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Lokalaugenschein in Katar: Der Sklaverei auf der Spur

Rund zwei Hundert Meter vor einer Absperrwand halten wir.

Der Abstand genügt jedoch, dass uns ein Security argwöhnisch mustert.

Sein Blick und die dahinter liegende Mauer genügen, um uns klar zu machen: Wir sind hier unerwünscht! Hier gibt es nichts zu sehen.

Das Offensichtliche ist jedoch nicht zu verbergen. Denn die Absperrungen werden bis weithin sichtbar von der Fassade des Khalifa International Stadiums überragt. Eines jener Stadien, das als Schauplatz der FIFA-WM 2022 (Maroh: "In Katar fehlt die Atmosphäre") dienen soll.  Im Moment wird es gerade auf 62.000 Sitzplätze ausgebaut.

Also genau jener Ort, an dem laut unzähligen Medienberichten „moderne Sklaverei“ vor sich geht. An dem Gastarbeiter aus vorwiegend südostasiatischen Ländern ausgebeutet werden und viele von ihnen ihr Leben lassen.

Der Internationale Gewerkschaftsbund spekuliert, dass bis zum Anstoß des WM-Eröffnungsspiels 4.000 Menschen auf den WM-Baustellen ihr Leben lassen werden. Etwas, das den britischen Comedian John Oliver etwa dazu brachte, das Turnier als tödlichstes Bauprojekt im Nahen Osten seit den Pyramiden zu bezeichnen.

LAOLA1 ging den Umständen in Katar genauer nach.

Suche nach Antworten

Das Khalifa International Stadium aus etwas Entfernung fotografiert

Die Berichte über „Katars WM-Sklaven“ (The Guardian“) und den Aufschrei von Amnesty International haben Wirkung gezeigt. Im Mai 2014 erklärte Katars Innenministerium, dass das umstrittene Kafala-System abgeschafft werde. Selbst der Monarch, Emir Tamim bin Hamad al Thani, erklärte im Herbst via TV, dass die Arbeitsbedingungen „nicht akzeptabel“ seien.

Doch führten diese Lippenbekenntnisse tatsächlich zu etwas? Auf den ersten Blick führten sie zumindest zu dieser Mauer, vor der wir stehen. Sie vermeidet, dass jedermann sehen kann, was sich auf der Baustelle tatsächlich abspielt.

Von Menschen, die oftmals ohne Zugang zu Wasser oder Nahrung bis zur Erschöpfung arbeiten und unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen, wurde berichtet. Es gebe Fälle, in denen Arbeiter bis zu zehn Monate kein Gehalt bekommen haben, aber weder ausreisen, noch ihren Job wechseln dürfen. Leute, die von Menschenschleppern unter Vorspiegelung falscher Versprechen nach Katar gebracht wurden.

Ist dem tatsächlich so?

Eine Frage, deren Antwort sich nicht am Fuße einer Baustellen-Absperrung finden lässt.

Standortwechsel

Ar-Rayyan am südwestlichen Rand Dohas.

Über mehrere Quadratkilometer erstreckt sich eine sogenannte „Industrial Area“. Ein Gebiet, in dem ein Teil der 1,8 Mio. Gastarbeiter , die rund 85 Prozent der Gesamtbevölkerung Katars (nur jeder Siebte ist Inländer!) ausmachen, lebt.

Der Kalender zeigt Freitag, was für die Bauarbeiter der einzige freie Tag der Woche ist. Ein Tipp eines Einheimischen führt uns zu einem Cricketstadion. Angeblich ein beliebter Treffpunkt der größten Teils aus Südostasien stammenden Arbeitsmigranten und für viele die einzige Abwechslung im vom Entbehrungen geprägten Arbeitsalltag.

Wir haben jedoch Pech. Heute werde nicht gespielt, gibt uns ein Security mit Händen und Füßen zu verstehen. Allerdings fällt es nicht schwer, Bauarbeiter aufzuspüren. Die kleine Mall anbei ist voll von ihnen. In weißen Plastik-Säcken tragen sie ihre Wochen-Nahrung vom Billig-Supermarkt nach Hause. Wir folgen der Karawane. Entlang der Straße und über ein Geröllfeld hinweg geht es mitten ins Herz der Riesenansiedlung.

Authentizität statt Futuristik

Kein Glanz mehr: Im Herzen einer Industrial Area von Ar-Rayyan

Es gibt keine asphaltierte Straße. Nur einen breiten Sandweg, der an vielen Stellen aufgegraben wird. Einstöckige Häuser, die vielfach nur als Baracken zu bezeichnen sind, wechseln sich mit großen Industrie-Hallen ab, vor denen unzählige japanische Kleintransporter stehen.

Immer wieder wirbeln vorbeifahrende Busse Staub auf. Wir kennen die Busse. Es sind jene, die die Arbeiter zu den Baustellen bringen und wieder abholen. Heute sind die meisten von ihnen aber leer.

Viele der Fassaden sind heruntergekommen. Schutt und Abfälle liegen herum. Es ist kein schöner Anblick. Dass der Stadtteil Westbay, der mit seinen futuristischen Wolkenkratzern die Postkarten-Skyline Dohas bildet, nur rund 40 Auto-Minuten entfernt ist, erscheint surreal.

Doch auch wenn Al-Rayyan alles andere als sauber ist, wirkt es zumindest natürlich gewachsen. Egal ob die zum Trocknen aufgehängte Wäsche oder die im Schatten sitzenden Männer – sie alle versprühen diese Authentizität, die in der recht künstlich wirkenden City Dohas nur schwer ausmachbar ist. Kein Wunder, denn wo heute Riesen aus Glas, Stahl und Beton stehen, war vor 20 Jahren noch Wüste.

Neues Land, neuer Name

Faisal (l.) im Gespräch mit LAOLA1

Einer jener Männer im Schatten heißt Faisal. Nicht immer habe er so geheißen. „Als ich von den Philippinen hierhergekommen bin, bin ich zum Islam konvertiert und habe meinen ursprünglichen Namen, Hernane, niedergelegt“, erklärt er in überdurchschnittlich gutem Englisch.

Als Mechaniker verdiene er rund 1.600 Riyal (rund 400 Euro) pro Monat. Recht glücklich sei er darüber nicht, aber ändern könne er es ja ohnehin nicht. Lächelnd zuckt er mit den Schultern. Bezahlt werde er nicht nach Arbeitspensum, sondern auf Basis seiner Nationalität. „Ich bekomme das Mindestgehalt für Philippinos.“ Ich als Europäer würde für die gleiche geleistete Arbeit seiner Schätzung nach das Vier- bis Sechsfache verdienen, rechnet mir Faisal vor. „Aber du würdest ohnehin im Management eingesetzt werden“, ist er sich sicher.

Doch ist Faisal nun einer dieser modernen Sklaven? Nein, ist er nicht. Er hat seinen Pass und kann in seine Heimat zurück, wann er will. Doch das will er nicht. Zumindest vorerst nicht. Zwar muss er sich in Katar aufgrund der sehr hohen Lebenserhaltungskosten ein Zimmer mit vier anderen teilen, dennoch hat er hier etwas, was er daheim nicht hätte – und zwar Arbeit.

Faisal ist aus freien Stücken hier. Weil er in Katar eine Verdienstmöglichkeit findet, die es ihm erlaubt, jedes Monat einen kleinen Betrag nach Hause zu schicken.

Die Wurzel des Problems

Er regiert Katar: Emir Tamim bin Hamad Al Thani

Das im Englischen als Kafala-Sponsorship bezeichnete System sieht vor, dass ein Einheimischer für einen Migranten während dessen Zeit in Katar bürgt. Dieser Sponsor oder Kafil muss über den Aufenthaltsort des Ausländers Bescheid wissen und dessen Einreiseformalitäten abwickeln.

In Katar treten häufig Firmen, die laut Gesetz einen katarischen Mehrheitsinhaber (mindestens 51 Prozent) haben müssen, als Sponsoren auf. In der Regel unterschreiben die Arbeitnehmer einen Vertrag über eine Dauer zwischen zwei bis fünf Jahren und müssen während dieser Zeit ihren Pass dem Arbeitgeber abtreten.

Rechtlich gesehen befinden sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf einer schiefen Ebene, was Missbrauch Tür und Tor öffnet. Am schlimmsten davon betroffen sind laut Berichten von Amnesty International vor allem Haushaltsbedienstete. Sexuelle Übergriffe oder physische Gewalt seien dort keine Seltenheit. Oftmals herrsche sogar ein sklavenartiges Abhängigkeitsverhältnis. Wie in anderen Branchen auch, gibt es praktisch keine Möglichkeit, sich gegen schlechte Bedingungen, wie etwa Verlängerung der Arbeitszeiten oder Lohnkürzungen, zu wehren.

Ein Aufbegehren oder gar Anzeigen gibt es in den seltensten Fällen, da der Kafil jederzeit die Ausweisung des Bediensteten veranlassen kann. Ohne Alternative bleibt vielen oft nur die Flucht, was dazu führt, dass sie von ihrem Sponsor als „entlaufen“ gemeldet werden. Dann lebt der Migrant als Illegaler in Katar, wodurch er jederzeit verhaftet werden kann.

Taxi statt Stretch-Limo

Es begegnen uns weitere dieser Faisals, Mussas, Sudesshs und wie sie alle heißen. Ihre Geschichten ähneln einander, sind für sich gesehen, jede aber ganz speziell. Was sie jedoch fast alle eint: Sie alle wollen wieder zurück in ihre Heimat.

„Katar ist kein Land und wird in 100 Jahren keines sein. Es ist einfach nur ein Platz, an dem sehr viele reiche Menschen leben“, bezieht sich Ismail auf die diskriminierende Zweiklassen-Gesellschaft im Wüstenemirat. Der Marokkaner steuert eines der schier unzähligen türkisen Taxis in Doha. Seinen Reisepass hat die Firma, für die er arbeitet.

Er muss mit knapp 500 Euro pro Monat das Auskommen finden. Ein schwieriges Unterfangen in einer Stadt, in der die Lebenserhaltungskosten höher als in Österreich sind. Seine Migration nach Katar habe er aber unter komplett anderen Erwartungen angetreten.

„Eine Frau, die einem Freund Job, Visum und Flug nach Saudi Arabien besorgte, habe ich gefragt, ob sie mir auch so  etwas vermitteln kann“, schildert der rund 30-Jährige. Nach ein paar Monaten habe sie ihm eine Stelle als Stretch-Limousinen-Chauffeur in Doha angeboten. Für 1.500 Euro im Monat würde er VIPs durch die Stadt kutschieren, habe sie ihm versprochen. „Ich musste ihr dafür 4.000 Euro im Voraus bezahlen“, so Ismail. In Katar angekommen musste er jedoch feststellen, dass er gehörig über den Tisch gezogen worden war. Kein Strechlimo, keine VIPs – nur Taxi und Passagiere wie uns.

Ismail ist hierbei kein Einzelfall. Mehr oder weniger fragwürdige Agenturen verfrachten Arbeitskräfte aus der halben Welt in die Wüste. Die Vorspiegelung falscher Tatsachen oder zumindest das Verheimlichen der immensen Lebenserhaltungskosten ist keine Seltenheit. Von Menschenschlepperei ist die Rede.

Schauer-Geschichten, die sich bewahrheiten

Wir wollen von Ismail wissen, was es mit der Ausbeutung der Bauarbeiter auf sich habe. Er bestätigt die Geschichten, wonach diese manchmal sogar zu zehnt in einem Zimmer schlafen und bis zum Tod  arbeiten. „Im Sommer, wenn es an die 50 Grad hat, fallen viele von ihnen einfach tot um. Das ist Katar!“, meint er vollkommen gefasst. Herzinfarkte bei jungen, gesunden Männern sind dem Vernehmen nach eine häufige Folge der Überanstrengung.

Bei ausbleibenden Gehältern bleibt vielen nichts anderes übrig, als sich monatelang alles von Freunden auszuborgen. Es wirkt, als herrsche zumindest unter den Arbeitern eine gewisse Solidarität.

Doch nicht alle Firmen seien schlecht. „Es gibt auch gute. Gerade bei großen Firmen wie UCC oder Al Jaber hast du Glück. Am schlimmsten sind die kleinen. Oft kein Gehalt und ganz schlechte Arbeitsbedingungen“, weiß Ismail. In der Baubranche sei es aber gang und gebe, die Pässe der Arbeiter einzubehalten. Etwas, das durch das Kafala-System vorgeschrieben wird.

Die Furcht vor dem Vergessen

Katars Arbeitsminister Abdullah Saleh Al Khulaifi kündigte bereits öffentlich an, dass das Kafala-System reformiert werde.

„Das begrüßen wir, allerdings wurde kein zeitlicher Rahmen für die Umsetzung des Vorhabens gemacht“, glaubt der Amnesty-Mann erst daran, wenn tatsächlich etwas geschieht. Aus seiner Sicht unverständlich, schließlich biete sich für Katar damit die große Gelegenheit, um international aufzuzeigen und in Sachen Arbeitsrecht eine regionale Führungsposition einzunehmen.

Doch die Uhr tickt.

Ob die nahende Fußball-WM die Situation verbessert, wisse Quadri nicht. „Wir hoffen es. Aber wir befürchten, wenn sich die Dinge jetzt nicht dramatisch ändern, dann werden sich 2022 die Menschen nicht erinnern, dass diese WM auf dem Rücken von ausgebeuteten Arbeitsmigranten stattfindet.“

Dann hätte jene Mauer, die heute den Einblick auf die Stadion-Baustelle versperrt, ihren Zweck erfüllt.

 

Reinhold Pühringer

Schutz vor Überfremdung?

Auch wenn das Kafala-System aus der Sicht eines europäisch sozialisierten Menschen vollkommen befremdend wirkt, hat es zumindest in gewisser Hinsicht doch eine Sinnhaftigkeit. Denn in einem Land, deren Bevölkerung zu fast 90 Prozent aus Migranten besteht, ist es für den Staat praktisch unmöglich, den enormen Gastarbeiter-Strom zu kontrollieren und abzuwickeln, weshalb diese Aufgabe über das Kafala-System an die Bevölkerung abgetreten wird.

Das kaum vorhandene Arbeitsrecht und die damit einhergehenden Folgen rechtfertigt dies freilich in keiner Weise. Einheimische begründen die asymmetrische Gesetzgebung aufgrund der zahlenmäßigen Unterlegenheit gerne als Schutz vor Überfremdung.

Porr baut in Doha einen Teil der U-Bahn

Abgesehen der nicht verhallenden Korruptions-Vorwürfe rund um die Vergabe des WM-Turniers wird die FIFA immer wieder in die Pflicht genommen, Druck auf die Führung Katars auszuüben, damit sich die sozialen Zustände im Emirat bessern. Leithammel Sepp Blatter stahl sich bislang aber recht erfolgreich aus der Verantwortung, stattdessen verwies er lieber auf die Firmen, die in Katar tätig sind. Dabei vergaß der Schweizer nicht zu betonen, dass auch europäische Unternehmen dort engagiert sind.

Wie eine kurze Recherche ergibt, sind sogar österreichische darunter. Die Baufirma Porr hat bei der Errichtung eines U-Bahn-Netzes in Doha als Teil eines Joint Ventures einen milliardenschweren Auftrag an Land gezogen. Bis Ende 2018 soll die „Green Line“ im Zuge einer großen Infrastruktur-Offensive fertig gestellt sein.

Gemäß Unternehmens-Informationen sind 450 Porr-Mitarbeiter, davon 350 Ingenieure, in Katar engagiert. An den Baustellen sind derzeit 1.400 Arbeitskräfte beschäftigt. In den nächsten Jahren soll die Zahl auf 3.000 aufgestockt werden. Wie auf anderen Baustellen in Doha kommen diese vorwiegend aus Ländern wie Nepal, Bangladesch oder den Philippinen. „Insgesamt aus 26 Nationen“, konkretisiert Porr-Generaldirektor Karl-Heinz Strauss gegenüber LAOLA1.

Gemeinsam mit anderen Firmen habe man sich zudem um den Bau eines WM-Stadions beworben.

Einen (gequetschten) Daumen hoch

Stellt sich die Frage, wie verfährt eine Firma aus einem Land wie Österreich, in dem die Sozialpartnerschaft über Jahrzehnte gehegt und gepflegt wird, mit den sozialen Rahmenbedingungen in Katar.

Strauss zeichnet erwartungsgemäß ein sehr positives Bild: „In rund neun Millionen Arbeitsstunden hatten wir nur einen Arbeitsunfall – und das war ein gequetschter Finger.“ Keine Spur also von den allerorts berichteten Toten. Wie diese Meldungen zustande kommen, könne er sich ohnehin nicht erklären.

Den Ausführungen des Baumanagers folgend seien die Standards bei öffentlichen Aufträgen in Katar sogar höher als jene in Österreich.

Für regelmäßiger Lohn, ausreichend Pausen sowie Verpflegung werde auf den Porr-Baustellen gesorgt. Die für die Angestellten errichteten Labor Camps beherbergen laut Strauss unter anderem Bet-Räume für die diversen Glaubensrichtungen, eine Vielzahl an sportlichen Betätigungsmöglichkeiten, gepflegte Sanitärräume sowie Küchen, in denen Speisen aus den unterschiedlichen Herkunftsregionen zubereitet werden.

Nicht nur eine Frage von sauberen Betten

Alles wunderbar, oder? Da die Strauss’schen Erzählungen jedoch nicht so recht zu unseren in Katar gemachten Erfahrungen passen und wir Angaben vor Ort nicht nachprüfen konnten, weil Porr einen vereinbarten Interview-Termin in Doha platzen ließ, fragen wir bei Amnesty International nach, ob die Firmen-Informationen nun schön oder doch nur geschönt sind.

„Auch wenn es sich bei dem gequetschten Finger bei neun Millionen Arbeitsstunden um eine bemerkenswerte Statistik handelt, lässt sich ohne unabhängige Untersuchung keine stichfeste Aussage über die von Porr geschaffenen Bedingungen machen“, merkt Mustafa Qadri, Katar-Spezialist bei Amnesty International, an.

Dass viele Großfirmen gut mit ihren eigenen Mitarbeitern umgehen, ist für ihn nicht neu. „Die Situation für die Arbeiter aus den Supply-Companies, mit denen sie zusammenarbeiten, um auf die nötige Manpower zu kommen, ist aber oftmals eine ganz andere“, relativiert Qadri, der mit über 200 betroffenen Menschen gesprochen hat. Die Großfirmen sehen das nicht mehr als ihren Verantwortungsbereich an, verschließen die Augen vor Missständen.

In Bezug auf die Qualität von Labor Camps hat Qadri unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Viele passen nicht zu den Fotos von Porr, die wir ihm vorlegen (siehe einen Absatz darüber). „In etlichen gibt es keinen Strom, kein sauberes Wasser, stark verschmutzte Bäder, Küchen mit viel Ungeziefer und Zimmer, in denen bis zu 15 Menschen leben.“

Über Sein und Schein der Porr-Unterlagen will Qadri gar nicht näher eingehen. Qadri erwartet von den Unternehmen, auch an anderer Front Verantwortung zu übernehmen.

„Zu sagen, dass wahrscheinlich die Betten sauber sind und es keine Probleme gibt, ist zu wenig. Denn davon abgesehen, gibt es mit dem Kafala-System ein Thema, das alle Arbeiter betrifft. Die Dinge, die wir verlangen, sind Grundrechte, die niemand verwehren darf und die deshalb auch keine Gefahr für die Stabilität der katarischen Gesellschaft darstellen.“ Im Gegenteil würde sie seiner Ansicht nach sogar profitieren, da viele Arbeitsmigranten aufgrund der bekannten Ausbeutung lieber in anderen Ländern ihr Glück versuchen.

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