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Brasilianer eine Klasse besser

Für Österreichs U20-Auswahl waren die Ballzauberer aus Brasilien bei der WM in Kolumbien eine Nummer zu groß.

Die ÖFB-Junioren hatten zwar beim 0:3 am Montag (Ortszeit) in Barranquilla gegen die Südamerikaner in den ersten 30 Minuten ihre guten Momente, mussten schließlich aber die Überlegenheit des vierfachen U20-Weltmeisters anerkennen.

"Schaut alles so einfach aus"

Als "Lehrspiel" bezeichnete Tobias Kainz die Niederlage. "Die Brasilianer haben uns aufgezeigt, was es heißt, super Fußball zu spielen."

Ähnlicher Ansicht war Georg Teigl. "Am Schluss haben sie uns nur noch gehäkelt. Bei ihnen schaut alles so einfach aus", seufzte der Salzburg-Spieler.

Und Marcel Ziegl ergänzte: "In der zweiten Hälfte haben sie mit uns gemacht, was sie wollten."

Mit dem Gludovatz-System

In der ersten halben Stunde jedoch hielten sich die Österreicher wacker, mit ihrem Defensiv-System hatten die Brasilianer zunächst Probleme.

"Das 3-3-3-1 hat sehr gut funktioniert, dadurch hatten sie nicht viel Platz", analysierte Michael Schimpelsberger und trauerte den Möglichkeiten beim Stand von 0:0 nach.

"Am Anfang haben wir gut mitgehalten, aber leider unsere Chancen nicht genützt. In der zweiten Hälfte waren sie einfach überlegen und wir sind körperlich eingegangen."

Gewohnte Situation

Seinen Optimismus hat der Kapitän vor dem entscheidenden Spiel um den Achtelfinal-Aufstieg am Donnerstag (Ortszeit) in Cartagena gegen Ägypten noch nicht verloren.

"Wir waren gegen Brasilien in der ersten Hälfte ebenbürtig und haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können. Vom Spielerischen her ist Ägypten sicher nicht so stark wie Brasilien. Außerdem sind wir immer auf den letzten Drücker weitergekommen", erinnerte der Oberösterreicher an die knapp fixierten Siege, die zur Teilnahme an der U19-EM und U20-WM berechtigten.

Noch nichts entschieden

Tatsächlich würden drei Zähler gegen die Afrikaner wohl das Weiterkommen bedeuten.

Bei einem Erfolg mit zwei Toren Unterschied und einem Punktgewinn Brasiliens gegen Panama wären die Österreicher bei exakt gleichem Torverhältnis aufgrund des gewonnenen direkten Duells mit Ägypten Zweiter, bei einem knapperen Erfolg stünden die Chancen sehr gut, als einer der vier besten Gruppendritten aufzusteigen.

"Eigentlich ist nicht viel passiert, wir müssen jetzt eben dieses Match gewinnen", erkannte Christian Klem.

Sitzer ausgelassen

Im Hinblick auf das "Endspiel" wurde Andreas Weimann von Teamchef Andreas Heraf gut 20 Minuten vor Schluss ausgewechselt, um Kräfte zu sparen.

Davor hatte der Watford-Stürmer drei gute Möglichkeiten vorgefunden.

Vor allem die Chance bei 0:0, als er allein vor dem brasilianischen Goalie stand, lag dem Wiener noch im Magen. "Diese Chance hätte ich nützen können und müssen."

Radlinger verletzt

Gegen die Ägypter darf Weimann einen neuen Anlauf nehmen, sein Kollege Samuel Radlinger könnte die Partie hingegen verpassen.

Der Goalie blieb beim fast geglückten Abwehrversuch des Elfmeters von Philippe Coutinho im Rasen hängen und verließ das Stadion mit einer bandagierten Hand, eine Diagnose stand zunächst noch aus.

Radlinger hatte den Strafstoß zum vorentscheidenden 0:2 nach einem Foul an Danilo selbst verursacht. "Es war ein Elfer. Ich war um eine Zehntelsekunde zu spät draußen", gab der Oberösterreicher zu.

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