang Blatter nicht Teil eines Strafverfahrens in dem schwersten Korruptionsskandal, den die FIFA je erschütterte, gewesen war, hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft Ende vergangener Woche mitgeteilt, dass gegen den 79-jährigen Schweizer ein Strafverfahren eröffnet wurde.

Der Verdacht. Ungetreue Geschäftsbesorgung sowie - eventualiter - Veruntreuung.

Einige Vorwürfe gegen Blatter

Daraufhin hatte Blatter, seit 17 Jahren Herrscher der FIFA, klargemacht, dass er keinesfalls früher als zum 26. Februar sein Amt niederlegen will.

Am Montag hatte er vor FIFA-Mitarbeitern betont, "nichts Illegales und Unangemessenes getan zu haben und dass er Präsident der FIFA bleiben werde".

In dem Verfahren gegen ihn geht es auch um einen früheren Deal mit dem UEFA-Präsidenten Michel Platini. Im Februar 2011 soll Blatter eine "treuwidrige Zahlung" von zwei Millionen Schweizer Franken Platini geleistet haben - für geleistete Dienste zwischen Jänner 1999 und Juni 2002.

Zudem bestehe laut Schweizer Behörden der Verdacht, dass Blatter im September 2005 mit der Karibischen Fußball-Union und deren Präsident Jack Warner einen für die FIFA ungünstigen Vertrag abgeschlossen habe.

Adidas sieht es anders

Im Gegensatz zu vier anderen Top-Sponsoren fordert Adidas keinen sofortigen Rücktritt von FIFA-Präsident Joseph Blatter.

"Wie in der Vergangenheit mehrfach betont, müssen bei der FIFA im Sinne des Fußballs grundlegende Veränderungen durchgeführt werden. Daher muss der eingeleitete Reformprozess transparent und zügig fortgesetzt werden", sagte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen am Samstag.

Einen unmittelbaren Abschied Blatters aus dem Amt hält der deutsche Sportartikelhersteller offenbar nicht für zielfördernd. Am Freitagabend hatten die US-Unternehmen Coca-Cola, Mc Donald's, VISA und Anheuser-Busch den Chef des Fußball-Weltverbandes explizit aufgefordert, sein Amt sofort und nicht erst beim außerordentlichen FIFA-Kongress am 26. Februar niederzulegen.

"Und angesichts der Ereignisse der letzten Woche, ist es klar, dass es im Interesse der FIFA und des Sports am besten wäre, wenn Sepp Blatter sofort zurücktritt", hieß es einem VISA-Statement.

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