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Blatter sieht keinen Grund für Rücktritt

FIFA-Präsident Joseph Blatter hat sich für seine Aussagen zum Rassismus im Fußball entschuldigt, einen Rücktritt aber ausgeschlossen.

"Ich kann nicht zurücktreten", sagte Blatter am Freitag in einem Interview des britischen Radiosenders BBC.

"Warum sollte ich?" Er wolle sich dem Problem stellen. "Jetzt zu gehen, wäre total unfair und nicht mit meinem Kampfgeist, meinem Charakter und meiner Energie zu vereinbaren", sagte der Präsident des Fußball-Weltverbands.

Der Schweizer entschuldigte sich bei denjenigen, die sich durch seine Aussagen angegriffen gefühlt hätten. Die Forderungen jedoch, er solle sein Amt niederlegen, seien verletzend. Er habe sich eine solche Reaktion nicht vorstellen können.

"Es gibt keinen Rassismus"

In TV-Interviews hatte der 75-Jährige Rassismus auf dem Platz geleugnet. "Das würde ich abstreiten. Es gibt keinen Rassismus", antwortete Blatter auf die Frage, ob es Rassismus auf dem Spielfeld gibt.

Es komme vielleicht vor, dass ein Spieler einem anderen etwas zurufe oder eine Geste mache, die nicht korrekt sei.

"Aber auch jener, der davon betroffen ist, sollte sagen - das ist nur ein Spiel. Wir sind im Spiel, und am Ende des Spiels schütteln wir uns die Hände."

Kritik auch vom Premier

Bereits kurz nach dem Interview hatten Fußballer und Politiker in England Blatter scharf kritisiert.

Der britische Premierminister David Cameron hatte die Äußerungen als "entsetzlich" kritisiert, der Chef der Spielergewerkschaft, Gordon Taylor, hatte den FIFA-Boss zum Rücktritt aufgefordert.

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