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Kein Aufstieg, kein Daxbacher

Der LASK ist auf einer Mission am Rande der Wahrnehmung.

Jener Klub, der als erster Nicht-Wiener-Klub 1965 Meister wurde, muss sich seit dieser Saison in der Regionalliga herumschlagen. Er kämpft um den Wiederaufstieg ins Rampenlicht namens Profifußball.

Da liegt der gebeutelte Traditionsklub, dem vor einem Jahr die Lizenz entzogen wurde, allerdings gut im Rennen. In der Regionalliga Mitte rangieren die Linzer hinter Pasching auf Rang zwei.

„Dancing Daxi“ kehrte zurück

Zuletzt wurde SAK Klagenfurt vor eigenem Publikum im Linzer Stadion, im Herbst musste man mangels Heimstätte des öfteren ins rund 60 Kilometer entfernte Schwanenstadt ausweichen, 5:0 abgefertigt.

Hätte der LASK eine Woche zuvor den Pflichtsieg bei den KSV Amateuren eingefahren und nicht mit 0:1 verloren, er wäre nun Tabellenführer. Denn der Rückstand auf den Vorstadt-Klub beträgt nur einen Punkt.

Zum Frühjahrsauftakt konnten die Linzer den Abstand von vier Zählern im direkten Duell minimieren. Vor 6000 Zuschauern (!) – an jenem Wochenende hatte nur Rapid in Österreich mehr – bejubelte der LASK ein 1:0. Die Fans erlebten dabei die Rückkehr des „Dancing Daxi“, Karl Daxbacher.

„Es hat sich über die gesamte Winterpause alles auf dieses Duell zugespitzt. Irgendwo wurde es von mir erwartet“, grinst der LASK-Trainer im Gespräch mit LAOLA1. „Dancing Daxi“ oder „Dancing Karl“ beschreibt den nach einem Sieg der Schwarz-Weißen im Kreise der Spieler tanzenden Trainer.

Vor einem Monat gab es für die euphorischen Fans eine Neuauflage dieses Rituals, das vor allem in der Aufstiegssaison 2006/07 ständig zelebriert wurde – damals ging es um den Aufstieg in die Bundesliga wohlgemerkt.

„Viele sagten, das ist ein Wahnsinn“

Das war in der ersten Ära Daxbachers beim LASK, damals trainierte sich der Niederösterreicher von 2006 bis 2008 in die Herzen der Fans. Seinen Status als „Kaiser Karl“ hatte der Erste-Liga-Meister 2007 ohnehin nie verloren, im Sommer 2012 wurde der 59-Jährige wieder mit offenen Armen empfangen.

Daxbacher ist DER Sympathieträger in Linz

Nach seiner Entlassung als Austria-Trainer kam Daxbacher zurück in die Stahlstadt. Für viele in seiner Umgebung kein richtiger Schritt, nicht aber für ihn: „Die Entscheidung war nicht falsch. Viele sagten, es sein Wahnsinn, das zu machen. Aber es macht zum einen Spaß, auch weil man vorne mitspielt. Zweitens ist hier die Chance da, den Verein wieder raufzubringen und selbst ein Teil davon zu sein.“

Dieser Teil kann er bleiben, muss er aber nicht. Angesprochen auf seine Zukunft und was gegen einen Verbleib über den Sommer hinaus sprechen würde, meint die Austria-Ikone: „Der Nicht-Aufstieg spricht in erster Linie dagegen. Bei einem Aufstieg ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich bleibe, hoch.“

Jüngere Beispiele haben gezeigt, dass es nicht so leicht ist, sich vom Amateurstatus wieder zurück ins Profigeschäft zu hieven. Alleine das Beispiel GAK ist Warnung genug. All das spielt in den Gedanken von Daxbacher mit, ob eine Weiterarbeit bei einem Verbleib in der Regionalliga sinnvoll wäre.

„Vielleicht sollte es dann ein anderer machen“

„Ich weiß nicht, ob es für mich gut wäre“, sinniert der Kremser, der freilich auch die (finanzielle) Ausrichtung des Vereins abwarten muss. Dieser hatte übrigens am Mittwoch Generalversammlung, bei der der umstrittene Klubchef Peter-Michael Reichel eher rosig über die Zukunft gesprochen haben soll.

Dass Daxbacher weiter erwünscht wäre, scheint aber klar. Doch für den Coach ist die Zukunft wage: „Bei einem Nicht-Aufstieg weiß ich nicht, wie ich mich orientieren oder entscheiden soll. Das muss ich mir genau überlegen. Vielleicht sollte dann wirklich ein anderer das noch einmal versuchen.“

Ein Grund mehr für die LASK-Fans zu hoffen, das schwierige Unterfangen Aufstieg – bei Regionalliga-Titel würde auch noch die Relegation (wohl gegen Red-Bull-Klub Liefering) warten – zu meistern.

 

Bernhard Kastler

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