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Stuttgarter Talent in der Warteschleife

Nach Bulgarien ist vor Bulgarien. Die österreichische U21-Nationalmannschaft will die 0:2-Heim-Pleite vom Freitag am Dienstag (16 Uhr) in Lowetsch wieder vergessen machen.

„Wir müssen nach vorne schauen und das Spiel gewinnen“, weiß Raphael Holzhauser.

Der erst 18-Jährige gilt als eines der größten Talente im Team von Andreas Herzog. Der U21-Teamchef baut auf den 1,93 m großen Hühnen als Strippenzieher im zentralen Mittelfeld.

Muss auf meine Chance warten“

Auch Holzhausers Klub, der VfB Stuttgart, weiß seine Fähigkeiten zu schätzen. Im Sommer-Trainingslager vor der Saison hinterließ er einen so guten Eindruck, dass ihn die Schwaben nicht für die U20-WM freigaben.

Seitdem wartet der ehemalige Rapid-Jugendspieler jedoch auf näheren Kontakt zur Mannschaft um Trainer Bruno Labbadia: „Ich habe die Vorbereitung mit den Profis mitgemacht. Damit war ich eigentlich ganz zufrieden. Bis jetzt habe ich meine Chance aber noch nicht bekommen. Deswegen muss ich weiter meine Leistung bei den Amateuren bringen.“

Ein erster Einsatz in der deutschen Bundesliga bleibt dennoch das Ziel für diese Saison. „Zur Zeit ist es aber schwer, in die Mannschaft reinzukommen“, weiß Holzhauser. Mit dem Dänen William Kvist und dem Serben Zdravko Kuzmanovic verfügt der VfB über ein starkes Duo im defensiven Mittelfeld.

Leihe im Winter?

Seine langfristige Zukunft sieht Holzhauser dennoch in Stuttgart: „Ich habe noch Vertrag bis 2015. Also brauche ich mich nicht unter Druck zu setzen.“

Um Spielpraxis auf höherem Niveau zu sammeln, steht ein Leih-Geschäft im Raum. „Das wäre im Winter vielleicht eine Option. Aber da gibt es noch nichts Konkretes. Es hat bisher keine Kontakte gegeben“, so der Youngster.

Wertvolle Ratschläge könnte er sich dabei von seinem Freund David Alaba holen. Dem Bayern-Profi gelang mit seiner Ausleihe an Hoffenheim im Frühjahr 2011 ein wichtiger Entwicklungsschritt. Mittlerweile ist der 19-Jährige aus dem Profi-Kader der Münchner nicht mehr wegzudenken.

Aschauer zuletzt mit drei Toren in einem Spiel

Holzhauser fühlt sich in Stuttgart aber auch abseits des Sportlichen pudelwohl. Gemeinsam mit seinen österreichischen Kollegen Alexander Aschauer und Kevin Stöger hat er sich beim fünffachen deutschen Meister gut eingelebt.

Für seine beiden Weggefährten könnte es momentan unterschiedlicher nicht laufen: „Aschauer hat vor kurzem in der dritten Liga einen Dreierpack erzielt. Bei ihm läuft es bei den Amateuren momentan ziemlich gut. Stöger regeneriert sich von einem Ermüdungsbruch. Er wird noch Zeit brauchen, bis er wieder fit ist“, berichtet Holzhauser.

Mit Martin Harnik verfügen die Drei über ein Vorbild in der ersten Mannschaft. „Wenn wir bei den Profis trainieren, kümmert sich Martin um uns. Er ist eine wichtige Stütze.“

EM-Quali: U21 zum Siegen verdammt

Bevor es allerdings zurück nach Stuttgart geht, muss Holzhauser noch nach Bulgarien.

Mit einem Sieg könnte in der EM-Qualifikation ein letzter Funke Hoffnung am Leben gehalten werden. Nur die vier besten Gruppenzweiten erreichen neben den zehn Gruppensiegern das Playoff, in dem die sieben Startplätze für die EM in Israel ausgespielt werden.

Das ÖFB-Team, das aktuell bei vier Punkten hält, müsste wohl alle verbliebenen Spiele gewinnen, um sich noch Hoffnungen machen zu können.

Ob diese Mammutaufgabe zu bewältigen ist? Holzhauser betreibt Zweckoptimums: „Natürlich schaut es jetzt nicht gut aus, aber wir werden unser Bestes geben.“

 

Jakob Faber/Peter Altmann

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