Peter Svetits wurde festgenommen

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Peter Svetits, seit kurzem Präsident bei Austria Klagenfurt, ist am Montag festgenommen worden.

Die Staatsanwaltschaft Graz teilte mit, dass Svetits in Verdacht stehe, einer Angestellten Geld für die Änderung ihrer Zeugenaussage gegeben zu haben.

Beide wurden wegen Verdunkelungsgefahr vorläufig festgenommen.

Zeugin bestochen?

In Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den GAK, die seit vier Jahren laufen, konnte die Polizei im Zuge einer Überwachung die Geldübergabe von Peter Svetits filmen. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass die beiden Verdächtigen am Montag festgenommen wurden.

Nach den Ergebnissen der Ermittlungen "muss davon ausgegangen werden, dass der nunmehr festgenommenen Beschuldigten für die Änderung ihres Aussageverhaltens zugunsten anderer Beschuldigter Geld angeboten und auch übergeben wurde", hieß es seitens der Anklagebehörde.

Geldübergabe gefilmt

Die Staatsanwaltschaft war schon länger dem Verdacht nachgegangen, weshalb besondere Überwachungsmaßnahmen angeordnet wurden. Unter anderem wurde im Zuge einer Observation von einer Spezialeinheit der Polizei die Übergabe eines Bargeldbetrages gefilmt, so die Staatsanwaltschaft, die zu dem Fall vorerst keine weiteren Angaben machen will.

Erst Ende Oktober wurde der 53-jährige Svetits zum Präsidenten des Regionalligisten Austria Klagenfurt gewählt. Zuvor war er auch bei der Wiener Austria und in Wiener Neustadt als Fußball-Spitzenfunktionär tätig gewesen.

Die Schatten des GAK

 Die Staatsanwaltschaft arbeitet seit rund vier Jahren im Fall GAK, insgesamt vier Ex-Präsidenten sind dabei ins Visier der Ermittler geraten. Peter Svetits war seit 1995 in verschiedenen Funktionen für den Fußballclub tätig, von Herbst 1998 bis Ende Mai 2001 war er Präsident, bis Jahresende dann noch Sportdirektor, bevor er zu Austria Wien wechselte.

In den Untersuchungen der Justiz geht es auch um Abgabenhinterziehung und Schwarzgeldzahlungen in den Jahren 2000 bis 2006 in einer Höhe von 4,5 Mio. Euro. Die Staatsanwaltschaft war schon länger dem Verdacht nachgegangen, weshalb besondere Überwachungsmaßnahmen angeordnet wurden.

Derzeit bemüht man sich bei der Staatsanwaltschaft, den Anklageentwurf fertigzustellen. Neben der Abgabenhinterziehung dürfte darin auch der Vorwurf des schweren Betrugs, der Untreue und der Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen erhoben werden. Geht alles planmäßig, sollte sie Ende des Jahres fertig sein, ein möglicher Prozess gegen mehrere Ex-Funktionäre und Angestellte könnte dann 2012 erfolgen.

Sticher macht keine Aussagen

Der Unternehmer und frühere Präsident des ehemaligen Fußball-Bundesligisten GAK, Stephan Sticher, erklärte am Montag in einer Aussendung, er werde sich inhaltlich zur Verhaftung von Ex-Präsident Peter Svetits und einer ehemaligen Mitarbeiterin nicht äußern, da er "mit einer allfälligen Änderung des Aussageverhaltens der Frau bzw. der damit zusammenhängenden Geldleistungen" nichts zu tun habe.

Die Aussagen der Ex-Mitarbeiterin im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren beträfen nicht die Ära der Präsidentschaft Stichers, sondern jene seiner Vorgänger. Er wolle ausdrücklich festhalten, dass es in seiner Präsidentschaft "keine wie immer gearteten Schwarzgeldzahlungen gegeben hat".

"Verfahren differenziert behandeln"

Sticher erklärte nach Rücksprache mit seinen Rechtsanwälten Harald Christandl und Johannes Dörner, zum GAK-Strafverfahren selbst inhaltlich keine Stellungnahmen abzugeben, da die strafrechtlichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien.

Er ersuche allerdings im Rahmen der Berichterstattung "ob der Verfahren gegen ehemalige GAK-Präsidenten differenziert behandelt zu werden", da er unter "großem persönlichen und wirtschaftlichen Einsatz" das Präsidentenamt am 14. Juni 2006 übernommen habe und ihm anlässlich der Übernahme des Präsidentenamtes ein wirtschaftlicher Status von seinen Vorgängern dargelegt worden sei, der offenbar - wie das strafrechtliche Ermittlungsverfahren nunmehr ergebe - mit der Realität und den tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen nicht in Einklang zu bringen gewesen sei.

Der Unternehmer sagte, er fühle sich diesbezüglich von seinen Vorgängern (u.a. Peter Svetits, Rudi Roth, Harald Sükar, Anm.) getäuscht".

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