Euphorie und Selbstvertrauen bei Österreichs Gegner

Aufmacherbild

Bis vor wenigen Jahren war Österreichs erster Gegner bei der U20-WM auf der Fußball-Landkarte praktisch ein weißer Fleck.

Auf A-Team-Ebene galt Panama in der WM-Qualifikation und im Gold-Cup als Sparring-Partner, und wenn einmal die Qualifikation für eine Nachwuchs-Weltmeisterschaft erreicht wurde, präsentierten sich die Mittelamerikaner als verlässlicher Punktelieferant.

Initialzündung kam 2005

Dies änderte sich jedoch ab 2005, als die Mittelamerikaner im CONCACAF-Kontinental-Turnier bis ins Finale vordrangen.

2007 und 2009 reichte es immerhin bis zum Viertelfinale, vor wenigen Wochen scheiterten die Panamaer mit vier aktuellen U20-Kickern erst in der Vorschlussrunde und jubelten außerdem über den Achtelfinal-Einzug bei der U17-WM in Mexiko.

"Diese Mannschaft kann Geschichte schreiben"

Aufgrund dieser jüngsten Erfolge ist auch bei der U20-Auswahl Zuversicht eingekehrt, wie Goalie Luis Mejia vor dem Duell mit Österreich in der Nacht auf Samstag (0.30 Uhr) in Cartagena verkündete. "Diese Mannschaft kann Geschichte schreiben, sie ist sehr engagiert und weiß, was sie will. Das wird man in Kolumbien sehen."

Ein Sieg über die Mannschaft von Andreas Heraf hätte geradezu historische Ausmaße: In ihren bisherigen neun Partien bei U20-Weltmeisterschaften setzte es für "La Marea Roja" bei einem Remis gleich acht Niederlagen, was das Selbstvertrauen von Meija aber nicht schmälert. "Wir wollen in diesem Turnier für Aufsehen sorgen", beteuerte der Toulouse-Legionär.

Zeit als Prügelknabe ist vorbei

Der 20-Jährige war bereits bei der U20-WM 2007 in Kanada, wo Österreich Rang vier belegte, im Einsatz. Das Aus kam damals in einer Gruppe mit den späteren Finalisten Argentinien und Tschechien, dennoch sprach Meija in diesem Zusammenhang von einem Lernprozess.

"Ich hatte damals das Glück, gegen Spieler wie Sergio Aguero, Mauro Zarate oder Angel di Maria antreten zu dürfen", erklärte der Panama-Kapitän mit Blick auf das 0:6 vor vier Jahren gegen Argentinien.

Nun aber scheinen Panamas Zeiten als Prügelknabe auch im U20-Bereich vorbei zu sein. Zur Generalprobe spielten die Amerikaner vor eigenem Publikum von 18. bis 22. Juli ein Turnier mit vier WM-Teilnehmern, in dem sie gegen den CONCACAF-Meister Mexiko 1:1 spielten, gegen Afrika-Champion Nigeria ein 0:0 erkämpften und Portugal 2:0 besiegten.

Ein Heimspiel für Panama

Durch diese Achtungserfolge und durch intensive Medienberichterstattung steigerte sich die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit.

Dies hat zur Folge, dass am Freitag mehrere Charterflüge von Panama ins benachbarte Kolumbien abheben. Die dortigen Behörden hoben aufgrund des Turniers sogar die Visumpflicht für Panamaer auf, die im Besitz einer WM-Karte sind.

Bis Mittwoch waren rund 8.000 Tickets verkauft, die Organisatoren rechnen dennoch mit einem nahezu ausverkauften Haus im rund 17.000 Zuschauer fassenden Stadion von Cartagena.

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen