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Fehler bei Hillsborough-Katastrophe aufgedeckt

Ein neuer Bericht zur Hillsborough-Tragödie hat schwere Fehler der Polizei- und Rettungskräfte sowie falsche Schuldzuweisungen festgestellt.

Polizei und Retter hätten bei der Massenpanik in dem Fußball-Stadion in Sheffield mit 96 Toten am 15. April 1989 nicht schnell genug reagiert.

Später hätten sie versucht, die Verantwortung auf die Opfer zu schieben, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung.

Der britische Premierminister David Cameron entschuldigte sich im Namen der Regierung für die Fehler.

450.000 Dokumente untersucht

Bei der Panik beim Cup-Match zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest waren 96 Fans ums Leben gekommen. Hunderte wurden verletzt.

Wenn die Einsatzkräfte schneller gehandelt hätten, hätten mindestens 41 der Opfer überleben können. Dies wird in dem neuen Bericht betont, der von einer unabhängigen Kommission vorgelegt wurde.

Sie hatte über 18 Monate rund 450.000 Dokumente durchgesehen, die von der Regierung freigegeben worden waren. Festgestellt wurde auch, dass die Polizei aus Berichten Passagen entfernt hatte, die sie in negativem Licht darstellten.

Schande für Großbritannien

Cameron erklärte, es sei eine Schande für Großbritannien, dass es mehr als 20 Jahre gedauert habe, um die Fehler offenzulegen, die zu der Katastrophe beigetragen hätten.

Die Angehörigen hätten in den vergangenen Jahren doppelt gelitten: Einmal durch den Tod geliebter Menschen, und dann dadurch, dass diesen fälschlicherweise eine Mitschuld gegeben worden sei.

Liverpool-Spieler bei Schweigeminute für die Opfer am 23. Jahrestag

Jetzt könnte es eine neue gerichtliche Untersuchung geben. Bisher wurden wegen des Unglücks nie Anklagen gegen Einzelpersonen oder Organisationen erhoben.

Betrunkene Fans als Sündenbock

Nach dem Unglück waren die Fans von der Polizei und Medien als betrunken und aggressiv hingestellt worden.

Neue Untersuchungen belegen, dass ein Großteil der Opfer keinesfalls zu viel Alkohol im Blut hatte.

Zu den Ursachen des schwersten Unglücks der britischen Fußball-Geschichte wird seit langem neben polizeilichen Fehlern auch die damals übliche Stadion-Architektur mit hohen Gitterzäunen gezählt.

Zudem hatte die Polizei zu viele Menschen in den Block der Liverpool-Fans gelassen. Die meisten Opfer wurden in dem völligen überfüllten Stehplatzbereich zu Tode gedrückt oder erstickten.

"Ein Durchbruch geschafft"

Vertreter der Angehörigen reagierten am Mittwoch positiv auf den Bericht und die Entschuldigung des Premiers.

"Wir sind der Meinung, dass ein Durchbruch geschafft wurde", sagte Trevor Hicks von der Organisation Hillsborough Justice Campaign.

"Die Wahrheit ist ans Licht gekommen, morgen folgt die Gerechtigkeit."

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