In einer Reihe mit den Superstars

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Mesut Özil, Sami Khedira, Mario Gomez, Simon Rolfes, Manuel Neuer...wahrlich ein illustrer Haufen.

Man muss schon Talent besitzen, um mit diesen Stars in einer Reihe zu stehen. Kevin Stöger tut das. Der 17-jährige Österreicher wurde beim Mercedes-Benz-Cup im Jänner 2011 zum besten Spieler gewählt, wie einst auch die oben Genannten.

Ob bei seinem Klub VfB Stuttgart oder in Österreichs U20-Team, seit diesem Zeitpunkt geht seine Karriere unaufhaltsam bergauf.

Der Profivertrag bei den Schwaben stellt die bisherige Krönung seiner noch jungen Karriere dar. Erst am Freitag zeigte der Youngster mit zwei Treffern beim 6:1-Testspiel-Erfolg gegen VfL Brackenheim auf.

Ausgezogen, um die Welt zu erobern

Im zarten Alter von 15 Jahren wagte Stöger den Sprung ins Ausland. Der VfB Stuttgart rief und der gebürtige Steyrer folgte der Verlockung der Schwaben, deren Nachwuchs einen ausgezeichneten Ruf genießt.

In diesem Alter ins Ausland zu gehen, ist natürlich nicht leicht. Das merkte auch Stöger gleich zu Beginn: „Es war schwer, denn ich war dort ganz alleine und hatte niemanden.“

Sein einziger Heimatbezug damals war Raphael Holzhauser, der im selben Jahr zu den Schwaben übersiedelte. „Am Anfang haben wir alles gemeinsam gemacht“, erzählt der 17-Jährige im Gespräch mit LAOLA1.

Mittlerweile hat sich der Spielmacher eingelebt, ganz geheuer ist ihm das Alleinsein aber noch immer nicht.

„Ich bin ein Familienmensch. Es ist zwar jetzt besser geworden, aber ich merke noch immer, dass es mir schwer fällt. Wichtig ist, dass meine Familie jedes Wochenende zuschauen kommt, egal ob wir auswärts spielen oder daheim.“

Beckenbauer begeistert

Es sollte sich auszahlen, dass er dem Heimweh trotzte, denn parallel zu seinem seelischen Wohlbefinden, stieg auch die fußballerische Leistung. So weit, dass mittlerweile wohl jeder Nachwuchs-Scout Deutschlands seinen Namen kennt.

Denn nur ein Jahr nach seinem Kumpel Holzhauser konnte Stöger den Titel des besten Spielers beim Mercedes-Benz-Cup, einem der renommiertesten Nachwuchsturniere Deutschlands, holen.

„Das war eine super Sache und ich habe mich irrsinnig gefreut. Es ist ein sehr gutes Turnier, bei dem auch Franz Beckenbauer zugesehen hat. Da ist es super, wenn man bester Spieler wird“, weiß der Mittelfeld-Regisseur die positiven Ereignisse zu schätzen.

Ersten Profi-Vertrag unterschrieben

Seither geht es für den ehemaligen Spieler der Akademie Oberösterreich/West, dem Rieder Ausbildungslager, steil bergauf. Neben der Stuttgarter U19, in welcher er in 21 Spielen vier Tore und sechzehn (!) Assists („Ich schaue immer, ob jemand noch besser steht“) verbuchen konnte, wurde er gleich in die zweite Mannschaft hochgezogen.

Da durfte Stöger immerhin sechs Spiele machen und die Klubführung war so begeistert, dass sie dem 17-Jährigen zuletzt seinen ersten Profi-Vertrag unterschreiben ließ, und das gleich bis 2015.

Dabei ist die weitere Marschrichtung klar: „Ich will erst einmal mit zur U20-Weltmeisterschaft fahren, dann diese Saison Einsätze bei den Amateuren bekommen und nach dem Jahr direkt bei der ersten Mannschaft dabei sein.“ In dieser Tonart soll es dann weitergehen: „Mein Lieblingsverein ist der FC Barcelona und das wäre das größte Ziel, aber es ist natürlich noch ein weiter Weg.“ Träumen wird doch wohl noch erlaubt sein.

Der WM-Traum

Dafür verfolgt der Youngster seine Ziele Schritt für Schritt: „Ich will immer weiterkommen und immer die nächsten gesteckten Ziele erreichen.“

Das nächste ist dabei auch klar definiert: Die U20-Weltmeisterschaft in Kolumbien. Als Jüngster im Team Austria will er unbedingt beim Großereignis dabei sein: „Man merkt natürlich gleich, dass der 91er- und 92er-Jahrgang eine sehr gute Mannschaft ist. Ich hoffe, zur WM mitzufahren.“

Ob er dabei ist, wird er bald erfahren, muss doch bis spätestens 15. Juli der 30-Mann-Großkader auf 21 minimiert werden.

Jüngster im Heraf-Team

Dass er dabei das Nesthäkchen wäre, macht dem Fan von Cesc Fabregas nichts aus: „Es ist eine super Sache, wenn man hier der Jüngste ist. Ich merke dadurch weder Vor- noch Nachteile.“ So lange ist der offensive Mittelfeldspieler auch noch nicht in der Mannschaft dabei. Im März war der Jungspund erstmals bei einem Trainingslehrgang in Herafs Kader.

Falls er zur Weltmeisterschaft fährt, will der 1,75-Meter große Teenager, dessen Stärken „Schuss, Technik und Dribbling“ sind, dort erst einmal Panama schlagen, bevor an Brasilien oder den etatmäßigen Aufstiegskontrahenten Ägypten gedacht werden kann. Alles in allem sieht Stöger die Gruppe aber als „schwierig aber machbar“ an.

In Kolumbien einen Vorlagengeber wie Stöger dabeizuhaben, könnte wohl keinesfalls schaden. Und sollte Österreich ein ähnlich rasanter Aufstieg wie dem Primgeiger gelingen, dann werden wir mit diesem Team noch viel Freude haben.


Andreas Aigner/Harald Prantl

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