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Reaktionen zur Torlinientechnologie

Endlich Hilfe bei haarigen Entscheidungen: Schiedsrichter auf aller Welt freuen sich auf die neue Technik im Tor. Das kameragestützte Hawk-Eye oder Goalref-System mit Magnetfeld im Tor und Spule im Ball soll die Unparteiischen bei der wichtigsten aller Entscheidungen im Fußball aus dem Schussfeld nehmen.

Offen ist freilich noch, wie die technische Umsetzung in den Ligen erfolgen soll. Auch Österreichs Bundesliga will vorerst abwarten, wie sich die neuen Systeme im Ernstfall bewähren.

In Österreich vorerst "unrealisitsch"

"Es ist mit Sicherheit ein vernünftiger Schritt in die richtige Richtung, um strittige Situationen eindeutig festlegen zu können. Angesichts der derzeit noch sehr hohen Kosten sehe ich eine zeitnahe Umsetzung in Österreich in den Profi-Ligen aber unrealistisch", erklärt ÖFB-Präsident Leo Windtner.

Es mache daher Sinn, die Neuerungen erst einmal im Rahmen großer Turniere zu testen und weitere Erfahrungen zu sammeln. Mit der Torlinientechnologie soll es für den Windtner dann aber auch getan sein: "Weitergehende technische Entscheidungshilfen für Schiedsrichterentscheidungen sind aus meiner Sicht klar abzulehnen.“

Bundesliga Präsident Hans Rinner steht der Revolution ebenfalls sehr positiv gegenüber, man müsse aber Erfahrungsberichte abwarten. "Die Bundesliga wir nun mit Klubvertretern, dem ÖFB und den Schiedsrichtern das Thema bearbeiten und eine gemeinsame Entscheidung über die weitere Vorgangsweise fällen", so Rinner.

Schiedsrichter sind zufrieden

Am Donnerstagabend hatte das FIFA-Regelkomitee IFAB beschlossen, bei der Frage Tor oder kein Tor künftig diese beiden technischen Hilfsmittel zuzulassen. Sie sollen dem Refereee anzeigen, ob der Ball die Torlinie überschritten hat oder nicht.

Auf FIFA-Ebene sollen die neuen Systeme vorerst nur bei der Klub-WM im Dezember in Japan, dem Confederations Cup 2013 und der WM 2014 in Brasilien eingesetzt werden. Dort soll die Technik auf Herz und Nieren geprüft werden.

"Es ist zufriedenstellend, dass dieser Schritt gesetzt wurde. Die Schiedsrichter werden auch nicht in ihrer Ehre beeinträchtigt sein. Es geht schließlich um das wichtigste im Spiel, nämlich der Entscheidung Tor ja oder nein", sagte Johann Hantschk, Vorsitzender der österreichischen Schiedsrichter-Kommission. Die Entscheidung der FIFA habe Druck und Belastung von den Referees genommen.

Frage der Finanzierung

Dennoch gibt sich auch Hantschk keinen Illusionen hin. Rund 300.000 Euro kostet die Installation eines derartigen Systems. Unklar ist, wer für die Kosten in einem Liga-Betrieb aufkommen muss.

Große Ligen wie die englische Premier League oder die deutsche Bundesliga hätten ungleich mehr (finanzielle) Mittel, um die neuen technischen Möglichkeiten zu nutzen.

"In den großen Ligen wird dies seit langem befürwortet. Sie werden die Umsetzung deshalb rasch angehen, was die Finanzierung betrifft", vermutete Liga-Vorstand Georg Pangl. Grundsätzlich stehe man der Thematik aber auch vonseiten der Bundesliga positiv gegenüber.

Mit den Klubs soll deshalb auch das Gespräch gesucht werden. "Zu klären gilt vor allem, wie die Finanzierungsfrage zu klären ist. Welche Anteile zum Beispiel der Klub, die Liga oder der Stadionbetreiber übernimmt", betonte Pangl.

Österreichs Schiedsrichter müssen damit wohl noch etwas länger auf den technischen Assistenten warten. Für Hantschk vorerst kein Problem: "Wir können auch mit dem Ist-Zustand leben."

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