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Alaba: "Bin Gott für jede Auszeichnung sehr dankbar"

Die Kür von David Alaba zu Österreichs Fußballer des Jahres wird mittlerweile zur Routine - nicht aber für den Bayern-Star selbst, wie er im Gespräch mit der APA versicherte.

Frage: Welche Bedeutung hat die Auszeichnung als "Fußballer des Jahres" für Sie?

Alaba: "Eine sehr große. Riesiger Dank an alle Trainer, die mich gewählt haben. Es ist natürlich etwas Besonderes für mich, ich freue mich extrem darüber. Ich bin Gott für jede Auszeichnung, die ich entgegennehmen darf, sehr dankbar."

Frage: Wie geht es Ihnen auf dem Weg zu Ihrem Comeback?

Alaba: "Das Knie fühlt sich schon gut an, ich habe keine Probleme. Ich bin voll im Zeitplan und arbeite jeden Tag stundenlang sehr hart mit dem Bayern-Fitnesscoach. Ich kann es gar nicht mehr erwarten, bis ich wieder auf dem Platz stehe, und versuche, noch stärker zurückzukommen. Mein Ziel ist es, 2015 von Beginn an voll anzugreifen. Es sollte sich ausgehen, dass ich im ersten Spiel am 30. Jänner in Wolfsburg dabei bin."

Frage: Inwieweit hat Ihnen die Verletzung auch mental zugesetzt?

Alaba: "Verletzungen sind nie schön, aber ich konnte aus dieser Zeit auch viel lernen und mitnehmen. In so einer Phase merkt man erst richtig, wie sehr man seinen Beruf liebt. Es fehlt mir sehr, auf dem Platz zu stehen. Fußball ist einfach mein Leben."

Frage: Bis zu Ihrer Verletzung am 5. November in der Champions League gegen AS Roma waren Sie bei jedem Bayern-Spiel im Einsatz. Könnte die Blessur auch Folge einer Überbelastung gewesen sein?

Alaba: "Das glaube ich nicht. Es ist mein Anspruch, jedes Spiel zu machen. Außerdem habe ich mich zu diesem Zeitpunkt sehr gut gefühlt, bin aber einfach im Rasen hängen geblieben."

Frage: Zum Zeitpunkt der Verletzung befanden Sie sich in Top-Verfassung - haben Sie Bedenken, dass es noch einige Zeit dauern könnte, bis Sie wieder auf dieses Level kommen?

Alaba: "Nein, überhaupt nicht. Ich denke nur daran, so schnell wie möglich topfit zu werden, wieder zur Mannschaft zu gehören und in so eine Form zu kommen, in der ich zuletzt war."

Frage: Wie sehr schmeichelt Ihnen gerade während der momentanen Zwangspause das regelmäßige Lob von Spielerkollegen und Coach Josep Guardiola?

Alaba: "Es ist schön, so etwas zu hören, und ich bin dafür sehr dankbar. Der Trainer und die Mitspieler sprechen mir jeden Tag Mut zu. Das ist in der derzeitigen Phase sehr wichtig und gibt mir einen zusätzlichen Schub, hart an mir zu arbeiten und noch stärker zurückzukommen."

Frage: Und inwieweit schmeicheln regelmäßige Gerüchte, wonach Real Madrid an Ihnen interessiert sei?

Alaba: "Ich habe diese Gerüchte natürlich mitbekommen, aber mache mir keine Gedanken darüber. Ich habe bei den Bayern noch lange Vertrag (Anm.: bis 2018) und habe hier noch viele Ziele."

Frage: Welche Ziele haben Sie sich für das kommende Jahr gesteckt?

Alaba: "Ich will mit den Bayern so viele Titel wie möglich holen, bisher schaut es ja ganz gut aus. Und mit dem Nationalteam waren wir schon 2014 sehr erfolgreich, 2015 wollen wir die Qualifikation für die EM schaffen."

Frage: Sind Sie manchmal selbst darüber überrascht, wie steil es mit Ihrer Karriere bergauf gegangen ist?

Alaba: "Erst vor ein paar Tagen habe ich mit Freunden darüber gescherzt, dass es Wahnsinn ist, wie schnell alles gehen kann. Es ist noch gar nicht lange her, da bin ich bei der Austria gegen Altach auf der Bank gesessen (Anm.: am 13. April 2008), jetzt bin ich Stammspieler bei Bayern. Dafür bin ich Gott sehr dankbar. Manchmal kann ich das selbst noch gar nicht realisieren. Es gibt Momente, da muss ich mich zwicken, ob das jetzt alles wahr ist."

Frage: Wie groß ist die Gefahr, aufgrund der vielen Erfolge die Bodenhaftung zu verlieren?

Alaba: "Ich habe ein gutes Umfeld. Meine Familie und Freunde halten mich auf dem Boden. Meine Freunde sind noch immer dieselben wie früher, und meine Familie unterstützt mich enorm und versucht mich immer weiterzubringen."

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