Österreichs U21 verpasst einmal mehr die EM

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Österreichs U21-Team hat die Teilnahme an der EM-Endrunde in Tschechien 2015 verpasst.

Der ÖFB-Nachwuchs erzielte am Dienstagabend in Puertollano gegen Spanien mit einem 1:1 (0:0) zwar einen Achtungserfolg, um als einer der vier besten Gruppenzweiten ins Playoff einzuziehen, hätte das Team von Werner Gregoritsch gegen den ungeschlagenen Gruppensieger jedoch einen vollen Erfolg benötigt.

Das ÖFB-Auswahl musste in der Defensive gegen die Iberer vor allem in der Anfangsphase Schwerstarbeit verrichten.

Erst Spanien, dann Österreich mit Chancen

Denis Suarez (8.), Israel Puerto (14.), und Pablo Sarabia (19.) prüften Grödig-Goalie Cican Stankovic.

Österreich wurde bei hochsommerlichen Temperaturen erst nach der Trinkpause nach einer halben Stunde gefährlich: Kevin Stögers wuchtigen Schuss nach schöner Farkas-Vorarbeit konnte der spanische Schlussmann Kepa Arrizabalaga (35.) parieren.

Wenig später scheiterte Sturm-Graz-Angreifer Marco Djuricin aus aussichtsreicher Position mit einem zu schwach geratenen Abschluss am Torhüter (37.).

Auf der Gegenseite parierte Stankovic einen gefährlich abgefälschten Schuss von Pardo (46.).

Schock nach der Pause

Kurz vor der Pause musste Innenverteidiger Lukas Spendlhofer mit der Trage vom Platz getragen werden und wurde durch Ried-Verteidiger Bernhard Janeczek ersetzt.

Nach dem Seitenwechsel verteilte die österreichische Mannschaft ein Gastgeschenk: Lukas Rath brachte eine Eckball-Hereingabe nicht aus der Gefahrenzone, Alessandro Schöpf köpfelte den Ball Richtung eigenes Tor und genau in den Lauf von Sarabia.

Der Mittelfeldspieler vom FC Getafe ließ Stankovic keine Chance (50.). Die Auflösung der Doppelsechs - Rapids Louis Schaub ersetzte Düsseldorf-Legionär Christian Gartner - brachte frischen Schwung, jedoch vorerst nicht den gewünschten Erfolg.

Gregoritsch mit spätem Ausgleich

In der Schlussphase fielen zwei Schüsse von Michael Gregoritsch zu zentral aus, in der fünften Minute der Nachspielzeit gelang dem Bochum-Legionär mit einem Abstauber der 1:1-Endstand.

Bei den bereits fix für die EM 2015 in Tschechien qualifizierten Spaniern fehlten etwa die gesperrten Sergi Roberto (Barcelona) und Marc Muniesa (Stoke), Barcelona-Jungstar El Haddadi Munir war für Spaniens A-Team am Montag im Einsatz.

Gegen Österreich saßen mit Iker Muniain (Athletic Bilbao) und Deulofeu (Sevilla) zudem zwei Topstars lediglich auf der Ersatzbank.

Keine EM und kein Olympia

Mit 16 Punkten aus acht Spielen klassierte sich die österreichische Auswahl zwar auf dem zweiten Gruppenrang, gehört jedoch nicht zu den vier besten Gruppenzweiten, um noch ins Playoff einzuziehen.

Österreich muss damit weiterhin auf eine EM-Teilnahme warten und verspielte auch die Chance, sich für das olympische Fußball-Turnier in Rio zu qualifizieren.

 

Spanien - Österreich 1:1 (0:0)
Puertollano, Estadio Municipal Ciudad, SR Klossner (SUI).

Tore: Sarabia (50.) bzw. Gregoritsch (95.)

Aufstellung Österreich: Stankovic - Farkas, Spendlhofer (45.+2 Janeczek), Rath, Schilling - Gartner (62. Schaub), Schöpf - Ritzmaier (70. R. Zulj), Stöger, Gregoritsch - Djuricin

 

STIMME ZUM SPIEL

Teamchef Werner Gregoritsch: "Heute kann jeder stolz auf diese Mannschaft sein, man hat gesehen dass gute junge Spieler nachkommen. Vom Spielverlauf her haben wir genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. In der ersten Halbzeit waren wir sehr defensiv orientiert und haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt. Beim Gegentor haben wir ungeschickt agiert. Danach haben wir umgeschaltet, in den letzten 30 Minuten überhaupt mit sechs Offensivkräften gespielt und Spanien in die eigene Hälfte gezwungen. Man muss aber zur Kenntnis nehmen, dass die Spanier eine Qualität weit über der Norm haben. Es ist traurig, dass es mit dieser Mannschaft jetzt nicht weitergeht."

 

SO WURDEN DIE LETZTEN EM-QUALIS VERGEIGT

  • EM-Qualifikation 2015

Am Ende fehlte ein Punkt und es ist nicht schwierig, den zu finden: Im März unterlag das Team von Werner Gregoritsch zu Hause in Graz Albanien mit 1:3. Tage später wurde bekannt, dass sich die Herren Offenbacher, Martschinko, Neuhold, Murg, Friesenbichler und Leitner "unerlaubterweise aus dem Teamquartier entfernt" hatten. Nicht der erste Vorfall dieser Art in dieser Kampagne: Raphael Holzhauser, Robert Zulj und Marcel Ziegl wurden bereits im September 2013 aus disziplinären Gründen entlassen. Holzhauser, Gregoritschs Kapitän und "verlängerter Arm", spielte danach keine Rolle mehr. Am Tag des 1:1 in Spanien wurde er zu den Stuttgart-Amateuren versetzt.

 

  • EM-Qualifikation 2013

In der ersten Hälfte dieser Qualifikation hatte noch Andreas Herzog das Trainer-Zepter in der Hand, da wurde die Chance auf das EM-Quali-Playoff schon deutlich minimiert. Österreich unterlag zu Hause mit Spielern wie Holzhauser und Andreas Weimann Bulgarien 0:2 und spielte wenige Tage später in Lowetsch 1:1. Werner Gregoritsch übernahm nach Weihnachten und unterlag zwar nur Favorit Holland (1:4), aber wurde mit elf Punkten nur Vorletzter hinter Holland (19), Schottland (13) und Bulgarien (12)  sowie vor Luxemburg (0).

 

  • EM-Qualifikation 2011

Unter Neo-U21-Teamchef Andreas Herzog wurden mit eingesetzten Spielern wie David Alaba, Marko Arnautovic, Veli Kavlak, Julian Baumgartlinger, Stefan Ilsanker oder Andreas Weimann einfach viel zu viele Punkte auf dem Weg in die Playoffs verschenkt. Es startete mit einem 1:2 in Weißrussland (Herzog: "Wir haben dumme Fehlerr gemacht"), in Albanien wurden beim 2:2 zwei Elfer (Kavlak, Baumgartlinger) vergeben und beim 3:3 zu Hause gegen Weißrussland ein 3:1 in letzter Minute aus der Hand gegeben. Weißrussland wurde Zweiter der Gruppe, später EM-Dritter und spielte bei Olympia in London 2012.

 

  • EM-Qualifikation 2009

Unter Trainer Manfred Zsak wurde souverän der Gruppensieg erzielt, Belgien (mit Alex Witsel) nur Dritter. In den Playoffs wartete Finnland. Österreich siegte im Hinspiel 2:1 und führte in Turku lange 1:0 durch ein Tor von Marko Stankovic. Durch einen unnötigen defensiven Wechsel, gerieten die Gäste unter Druck und kassierten spät zwei Treffer, spielten Verlängerung und verschossen im Elferschießen zwei Mal. Eine fast sichere Qualifikation wurde schon damals auf bittere Art und Weise vergeben.

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