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"Mich stört, dass Liefering die Lizenz bekam"

Wie vor sechs Jahren.

Derselbe Ort, Leoben, dasselbe Stadion, Donawitz, dasselbe Wetter, Regen, derselbe Ausgang, jubelnde LASK-Spieler, -Betreuer und -Fans auf dem Rasen.

Zwei wesentliche Unterschiede gibt es jedoch zwischen der Linzer Meisterfeier 2007 und 2013: Zum einen konnten die Oberösterreicher gegen den DSV dieses Mal gar 7:1 gewinnen, damals reichte es dank eines Last-Minute-Treffers vom nunmehrigen Leipzig-Aufsteiger Niklas Hoheneder zum 1:1.

"Noch nichts erreicht"

Zum anderen war es das dieses Mal noch nicht. 2007 wurde man Meister der Ersten Liga und stieg in die Bundesliga auf. Jetzt ist der Traditionsklub Regionalliga-Meister geworden, doch für den Aufstieg reicht das noch nicht.

Am Montag (19 Uhr/a) und Donnerstag warten auf den LASK noch zwei Relegationsspiele gegen den Meister der West-Liga, den FC Liefering.

"Damals war die Freude größer, denn das große Ziel ist jetzt noch nicht erreicht. Wir haben 'nur' den Meistertitel erreicht und wir alle wissen, wie wichtig es für den LASK wäre, wenn er den Aufstieg schaffen würde", blieb Karl Daxbacher am Freitag am Boden.

Fans huldigen "Kaiser Karl"

Vor allem die Fans huldigten wie vor sechs Jahren ihrem "Kaiser Karl", verneigten sich, küssten ihn und warfen ihn schließlich in die Luft. "In der Hüfte habe ich es gespürt", lachte der 60-Jährige und erklärte sein leicht schmerzverzerrtes Gesicht.

Während die rund 600 LASK-Fans den Titel frenetisch bejubelten, wich Daxbacher dem Trubel lieber aus. Eben, weil noch nichts erreicht ist. Doch der Trainer, der nach dem Lizenzentzug 2012 das schwarz-weiße Ruder zum zweiten Mal nach 2006 übernahm, zeigte sich nichtsdestoweniger stolz.

"Wir haben uns gegen Pasching durchgesetzt, das mit dem Cup-Sieg eine Sensation lieferte, die es so lange nicht mehr geben wird. Das war schon ein toller Erfolg", erklärte der Niederösterreicher unter "Daxbacher"-Sprechhören.

Wieder gegen Red Bull

Nach Pasching, nun FC Liefering - so heißt das Motto nun für die alles entscheidenden Spiele kommende Woche. Und die beiden Gegner haben einen gemeinsamen Nenner: Red Bull.

Für "80 bis 90 Prozent" (Pasching-Boss Hengstschläger) des Budgets des Sensations-Cup-Siegers kommt Red Bull auf. FC Liefering, bis 2012 der USK Anif, ist das Farmteam der "Bullen" aus Salzburg, das eine zweite Mannschaft in der Ersten Liga haben möchte. Amateurteams dürfen bekanntlich seit drei Jahren nicht mehr in der zweithöchsten Liga spielen.

Dass nun Liefering dennoch die Chance dazu bekommt, ist eine Tatsache, die LASK-Coach Daxbacher massiv stört.

LASK-Aufstieg wäre im "Sinne des Fußballs"

"Mich ärgert schon sehr, dass man Liefering die Lizenz gibt, wo man genau weiß, diese Mannschaft kann von der Ersten Liga nicht mehr weiter aufsteigen, weil man die Nähe zu Red Bull hat. Den Amateurteams wurde der Aufstieg in die Erste Liga verwehrt, aber Liefering steht man diese Möglichkeit zu. Das ist nicht in Ordnung."

Zumal aus Sicht der Austria-Ikone man offensichtlicher nicht handeln könnte.

 

"Liefering läuft im Red-Bull-Gewand herum, trainiert im RBS-Trainingszentrum, lässt den dritten Goalie bei Salzburg gegen die Austria spielen. Da gibt es überhaupt keine Diskussion mehr. Das ist fadenscheinig."

Aus Sicht Daxbachers wäre der Aufstieg des LASK "im Sinne des Fußballs".
 
Ausgerechnet Liefering
 
Kurioserweise machte sich Salzburg-Sportdirektor Ralf Rangnick in einem LAOLA1-Interview dafür stark, Fußball-Standorte mit Potenzial aber ohne Bundesligisten - also wie Linz - zu helfen.
 
Nun könnte aber gerade sein Klub den Linzern eine für die nahe Zukunft so wichtige Rückkehr ins Profi-Geschäft verwehren, damit Salzburg ein zweites Team innerhalb der ersten beiden Ligen hat.
 
Wenn es nach Karl Daxbacher und dem LASK geht, soll es aber auch diese Hürde noch genommen werden.
 
 
Bernhard Kastler

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