U20-WM? „Die Chance muss ich einfach wahrnehmen"

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Vor der U20-Welmeisterschaft in Kolumbien taucht nicht zum ersten Mal die Diskussion um Abstellungen der Klubs auf.

Ist es für die Hoffnungsträger dieses Landes von Vorteil die rot-weiß-roten Farben in einem internationalen Vergleich zu vertreten oder gilt es die Konzentration auf den Verein zu lenken?

Für Michael Schimpelsberger und Rapid hat sich diese Frage nie gestellt. Der 20-jährige Verteidiger fliegt am Freitag mit seinen Alterskollegen nach Südamerika.

„Natürlich ist es immer ein Nachteil, wenn man weg ist von der Mannschaft. Aber es handelt sich um eine WM, diese Chance muss ich einfach wahrnehmen“, gesteht der Rapidler, der das Nationalteam als Kapitän anführen wird.

„Größtes Erlebnis meiner noch jungen Karriere“

Von Seiten des Vereins gab es keinerlei Überlegungen, den gebürtigen Linzer nicht am „bisher größten Erlebnis seiner noch jungen Karriere“ teilnehmen zu lassen.

„Wir hätten ihm nie Steine in den Weg gelegt“, bestätigt auch Trainer Peter Schöttel, der große Stücke auf seinen Defensivspieler hält.

Der Abflug folgt allerdings ausgerechnet nach dem gelungenen Auftakt in der Bundesliga, als „Schimpi“ beim 2:0 gegen die Admira von Beginn an die rechte Außenbahn beackerte.

Mit seiner Vorstellung gegen den Aufsteiger zeigte sich der Verteidiger durchaus zufrieden. „Ich glaube, ich habe Jezek ganz gut aus dem Spiel genommen. Das war auch das vorrangige Ziel. Natürlich kann ich nach vorne noch mehr machen.“

Mit Erfolgserlebnis in der Liga zur WM

Unter Ex-Coach Peter Pacult kam der junge Oberösterreicher nur als „Notnagel“ zum Zug oder konnte den einen oder anderen Kurzeinsatz mitnehmen.

Bei Schöttel glaubt Schimpelsberger bessere Karten zu haben, da dieser schon in Wiener Neustadt oftmals auf Nachwuchsspieler baute.

Trotzdem weiß der ehemalige Holland-Legionär, dass ihm mit Christian Thonhofer ein erfahrener Spieler den Platz streitig machen will.

„Ich habe in der Vorbereitung gut trainiert, gespielt und schnell in die Mannschaft gefunden. Natürlich hängt mein Einsatz auch ein bisschen damit zusammen, dass sich Thonhofer verletzt hat. Aber es gehört immer auch ein bisschen Glück dazu.“

„Kann ein sehr großes Sprungbrett sein“

Glück kann der technisch versierte U20-Teamspieler auch bei der Weltmeisterschaft in Kolumbien benötigen.

Alles in allem ist Schimpelsberger davon überzeugt, dass ein Ereignis dieser Größenordnung zum ganz großen Karrieresprung werden kann.

Dies habe sich auch schon 2007 gezeigt, als Österreich mit Platz vier für eine wahre Euphorie sorgte und in weiterer Folge Spieler wie Sebastian Prödl, Erwin Hoffer und Rubin Okotie im Ausland unterbrachte.

„Wenn man mannschaftlich und individuell gut spielt, dann kann das ein sehr großes Sprungbrett sein. Nirgendwo wird es mehr Scouts geben, als wenn man bei einer WM zum Beispiel gegen Brasilien spielt.“

Auch ohne Alaba, Dragovic und Co. ist viel drin

Die Vorfreude auf das Turnier ist beim Ex-Twente-Spieler enorm. Vor allem auch, weil er sich durchaus Chancen ausrechnet.

Schimpelsberger ist davon überzeugt, dass die Mannschaft die Qualität habe, um zumindest für die eine oder andere Überraschung zu sorgen.

Und das, obwohl bereits zu A-Spielern aufgestiegene Legionäre keine Freigabe für das Kräftemessen in Südamerika erhielten.

„Ich glaube, dass sehr viel in dieser U20-Mannschaft steckt, auch wenn es oft geheißen hat, dass mit Alaba, Dragovic und Co. viele Spieler nicht abgestellt werden.“

Schimpelsberger kann es nicht mehr erwarten

Diese waren allerdings auch nicht dabei, als sich Österreich erfolgreich für die Endrunde in Kolumbien qualifizierte.

„Letztendlich hat sich die Mannschaft, die jetzt mitfliegt, gegen Holland für die WM qualifiziert. Und Holland ist nicht irgendeine Mannschaft. Deshalb glaube ich, dass sehr viel drin ist.“

Mit dem Selbstvertrauen der ersten Bundesliga-Runde im Gepäck geht es los. Ohne schlechtes Gewissen, sich nach seiner Rückkehr zu Rapid erneut beweisen zu müssen. Schließlich wird Schimpelsberger nur einmal in den Genuss einer U20-WM kommen.

„Ich habe erst letztens ein Interview mit Sebastian Prödl gelesen, der sich heute noch immer an die U20-WM erinnert und nur schöne Gedanken an damals hat. Ich glaube, dass es bei uns auch so sein wird.“


Alexander Karper

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