"Es ist eine große Leere da"

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„Es hat heute einfach nicht gereicht. Wir hatten die Möglichkeit, waren aber nicht gut genug“, sagt Andreas Heraf.

Für seine ÖFB-U20 war im Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Neuseeland Endstation. Die Österreicher scheiterten mit 0:2 an Usbekistan (Spielbericht).

Dabei waren die Hoffnungen groß, dass sich die ÖFB-Talente gegen die Asiaten durchsetzen und unter die besten acht Teams der Welt kommen würden.

„Viele in der Heimat haben gemeint, das wird ein Zuckerschlecken, mir war klar, dass das nicht so ist“, meint Heraf.

„Waren diesem Team nicht gewachsen“

Der Wiener habe einen überlegenen Gegner gesehen: „Wir sind auf einen unglaublich starken Gegner getroffen. Wir waren dieser Mannschaft mit unheimlicher Kampfkraft und Tempo im Spiel nicht gewachsen.“

Heraf weiter: „Die Usbeken waren die bessere Mannschaft und haben sich den Einzug ins Viertelfinale verdient. Die Enttäuschung ist natürlich groß, aber man muss neidlos anerkennen, dass die Leistung der Usbeken besser war.“

„Eine super Weltmeisterschaft“

Seine Mannschaft, die zwei Tage mehr Vorbereitung auf das erste Spiel nach der Gruppenphase gehabt hat, sei „etwas müder als in den letzten Spielen“ gewesen.

Goalie Tino Casali erklärt: „Die Enttäuschung ist riesig, bei uns allen ist eine große Leere da. Heute haben wir verdient verloren. Usbekistan hat uns gut analysiert und uns nicht in unser Spiel kommen lassen. Die gesamte Mannschaft hat nicht das gespielt, was wir in der Gruppenphase gezeigt haben.“

Nichtsdestoweniger zieht der Teamchef zufrieden Bilanz: „Es war für uns eine super Weltmeisterschaft. Ich bin sehr, sehr stolz auf die Jungs.“

Casali pflichtet ihm bei: „Es ist ein Wahnsinn, dass wir hier bei der WM dabei waren und es ist ein Wahnsinn, dass wir ins Achtelfinale gekommen sind. Jetzt ist es natürlich bitter, dass wir dastehen und ausgeschieden sind. In ein paar Tagen werden wir vielleicht über die tolle Zeit nachdenken und schöne Erinnerungen haben, aber heute sind wir traurig.“

LAOLA1 arbeitet die U20-WM aus ÖFB-Sicht auf:

  • Der Kader

Es war von Anfang an klar – und wurde von Heraf auch mehrmals betont –, dass es sich um keinen überragenden Jahrgang handelt. Die Alternativen sind rar gesät, weshalb sich das WM-Aufgebot praktisch von selbst ergeben hat. Einige prominente Namen haben allerdings gefehlt: Valentino Lazaro und Sinan Bytyqi etwa. Beide sind verletzt, Ersterer wäre aber auch fit nicht dabei gewesen, weil er im A-Team-Kader für das Spiel in Russland gestanden wäre. Allerdings wäre es dennoch möglich gewesen, eine stärkere Mannschaft nach Neuseeland zu schicken. Doch einige Talente wurden nicht einberufen, weil sie an der U19-EM in Griechenland teilnehmen werden – etwa Marko Kvasina und Sascha Horvath, die der U20 mit ihrer Klasse in der Offensive gewiss helfen hätten können.

  • Die Taktik

In drei von vier Fällen hat Heraf die richtige Taktik gewählt. In den Gruppenspielen gegen Ghana, Panama und Argentinien hat man gemerkt, dass sich das Trainerteam sehr akribisch vorbereitet und den richtigen Matchplan gewählt hat. Von aggressivem Pressing bis totale Defensive im 5-5-0-System war in der Gruppenphase alles zu sehen. Der Erfolg hat der ÖFB-U20 jedes Mal Recht gegeben. Gegen Usbekistan sah das allerdings ein wenig anders aus. Die Österreicher agierten fast ausschließlich mit hohen Bällen in die Spitze, dieses Rezept schmeckte dem Gegner aber, der ÖFB wurde fast überhaupt nicht gefährlich. Nur in wenigen Szenen war zu sehen, dass die ÖFB-Elf sehr wohl auch Kombinationsfußball beherrscht und mit diesem auch zum Erfolg kommen könnte.

  • Das Ziel

Was bei den vergangenen Nachwuchs-Turnieren nicht geklappt hat, wurde diesmal geschafft – das Überstehen der Gruppenphase. Das war angesichts der starken Gegner Ghana, Panama und Argentinien eigentlich nicht zu erwarten. Doch es ist geglückt, und damit hat der ÖFB-Nachwuchs gewissermaßen den nächsten Schritt geschafft. Schon vor der Abreise nach Neuseeland haben die Verbands-Spitzen das Ziel, künftig nicht nur bei Nachwuchs-Endrunden dabei sein zu wollen, sondern dort auch Erfolge zu feiern, formuliert – es wurde erreicht. Irgendwie wird man aber das Gefühl nicht los, es wäre noch mehr möglich gewesen.

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