Blatter: "Es gibt keinen Rassismus"

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Korruptionsskandale, Bestechungen, Mafia-ähnliche Zustände.

Das Image des Fußball-Weltverbands (FIFA) hat in den letzten Monaten und Jahren arg gelitten, auch und vor allem Präsident Sepp Blatter geriet unter Kritik.

Im Interview mit CNN International nahm der Schweizer, der am 1. Juni für eine vierte Amtszeit als Oberhaupt der FIFA bestätigt wurde, Stellung zu den Vorwürfen gegen den Verband.

In der Sendung "CNN World Sport" sprach der 75-Jährige über die harte Zeit vor der Wahl, Zeitmanagement-Probleme der Verantwortlichen für die WM 2014 in Brasilien und einen möglichen Rassismus-Skandal in der Premier League.

Frage: War die letzte zugleich die härteste Amtsperiode in der FIFA-Geschichte?

Sepp Blatter: Für die FIFA war es eine sehr harte Zeit. Diese Zeit hat mir und uns die nötige Energie gegeben, um die nötige Glaubwürdigkeit zurückzubringen. Nicht für das Spiel, das immer noch ein hohes Standing hat, vielmehr Glaubwürdigkeit für die FIFA.

Frage: Was war aus Ihrer Sicht der Tiefpunkt?

Blatter: Der Tiefpunkt war für mich die Woche vor der Wahl. Es war die letzte Mai-Woche dieses Jahres. Es war wirklich hart, aber ich hatte diesen Moment, als mir 186 Mitgliedsverbände ihre Stimme gaben. Das gab mir Kraft und Zufriedenheit.

Frage: Was ist das Kernthema der Reform?

Blatter: Am wichtigsten sind Transparenz und eine gute Führung. Hierbei müssen wir der Welt zeigen, dass wir zunächst einmal transparent sein wollen. Dazu müssen wir der Welt zeigen, dass wir all diese Anklagen und Vorwürfe gegen Bestechung und Vorwürfe stoppen wollen.

Frage: Da wir über Transparenz sprechen: Sie haben darüber gesprochen, die Dokumente über die ISL-Affäre veröffentlichen zu wollen. Warum wollen Sie diesen Schritt wagen und was wollen Sie damit erreichen?

Blatter: Es ist gut, einen Schritt nach vorne, in die Zukunft zu vollziehen. Aber es gibt da diesen einen Fall aus der Vergangenheit, den wir noch einmal öffnen wollen, um ihn endgültig zu schließen.

Frage: Kommen wir zur FIFA WM 2014 in Brasilien. Seriöse Quellen berichten davon, dass die FIFA eine Absicht hat, Ricardo Teixeira als Leader der WM-Bewerbung zu entmachten. Was halten Sie davon?

Blatter: Die WM in Brasilien muss einfach ein riesiger Erfolg werden. Es gibt dort einige Probleme auf verschiedenen Ebenen. Es ist das Problem der Erben Lula da Silvas, der Präsidentin Dilma Rousseff. Die staatlichen Garantien müssen per Dekret vom Kongress oder Parlament abgesegnet werden. Das ist bislang nicht geschehen. Und es gibt noch ein weiteres Problem, ein persönliches zwischen der Landespräsidentin und dem Fußballpräsidenten.

Frage: Jerome Valcke ist ob der Infrastruktur besorgt. Er sagte, man sei spät dran und könne keinen Tag mehr verschwenden. Wie besorgt sind Sie?

Blatter: Weniger als er. Es ist seine Pflicht, besorgt zu sein und die Aufmerksamkeit der Veranstalter darauf zu lenken, dass sie in Verzug sind.

Frage: Sie haben bestimmt die Entwicklungen in der Premier League verfolgt, wo einem Spieler vorgeworfen wird, einen anderen auf dem Platz rassistisch beleidigt zu haben. Denken Sie, es gibt Rassismus auf dem Rasen?

Blatter: Das würde ich bestreiten. Es gibt keinen Rassismus. Vielleicht kracht ein Spieler mal mit einem anderen zusammen, sagt ein falsches Wort, oder zeigt eine unangebrachte Geste. Aber selbst dann sollte der Betroffene sagen, dass das ein Spiel ist. Wir spielen ein Spiel und am Ende schütteln wir uns die Hände. Wir haben so hart gegen Rassismus und Diskriminierung gekämpft. Ich denke, die Welt ist sich darüber bewusst, welchen Beitrag wir gegen diese Dinge leisten. Auf dem Feld sagt man mal was nicht ganz Korrektes, aber nach dem Spiel ist das vergessen. Im nächsten kann man sich wieder besser benehmen.

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