Michael Garcia wirft das Handtuch

Aufmacherbild

Der frühere US-Staatsanwalt Michael Garcia und der Münchner Richter Hans-Joachim Eckert sollten der Aufklärungsarbeit der FIFA im Skandal um die WM-Vergaben Glaubwürdigkeit verleihen. Nach heftigem Streit um seinen Untersuchungsbericht ist Garcia nun zurückgetreten.

 

Eine Chronologie seiner Arbeit:

21. Oktober 2011: Nach heftigen Vorwürfen von Korruption und politischer Einflussnahme bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 nach Russland und Katar setzt die FIFA auf die Hilfe externer Experten und gründet diverse Arbeitsgruppen. Auch die Ethikkommission wird in zwei Kammern unterteilt.

17. Juli 2012: Der frühere US-Staatsanwalt Michael Garcia wird zum Vorsitzenden der FIFA-Ethikkommission ernannt, der Münchner Richter Hans-Joachim Eckert steht der rechtsprechenden Kammer vor.

1. Juni 2014: Ein Bericht der britischen Zeitung "Sunday Times" erhärtet den Korruptionsverdacht im Zusammenhang mit der WM-Vergabe an Katar. Demnach soll der ehemalige katarische Spitzenfunktionär Mohammed bin Hammam fünf Millionen Dollar an Offizielle gezahlt haben, um sich deren Unterstützung für Katars Bewerbung zu sichern.

5. September 2014: Chefermittler Michael Garcia legt seinen Untersuchungsbericht bei der FIFA vor.

24. September 2014: Garcia spricht sich dafür aus, den Bericht zu veröffentlichen.

17. Oktober 2014: Der Bericht wird nach einer Entscheidung der FIFA nicht komplett veröffentlicht. "(Dies) würde die FIFA-Ethikkommission sowie die FIFA insgesamt in eine äußerst schwierige rechtliche Situation bringen", sagt Richter Eckert.

13. November 2014: Eckert legt als Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer seinen 42 Seiten umfassenden Abschlussbericht vor. Russland und Katar werden darin keine gravierenden Verstöße bei ihren Bewerbungen nachgewiesen. Garcia legt am selben Tag Einspruch ein.

18. November 2014: FIFA-Präsident Blatter stellt in der Schweiz Strafanzeige gegen "Einzelpersonen" wegen des Skandals um die WM-Vergaben.

20. November 2014: Nach einem Treffen zwischen Garcia und Eckert wird FIFA-Kontrolleur Domenico Scala beauftragt, den Garcia-Bericht erneut zu prüfen und zu entscheiden, "wie viele dieser Informationen dem FIFA-Exekutivkomitee offengelegt werden sollten".

16. Dezember 2014: Die FIFA weist Garcias Einspruch gegen den Eckert-Bericht aus formalen Gründen als "unzulässig" zurück. Auch die Beschwerden von zwei Informantinnen gegen das Vorgehen der FIFA erklärt der Weltverband für haltlos.

17. Dezember 2014: Garcia erklärt seinen Rücktritt.

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen