60 Dinge über Herbert Prohaska

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Alles Gute, Schneckerl!

Herbert Prohaska feiert am 8. August 2015 seinen 60. Geburtstag.

Austria-Ikone, österreichischer Jahrhundert-Fußballer, als Spieler und Trainer bei Weltmeisterschaften, erfolgreicher Italien-Legionär, TV-Experte…

Der Simmeringer hat dem österreichischen Fußball wie kaum ein anderer den Stempel aufgedrückt.

Anlässlich seines 60. Geburtstags hat LAOLA1 60 Dinge über Prohaska zusammengestellt:

 

1. Prohaska wuchs in Simmering in der Hasenleitengasse 5 auf. Es war eine Zwei-Zimmer-Wohnung ohne Fernseher, Telefon und Warmwasser, dafür mit reichlich Schimmel an den Wänden. Nicht nur der kleine „Bertl“ und seine Eltern, sondern auch der Großvater lebte dort. Dementsprechend wenig Platz war, der Bub schlief bis zu seinem zwölften Lebensjahr mit seinen Eltern in einem Bett. „Dennoch: Ich war in der Hasenleiten das glücklichste Kind, das man sich vorstellen kann“, schreibt er in seiner Autobiographie.

2. „Schneckerls“ Vater Alfred war Hilfsarbeiter bei der Firma Schrack, wo er den ganzen Tag schwere Metallteile schleppen musste, seine Mutter Leopoldine arbeitete zunächst in einer Spinnerei und später als Bedienerin.

3. Mit vier Jahren nahm Papa Prohaska seinen Sohnemann zum ersten Mal mit auf den Fußballplatz. „Er hat gesagt: ‚Ich hab‘ dich deshalb mitgenommen, weil du wirklich dort gesessen bist und zugeschaut hast.‘ Ich bin nicht nach zehn Minuten still sitzen aufgestanden und herumgerannt wie andere Kinder“, erzählte er dem „Kurier“ einmal.

4. Prohaskas erster Verein war Vorwärts XI, sein Vater war sein Jugendtrainer. Doch „Schneckerl“ war mit seinen neun Jahren noch zu jung, um Meisterschaft zu spielen – das durfte man erst im Alter von zehn Jahren. Also spielte der junge Mann mit einem falschen Spielerpass, der für ein Kind namens Mikolasch ausgestellt war. Der Clou: Mikolasch trug auf dem Foto eine Kappe, so sollte die auffällige Lockenpracht Prohaskas nicht zum Verhängnis werden. Genutzt hat es nichts, denn der Herbert war durch seine Auftritte in den Käfigen in der Nachbarschaft schon zu bekannt.

5. Als Kind überreichte Prohaska sein erstes Taschengeld einem Übersetzungsbüro. Es sollte einen Autogrammwunsch an Pele ins Portugiesische übersetzen. Eine Antwort aus Brasilien ist aber nie gekommen. Im Buch „100 Jahre FK Austria Wien“ zeigt sich Prohaska darüber wenig verwundert: „Wir hatten ja gleich 50 Bilder, die Pele unterschreiben hätte sollen, ins Kuvert gelegt.“

Jimi Hendrix - einer der musikalischen Helden des jungen Prohaska

10. Als Kind der späten 1960er und frühen 1970er Jahre waren die musikalischen Helden des jungen Simmeringers natürlich Jimmy Hendrix, Led Zeppelin, Deep Purple und The Who. Den Dokumentarfilm zu „Woodstock“ hat er nach eigenen Angaben mindestens 30 Mal im Kino gesehen.

11. Kurzfristig wollte der Teenager seine soeben erst beginnende Laufbahn als Kicker an den Nagel hängen, um Musiker zu werden. Gemeinsam mit vier Freunden gründete er die Band „Electric Army“. Sein Vater nahm sogar einen Kredit auf, um den Rock-Fan mit einer Bassgitarre auszustatten. Im Festsaal der Heim-Schule Hasenleiten trat die Gruppe vor rund 200 Jugendlichen auf. Doch Prohaska stellte sich nicht unbedingt als großes Talent heraus, es blieb bei diesem einen Auftritt. Der Rest der Gruppe nahm später sogar eine Platte auf.

12. Bereits im Alter von 15 Jahren stieg Prohaska bei Ostbahn XI in die Kampfmannschaft auf. Dort war Rudolf Sabetzer, der 1965 mit dem LASK Meister geworden war und bei seinem Länderspiel-Debüt 1956 bei Österreichs 2:3 gegen Brasilien einen Doppelpack erzielt hatte, Spielertrainer. In Simmering riefen ihn alle „Cäsar“. Nur „Schneckerl“ hatte nicht so richtig viel Respekt. Weil er sich immer wieder mit dem Trainer anlegte, wurde er bei drei Trainings in Folge rausgeworfen. Es war eine Hassliebe, die die beiden verband. Im ersten Jahr bei den Erwachsenen feierte Prohaska schließlich den Meistertitel in der 1. Klasse A.

13. Am 4. April 1972 bestritt das Nationalteam im praktischen leeren Praterstadion ein Testspiel gegen Ostbahn XI. Trainer Sabetzer rechnete mit einer ordentlichen Abfuhr und gab Prohaska einen Freibrief: „Heute darfst du zum ersten Mal so spielen, wie du willst.“ Der Teenager nützte seine Chance und narrte die Abwehr der ÖFB-Elf praktisch nach Belieben, es wird von unzähligen „Gurkerl“, die er verteilt haben soll, berichtet. „Er hat fast die komplette Defensive des Nationalteams schwindlig gespielt“, erinnert sich Robert Sara. Zur Pause tobte Gerhard Sturmberger, LASK-Legende und zu diesem Zeitpunkt 39-facher Internationaler: „Will dem Dürren nicht endlich wer die Füße brechen, oder wollt ihr euch weiter häkerln lassen?“ Das von Leopold Stastny betreute Nationalteam feierte einen schmeichelhaften 1:0-Sieg und der „Dürre“ aus Simmering war ab sofort landesweit allen Trainern der großen Klubs bekannt.

6. Nach nur einer Saison bei Vorwärts XI wechselte Prohaska innerhalb Simmerings den Verein. Ostbahn XI verpflichtete das Talent für 500 Schilling (36,34 Euro) – zudem wechselten sein Vater und einige seiner Mitspieler ebenfalls zu jenem Verein, dessen Sportplatz in unmittelbarer Nähe zur Wohnung der Prohaskas lag.

7. Als Kind galt Prohaska als Rapid-Fan. Eigentlich war er aber Anhänger des First Vienna FC – wie auch sein Vater. „Aber die haben immer gegen den Abstieg gespielt, und da willst dich von den anderen Kindern nicht häkerln lassen“, so die Austria-Legende, die sich deshalb den Altersgenossen gegenüber stets als Rapid-Fan zu erkennen gab.

8. Dass der Spitzname „Schneckerl“ von seiner Lockenpracht herrührt, ist hinlänglich bekannt. Als Jugendlicher war Prohaska mit seinen Haaren aber alles andere als zufrieden. Viel lieber hätte er lange Haare wie viele seiner Freunde gehabt. „Irgendwie hab‘ ich mich geniert. Oft hab‘ ich mir’s mit Wasser geglättet“, erzählt er.

9. Wen man am 8.8. Geburtstag feiert, liegt es nahe, sich für die Rückennummer 8 zu entscheiden. Zeitlebens trug „Schneckerl“ diese Nummer auch. Bis auf eineinhalb Ausnahmen. In seinen Anfangszeiten bei Ostbahn XI eiferte er seinem Vorbild George Best nach, streifte die Nummer 11 über, rollte die Stutzen weit hinunter und dribbelte am Flügel. „Hör‘ auf mit dem Blödsinn. Wir sind nicht Manchester United, sondern Ostbahn XI!“, soll ihm ein Mitspieler diese Flause aber alsbald ausgetrieben haben. Als Prohaska viele Jahre später zur AS Roma wechselte, wurde ihm von Coach Nils Liedholm ebenfalls die 8 versprochen. Doch dann merkte der Legionär, dass Kapitän Agostino Di Bartolomei diese Nummer trug. Das Römer Urgestein bat den Neuling auch prompt, doch bitte auf diese Nummer zu verzichten und fortan die 10 zu tragen. Der Wiener stimmte bereitwillig zu. Als Coach Liedholm davon Wind bekam, machte er den Tausch sofort wieder rückgängig und Prohaska spielte doch mit seiner 8.

Bei Rapid sollte er Rudi Flögel nachfolgen

14. Als der Simmeringer 16 Jahre alt war, klopften gleich vier Top-Klubs an: Rapid, Austria, Tirol und Salzburg. Die SCR-Verantwortlichen machten so ziemlich alles falsch. Trainer Ernst Hlozek sprach den Youngster immer mit Pauli an. Zudem wurde er mit der Ansage, den legendären Rudi Flögel ersetzen zu sollen, verschreckt. Salzburg und Tirol hätten Prohaska wesentlich mehr bezahlt als die Wiener Klubs, doch aus der Sicht des Talents sprachen zu viele Dinge gegen einen Wechsel in den Westen. Also entschied sich Prohaska für die Austria. Nicht zuletzt, weil er den damaligen Leistungsträger Edi Krieger von Kaffeehausbesuchen in Simmering kannte.

15. 1972 wechselte Prohaska zu seinem Lebensverein, der Wiener Austria. 150.000 Schilling Leihgebühr, 350.000 Schilling für den fixen Erwerb – also insgesamt eine halbe Million Schilling (36.000 Euro) bezahlten die Violetten. „Ein Wahnsinn!“, urteilte die „Kronen Zeitung“ ob dieser horrenden Summe für einen 17-Jährigen. Ostbahn XI hatte zudem eine Klausel im Vertrag einbauen lassen: Bei einem Weiterverkauf sollten die Simmeringer 30 Prozent der Ablösesumme kassieren. Das wären 1980 vier Millionen Schilling gewesen. Tatsächlich erhielt Ostbahn XI aber nur eine Million. Warum, ist nicht restlos geklärt. Variante 1: Der Klub geriet in derart arge finanzielle Probleme, dass er sich einige Monate vor Prohaskas Transfer nach Italien mit einer Million zufriedengab. Variante 2: Ostbahn XI kassierte die Summe erst nach dem Wechsel, doch Austria-Boss Joschi Walter drohte dem kleinen Klub mit „Kriegszustand“, sollte er es nicht bei einer Beteiligung von einer Million belassen.

16. Prohaska machte bei der Firma Ringhofer auf der Simmeringer Hauptstraße eine Lehre als Automechaniker. 800 Schilling (58,14 Euro) betrug sein monatliches Gehalt. Seine Fehlstunden wurden aber vom Gehalt abgezogen. Das war vor allem nach dem Wechsel zum FAK ein Problem: „Ich habe einmal an einem Freitag mein Lohnkuvert abgeholt und neben der Abrechnung ist nur eine 10-Groschen-Münze rausgekullert. Da war ich wohl ein bisserl oft weg.“

17. Das erste Gehalt bei der Austria, die Prohaska beim Wechsel ein Handgeld von 20.000 Schilling (1.453 Euro) bezahlt hatte, war da schon üppiger. 3.000 Schilling Fixum (218 Euro), 1.500 für einen Sieg, 750 für ein Unentschieden. Was er mit dem Handgeld gemacht habe? „Ich hab das Geld durch die Luft gewirbelt und vor Freude gejodelt. Dann hab‘ ich’s wieder zusammengesammelt und meinen Eltern einen Teppichboden gekauft“, berichtet er im Buch zum 75-jährigen Jubiläum der Austria.

18. Sein erstes Spiel für die Austria hat Prohaska am 30. Juli 1972 gemacht. Es war ein Testspiel gegen den WAC, mit dem der FAK später fusionierte. Die Veilchen feierten einen 3:1-Erfolg, Prohaska gelang ein Treffer.

19. „Samtstiefel mit Holzabsätzen, eine knallenge Röhrenhose (Anm.: heute skinny fit genannt) und ein Leiberl“, so beschreibt Prohaska das Outfit, mit dem er zum ersten Mal die Austria-Kabine betreten hat. „Servas“, grüßte der Youngster den damaligen FAK-Star Ernst „Dralle“ Fiala. Dessen Antwort: „Bist mit dem Pferd da?“ Fiala war zu diesem Zeitpunkt eine Institution bei den Veilchen, startete in seine 15. Saison in der Kampfmannschaft der Austria. „Was hatte ich vor dem Fiala nicht für einen Riesenrespekt. Ich wagte es kaum, ihm eine Frage zu stellen“, gibt Prohaska zu.

20. Niederlagen im Derby gegen den SK Rapid haben den „Schneckerl“ immer besonders gewurmt. „Wenn du verloren hast, dann hast dich verstecken müssen. Ich habe auch oft meine Teilnahme an Geburtstagsfeiern von sehr guten Freunden absagen müssen, damit ich ihnen nicht auch noch die Stimmung versaue. Ich war nach einer Derby-Niederlage kaum zu ertragen“, so Prohaska im Buch „Alles Derby“.

21. Bereits das zweite Meisterschaftsspiel Prohaskas für die Austria war ein Derby. Das Spiel ging vor 25.000 Zuschauern im Praterstadion über die Bühne. Er erinnert sich: „Das war für mich doppelt so emotional. Ich war übernervös und spielte ganz, ganz schlecht. Irgendwann bin ich dann auch in der zweiten Hälfte ausgetauscht worden.“ Bernd Lorenz schoss die Hütteldorfer in der siebenten Minute zum 1:0-Sieg.

Der Herbert und seine Elisabeth

22. Seit Dezember 1974 ist Prohaska mit der um zwei Jahre älteren Elisabeth verheiratet. Die beiden haben sich in einer Diskothek namens „Tiffany“ kennengelernt, Herbert war damals 16 Jahre alt. „Und sie hat mich wollen, obwohl ich längst kein Star war“, sagt er. „Ich verdanke meiner Frau sehr viel. Das klingt banal, aber es ist wahr. Ich war als Fußballer auch deshalb erfolgreich, weil ich keinen familiären Druck hatte. Mein Frau hat damals gesagt: ‚Egal, wohin du gehst, wir gehen mit.‘ Sie wusste zu schätzen, wie gut es uns durch meinen Beruf gegangen ist.“ Das Paar hat zwei Töchter und vier Enkelkinder.

23. 1975 gewann Prohaska zum ersten von zwei Malen die Krone-Fußballerwahl. Anschließend sollte er drei Stimmzettel ziehen, um Gewinner von Preisen zu ermitteln. Der Hauptpreis war eine Reise zum Meistercup-Finale Bayern-St. Etienne. Wie es der Zufall so wollte, zog er einen gewissen Franz Bublak aus Wien-Hernals – seinen Schwiegervater. Prohaska beschloss, den Mund zu halten. Als er beim dritten Preis angekommen war, zog er erneut einen Herrn Franz Bublak, diesmal aus Wien-Simmering – sein Schwager. „Die Sache wurde mir zu heiß. Ich warf die Karte blitzschnell zurück. Dem Notar versicherte ich, den Hauptpreisträger ein zweites Mal in der Hand gehabt zu haben“, so Prohaska in „Mein Leben“. Der Schwiegerpapa trat die Reise zum Spiel nach Glasgow an.

24. In seinen – inklusive Freundschaftsspielen – 789 Partien im FAK-Trikot wurde Prohaska zwei Mal ausgeschlossen. Beim 2:1-Sieg gegen die Vienna in der zwölften Runde der Saison 1977/78 sah er glatt Rot, beim Supercup gegen Rapid im Juli 1986 musste er mit Gelb-Rot vom Feld – ein Fehler des Schiedsrichters, der eine Beleidigung von Ernst Baumeister dem „Schneckerl“ zugeschrieben hatte.

25. Als Toni Polster die Austria 1987 zum AC Torino verließ, fand die Austria seinen Nachfolger in Argentinien bei Independiente Buenos Aires. Jose Alberto Percudani kam für eine Million US-Dollar nach Wien. Keine zwei Jahre später befand sich der Stürmer aber schon wieder am Abstellgleis, ihm war im Training gegen Prohaska die Hand ausgerutscht – die „Watschenaffäre von der Stadionwiese“ bedeutete den Anfang vom Ende für den Goalgetter, er hatte sich eindeutig mit dem Falschen angelegt. Klub-Boss Joschi Walter gelang es zwar nicht, Percudani sofort zu verkaufen, doch im darauffolgenden, letzten halben Jahr als Violetter fand sich der Angreifer immer öfter im U21-Team wieder. Percudanis Bilanz bei den Veilchen liest sich übrigens beeindruckend: 40 Tore in 64 Pflichtspielen.

26. In der Saison 1977/78 schaffte es die Austria im Europacup der Cupsieger bis ins Finale. Cardiff City, Lok Kosice, Hajduk Split und Dinamo Moskau wurden am Weg nach Paris ausgeschalten. Im Prinzenparkstadion erlebte Prohaska dann aber das, was er noch heute als „größte Enttäuschung meiner Karriere“ bezeichnet. RSC Anderlecht gewann das Duell der beiden violetten Klubs deutlich mit 4:0. Wie in allen Europacup-Endspielen danach gab es also auch im ersten mit österreichischer Beteiligung kein Happy End.

27. Bereits ein Jahr vor seinem Wechsel nach Italien waren einige namhafte Klubs an Österreichs bestem Mittelfeldspieler interessiert. Schalke 04 waren aber die zwei Millionen Schilling (rund 145.000 Euro) Ablöse zu hoch. Tottenham, Everton und Leeds versuchten es ebenfalls erfolglos – Prohaska wollte sich das schlechte Wetter auf der Insel nicht antun. Und Sporting Gijon, damals hinter dem FC Barcelona und Real Madrid die Nummer drei in Spanien, handelte sich auch eine Absage ein.

28. Als Prohaska 1980 zu Inter Mailand wechselte, war in Italien eben erst eine 20 Jahre andauernde Legionärssperre aufgehoben worden. „Schneckerl“ wurde in den Medien als erster Legionär in Italien seit langer Zeit gefeiert. Die „Nerazzurri“ hatten sich damals übrigens gegen eine Verpflichtung von Michel Platini und für den Wiener entschieden. In letzter Sekunde drohte der Wechsel aber noch zu platzen. „Schneckerl“ beharrte nämlich auf einer Klausel, die ihn dazu berechtigte, für eine fixe Ablösesumme von drei Millionen Schilling (218.000 Euro) nach Österreich zurückkehren zu dürfen. Die Inter-Verantwortlichen stimmten letztlich doch zu. Übrigens hatte Prohaska auch Angebote vom AC Milan und von Bologna vorliegen.

29. 1980/81 drang Inter mit Stammspieler Prohaska bis ins Halbfinale des Europacups der Meister vor, wo gegen Real Madrid Endstation war (0:2, 0:1), in der Saison darauf wurde Inter Sieger der Coppa Italia (1:0, 1:1 gegen Torino). Neben dem „Schneckerl“ spielten Könner wie der ganz junge Giuseppe Bergomi, Gabriele Oriali und Alessandro Altobelli bei den Mailändern. Nach dem Coppa-Triumph wurde Prohaska noch in der Kabine mitgeteilt, dass er Inter verlassen müsse. Er wechselte zur AS Roma.

Prohaska, ein "Nerazzurro"

30. Folgende Anekdote verdeutlicht den Stellenwert, den Prohaska in Italien genoss: Als Der damalige Inter-Spieler im Frühjahr 1981 mit seiner Familie in seinem Stammlokal „Carlo ed Emilio“ einen Fisch verspeiste, entdeckte er an einem der Nebentische Adriano Celentano. Der heute 77-jährige Musiker und Schauspieler war damals durch seine Hits „Azzurro“ und „Una festa sui prati“ ein internationaler Superstar. „Schneckerl“ wollte sich ein Autogramm holen, doch seine Frau riet ihm davon ab, er solle den Celentano doch nicht beim Essen stören. Kurz darauf kam der Kellner an den Tisch des Wieners und meinte: „Entschuldige die Störung, Herr Celentano ist ein großer Fan von Inter und lässt fragen, ob du ein Foto bei dir hast. Er würde dich gerne um ein Autogramm bitten.“ Prohaska selbst sei daraufhin so perplex gewesen, dass er vergessen hätte, sich selbst eine Unterschrift zu besorgen.

31. Das mit dem Spitznamen war in Italien nicht so einfach. Prohaska berichtet: „Sie haben meinen Spitznamen immer völlig falsch definiert. Sie haben geglaubt, Schneckerl kommt von Schnecke. Deswegen haben einige zu mir ‚Lumacino‘, also kleine Schnecke, gesagt. Sie haben lange nicht begriffen, dass mein Spitzname mit meinen Haaren zu tun hatte. Ich war zwar kein absoluter Sprinter, aber immer unter den ersten Sechs, was die Schnelligkeit betroffen hat.“

32. In seiner einzigen Saison in Rom holte Prohaska mit dem Hauptstadt-Klub den zweiten von drei Meistertiteln in der Vereinsgeschichte. 41 Jahre lang hatten die Tifosi der „Giallorossi“ warten müssen, ehe sie wieder den Scudetto feiern durften. Bereits drei Runden von Saisonende wurde der Titel fixiert. Prohaska in „Mein Leben“ über die Tage danach: „In den drei Wochen bis zum Meisterschaftsende legte ich um vier Kilo zu – jeden Tag waren wir zu einem Festessen geladen.“

33. Weil die Roma wegen Unstimmigkeiten in der Klub-Führung im Sommer 1983 plötzlich drei statt der erlaubten zwei Legionäre im Kader hatte, musste Prohaska überraschend gehen. „Für mich stürzte eine Welt zusammen. Ich hatte die Idee geboren, nicht mehr heim nach Wien zu gehen, sondern für immer in der ewigen Stadt zu bleiben, praktisch als Römer auf Lebenszeit“, so Prohaska. Er hatte geplant, seine Karriere bei der Roma zu beenden und danach im Nachwuchs seines Klubs seine Trainer-Karriere zu starten.

34. Nach seiner Rückkehr zur Austria holte Prohaska noch drei Meistertitel und zwei Cupsiege. Insgesamt wurde er acht Mal Meister (7x Austria, 1x Roma) und fünf Mal Cupsieger (4x Austria, 1x Inter).

35. 1989 beendete Prohaska seine aktive Karriere. Es waren Probleme mit beiden Achillessehnen, die ihn im Alter von 34 Jahren dazu zwangen – vor allem die des rechten Beins bereitete ihm arge Schmerzen. Sein letztes Spiel machte „Schneckerl“ am 9. Juni 1989 vor lediglich 2.000 Zusehern im Horr-Stadion – die Austria feierte einen 5:0-Erfolg gegen den GAK.

36. Der Jahrhundert-Austrianer hat 584 Pflichtspiele für den FAK bestritten. Dabei sind ihm 133 Tore gelungen. Prohaska feierte 328 Siege, je 128 Partien endeten mit einem Remis und einer Niederlage.

37. Mit der Bande in der Wiener Stadthalle war der Austrianer immer per Du. Kein anderer Spieler dieser Generation verkörperte den technisch versierten Hallenkicker besser als „Schneckerl“. Mit den Veilchen gewann er sechs Mal das Turnier, das im Winter in der Stadthalle ausgetragen wurde. Außerdem wurde er zehn Mal zum besten Spieler, also zum „Stadthallenkönig“, gewählt. Unter Prohaska als Trainer gewannen die Violetten bei allen drei Antritten das Turnier ebenfalls.

38. 83 Länderspiele hat Prohaska bestritten. Damit liegt er hinter Andreas Herzog (103), Toni Polster (95), Gerhard Hanappi (93), Karl Koller (86), Friedl Koncilia (84) und Bruno Pezzey (84) auf dem siebenten Platz. Sein Debüt feierte er am 13. November 1974 beim 1:0-Sieg in Istanbul gegen die Türkei, seinen letzten Einsatz hatte er am 14. Juni 1989 beim torlosen Unentschieden gegen Island in Reykjavik. Insgesamt hat „Schneckerl“ zehn Tore für den ÖFB geschossen – vier per Elfmeter, drei mit dem Kopf. Wäre der Wiener nicht von Mai 1985 bis November 1988 zwischenzeitlich aus dem Nationalteam zurückgetreten, hätte er wohl als erster Österreicher vor Herzog den 100er geknackt.

Prohaska bei der WM 1982 in Spanien

39. Sein wichtigstes Länderspieltor gelang Prohaska in seiner 23. Partie für Österreich. Als damals 22-Jähriger besorgte er im letzten Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft 1978 den 1:0-Sieg gegen die Türkei und damit das WM-Ticket. Den Treffer erzielte der begnadete Techniker in für ihn ungewöhnlicher Manier, nämlich mit dem Spitz. Noch heute ist der Treffer als „Spitz von Izmir“ allseits bekannt. Durch diesen Treffer wurde erst das 3:2 gegen Deutschland in Cordoba möglich. Prohaska wundert sich heute in Interviews immer wieder über den Hype, der um diesen Sieg gemacht wird. 1982 war der Mittelfeldspieler übrigens ein zweites Mal bei einer WM, diesmal in Spanien.

40. Es gibt zwei Bücher, die sich mit dem bisherigen Leben Prohaskas beschäftigen. 1984 erschien im Schmid Verlag der Titel „Zwischen Simmering und San Siro – Herbert Prohaska“ aufgezeichnet von Wolfgang Winheim. 2005 veröffentlichte der Verlag Carl Ueberreuter das Buch „Mein Leben – Herbert Prohaska“ geschrieben von Toni Huemer und Tom Hofer. Zudem wird Prohaska als Co-Autor der Bücher „Tor! Österreichs größte Fußball-Stars“ und „Unser Spiel“ von Hans Huber geführt.

41. Fußball ist für die FAK-Legende nicht alles. Prohaska ist großer Eishockey-Fan. Sein Herz schlägt für die New York Rangers. Wer sich mit „Schneckerl“ über die NHL unterhält, stellt schnell fest, dass dieser die nordamerikanische Profi-Liga intensiv verfolgt und sich sehr gut auskennt. In Kindertagen war er übrigens Fan des russischen Teams.

42. Seit Jahren hat Prohaska eine Kolumne in der „Kronen Zeitung“. „Ich gebe die Texte telefonisch durch. Und manchmal lasse ich sie mir noch einmal vorlesen“, sagt er. Er habe auch ein Angebot von „Österreich“ gehabt. „Die hätten mir sogar um 150 Prozent mehr gezahlt.“ Trotzdem lehnte er ab.

43. Am 18. August 2005 wurde Herbert Prohaska anlässlich der 100-Jahr-Feierlichkeiten des ÖFB als „österreichischer Jahrhundert-Fußballer“ ausgezeichnet. „Ich habe immer davon geträumt, mit Österreich Weltmeister zu werden und mit der Austria den Europacup zu gewinnen, aber von der heutigen Wahl habe ich nie geträumt. Es gab Große vor mir, während meiner Zeit und es wird auch nach mir Große geben. Diese Wahl ist für mich das Größte als Fußballer, aber es war auch eine subjektive Wahl. Es hätten auch viele andere werden können“, sagte er in seiner Dankesrede.

44. Für die Österreicher mag Prohaska zwar der Jahrhundert-Fußballer sein. Sein Vater sagte zu ihm jedoch immer: „Du bist super, aber der Matthias Sindelar war besser.“

45. Bundespräsident Thomas Klestil verlieh dem 84-fachen ÖFB-Teamspieler 1997 das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. 2005 erhielt er von Heinz Fischer das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Im selben Jahr überreichte ihm Landeshauptmann Erwin Pröll das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich. 2008 zog Wiens Bürgermeister Michael Häupl mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien nach.

"Für mich gibt es keinen größeren Klub"

46. Im September 2011 wurde Prohaska bei der Gala zum 100. Geburtstag der Austria zum Jahrhundert-Austrianer gewählt. Sichtlich bewegt und mit Tränen in den Augen trat der Ehrenkapitän zu seiner Rede an. „Ich muss ehrlich sagen, jetzt ist mir ein bisserl der Schmäh ausgegangen“, sagte „Schneckerl“. Kurze Stille, dann ein Zwischenruf aus dem Publikum: „Du bist die Austria!“ Anschließend fand Prohaska seine Fassung wieder: „Ich werde in Zukunft auf das Wort gewählt immer sehr viel Wert legen – aus Respekt vor all den großen Spielern, die in 100 Jahren hier bei der Austria gespielt haben. […] Es gibt viele noch größere Klubs auf der Welt - ich habe selbst bei zwei gespielt. Aber es gibt für mich keinen größeren als die Austria.“ Nach diesem Satz kullerte nicht nur der Klub-Ikone, sondern auch vielen gestandenen Männer im Publikum zumindest eine Träne über die Wange.

47. Im August 2005 wurde in der Pause des Austria-Heimspiels gegen den FC Superfund Prohaska zu seinem 50. Geburtstag gratuliert. Der Jubilar kam stilsicher im violetten Pullover ins Horr-Stadion. Die Fans der Violetten entzündeten zu Ehren ihres Helden 50 bengalische Feuer. Zudem hatten sie eine Urkunde dabei, die bezeugte, dass nunmehr ein Stern den Namen „Prohaska“ trägt.

48. 1990 fuhr Prohaska mit dem ÖFB-Team zur Weltmeisterschaft 1990 nach Italien. Damals hatte er seine Karriere schon beendet, Teamchef Josef Hickersberger nahm ihn trotzdem mit, quasi als Teil des Trainerteams, sein offizieller Titel: WM-Attache. „Du hättest 1990 als Spieler dabei sein sollen. Jetzt kann ich es sagen: Du warst als Fußballer in Pension, trotzdem bei jedem Training von uns dabei – und der beste Mann am Platz“, sagte „Hicke“ Jahre später bei einem von der „Krone“ dokumentierten Treffen mit Prohaska.

49. Nachdem Prohaska seine Fußballschuhe im Sommer 1989 an den Nagel gehängt hatte, wechselte er volley auf den Posten des Austria-Sportdirektors. Doch das Verhältnis zu Erich Hof, dem damaligen Trainer der Veilchen, war schon nach wenigen Wochen zerrüttet. Weil die Ergebnisse außerdem enttäuschend waren, setzte Klub-Boss Joschi Walter den Coach Ende März 1990 vor die Tür und Prohaska auf die Bank. Wenige Wochen später duellierte sich der Neo-Coach im Cup-Finale mit Hans Krankl bzw. dessen SK Rapid. „Schneckerl“ entschied das Duell für sich. Die Austria gewann in der Verlängerung mit 3:1 – die beiden Joker Peter Stöger und Ralph Hasenhüttl hatten gestochen. Nach dem Tod Walters im März 1992 glich die Austria dann aber einer Schlangengrube – Prohaska suchte nach Ende der Saison 1991/92 nach je zwei Meistertiteln, Cupsiegen und Supercupsiegen das Weite.

50. Vor seiner Zeit als ÖFB-Teamchef arbeitete der Jahrhundert-Fußballer von Juli 1992 bis Jänner 1993 als U21-Teamchef. Gewinnen konnte die Mannschaft, die teilweise mit wesentlich jüngeren Spielern als der Gegner auflief, kein Spiel. Im November wurde wegen der enttäuschenden Ergebnisse sogar ein „Nachwuchsgipfel“ einberufen. Die damaligen Erkenntnisse: Leistungskonzentration in einer österreichweiten Nachwuchsliga, Erarbeitung eines Sportstättenkonzepts, bei vielen Spitzenteams hat die Nachwuchsarbeit nicht den nötigen Stellenwert, Verbesserung der Trainer-Qualität im Nachwuchsbereich. Doch einige prominente Namen schafften anschließend den Sprung ins A-Team: z.B. Harald Cerny, Mario Haas, Roman Mählich, Christian Mayrleb, Markus Schopp.

51. Am 8. Jänner 1993 wurde Prohaska Nachfolger des im November 1992 verstorbenen Ernst Happel als ÖFB-Teamchef. Beppo Mauhart, der damalige Verbandsboss, hatte sich gegen Happels Assistent Didi Constantini entschieden. Im Falle einer Absage „Schneckerls“ würde er den Deutschen Sigi Held, damals Trainer der Admira, ins Amt heben, ließ er Prohaska bei den Verhandlungen wissen. Held wurde im Laufe seiner weiteren Karriere übrigens doch noch Teamchef – 2001-2003 auf Malta, 2004-2005 in Thailand.

52. Sowohl sein erstes Spiel als ÖFB-Teamchef, als auch sein letztes fanden an einem 27. März statt. Somit dauerte die Ära Prohaska genau sechs Jahre. Am Anfang war ein 0:1 in Wien gegen Frankreich, am Ende ein 0:9 in Valencia gegen Spanien. 51 Spiele, 25 Siege, neun Unentschieden und 17 Niederlagen lautete die Bilanz. Kein anderer Teamchef außer Hugo Meisl betreute die österreichische Auswahl in mehr Spielen. Zudem führte er die Nationalmannschaft als bislang letzter Trainer zu einer WM – nämlich zu jener 1998 in Frankreich.

Die ewige Rückendeckung der FAK-Fans ist ihm sicher

53. Wenige Tage nach seinem Rücktritt als Teamchef holte die Wiener Austria ihren „Schneckerl“ als Trainer zurück. Der Slowene Zdenko Verdenik wurde abgelöst, Sportdirektor Friedl Koncilia setzte sich interimistisch auf die Bank, ehe Prohaska mit Beginn der neuen Saison übernahm. Danach übernahm Frank Stronach der Ruder am Verteilerkreis und das Drama nahm seinen Lauf. Anfang Mai 2000 trennte sich die Austria schließlich von Prohaska. Dieser bezeichnete Koncilia anschließend in einem Interview mit dem „Profil“ als „bösartigen Menschen“. Auch das Tischtuch mit Stronach war zerschnitten, obwohl der Austro-Kanadier Ende 2001 kurioserweise versuchte, die Klub-Ikone zu einem Comeback als Sportdirektor zu überreden.

54. Er sei zwar katholisch erzogen worden, aber nicht wirklich streng. „In der Schulzeit bin ich nur in die Kirche gegangen, um im Religionsunterricht eine bessere Note zu bekommen“, so Prohaska in der „Zeit“. Mittlerweile gehe er aber „sehr gerne“ in Kirchen und bete auch regelmäßig, so der Wiener. „Ich glaube auch, dass das Gute immer über das Böse siegt.“

55. Einer von Prohaskas besten Freunden ist Erich Obermayer. Der ehemalige Libero, der von den Austria-Fans in die Jahrhundert-Elf gewählt wurde, begleitete ihn nicht nur jahrelang als Spieler, sondern danach auch als Co-Trainer. Die Bezeichnung Co-Trainer sei aber „ohnehin eine Beleidigung“, so „Schneckerl“. „Er war mein Partner“, stellt er klar. Die Loyalität der beiden zueinander wurde oft auf die Probe gestellt, doch die bleiben sich treu.

56. Seiner Liebe zur Musik ist der Simmeringer immer treu geblieben. „Der Bätmän“ war zwar Krankl, doch auch Prohaska kann auf eine kleine Karriere als Musiker zurückblicken. Mit Horst Chmela nahm er 1984 die Lieder „Freund sein“ und „Jetzt oder nie“ auf. 2010 erschien das Lied „Football is my life“ von Leo Aberer featuring Herbert Prohaska. Gemeinsam mit Krankl wurde der Klassiker „Der Opitz und der Zwirschina“ aufgenommen. Aktuell ist der Rock-Fan als Musiker aktiver denn je – regelmäßig tritt er mit „The Real Holy Boys“, mit denen er einige Lieder produziert hat, auf.

Ein Sager für die Ewigkeit

57. Der Wiener und sein Schnurrbart – lange Jahre war es unvorstellbar, dass der Kicker und spätere Trainer glattrasiert herumlaufen könnte. Das „Sportmagazin“ veröffentlichte einst sogar ein Foto, in dem dokumentiert wurde, dass der Schnauzer nicht ganz symmetrisch war. 2006 kam der Bart dann ab. Prohaska hatte gewettet, dass Italien nicht Weltmeister werden würde. Live im TV wurde ihm unmittelbar nach Italiens Triumph nach 32 Jahren der Bart abrasiert. Seither trägt Prohaska keinen Schnurrbart mehr – außer im Movember natürlich.

58. Seit Mai 2009 hat die Klub-Legende wieder eine offizielle Funktion bei der Austria. Der Simmeringer ist Direktor des Vereins-Museums unter der Osttribüne der Generali-Arena. Aber auch sonst hat das Wort des Jahrhundert-Veilchens am Verteilerkreis immer noch Gewicht. So saß er etwa in der Task Force, die sich auf die Suche nach einem Nachfolger von Thomas Parits machte. Prohaskas guter Freund Franz Wohlfahrt hat bekanntlich das Rennen gemacht.

59. „Ogris könnte Barcelona trainieren“, hat Prohaska 2011 in einer wenig ruhmreichen ORF-Diskussionsrunde nach der Bestellung von Marcel Koller als ÖFB-Teamchef gesagt. Seither wird dieser Sager dem „Ogerl“ und dem „Schneckerl“ wahlweise um die Ohren gehaut. Dass er damit lediglich erklären wollte, dass sein Freund die höchste Trainerlizenz besitze, wird dabei unter den Tisch gekehrt. Richtig ist indes, dass Prohaska die Entscheidung für Koller als Teamchef anfangs mehrfach kritisiert hat. Mittlerweile hat er mehr als einmal zugegeben, damals einen Fehler begangen zu haben.

60. „Do san a poar Huankinder dabei“, ist wohl einer der legendärsten Sager Prohaskas. Es war die U19-EM 2007 in Oberösterreich, als der Analytiker in der Pause dachte, noch nicht live auf Sendung zu sein. „Die ganze Zeit vorher waren Kinder da, die uns mit Papierkugeln und Papierfliegern aus Spaß beschossen haben. Und ohne mein Wissen hat die Sendung begonnen, und da hat der ORF-Moderator noch gerade einen Papierflieger an den Kopf gekriegt.“ Beim Amadeus-Award 2015 griff der Rapper Nazar diesen Sager übrigens auf: „Um es in den Worten meines Schatzi Herbert Prohaska zu sagen: In der österreichischen Politik, da sind ein paar kleine Hurenkinder dabei.“ Apropos Rapper: Einer der derzeit angesagtesten österreichischen HipHop-Künstler, Crack Ignaz, hat ein Lied namens „Herbert Prohaska“ aufgenommen.


Zusammengestellt von Harald Prantl

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