Trotz 0:3 - Herauf sah auch "tolle" Momente

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Trotz des am Ende deutlichen 0:3 gegen Brasilien hat Teamchef Andreas Heraf den Glauben an den Aufstieg der ÖFB-U20-Auswahl ins Achtelfinale der Fußball-U20-WM in Kolumbien nicht verloren.

Hoffnung schöpft der Wiener vor allem aus der Leistung seiner Mannschaft in den ersten 30 Minuten, auch wenn die Südamerikaner seinem Team danach klar die Grenzen aufzeigten.

Trauer um Chancen

"Wir haben gegen die vielleicht beste U20-Mannschaft der Welt gespielt", gab Heraf nach der Niederlage am Montag (Ortszeit) in Barranquilla zu bedenken.

Dennoch habe man die Südamerikaner zu Beginn in Bedrängnis gebracht. "Vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn wir das 1:0 gemacht hätten", meinte der Ex-Internationale mit Blick auf die Möglichkeit von Andreas Weimann nach zehn Minuten.

"Chancen waren wieder da, das freut mich, aber man muss halt auch einmal eine reinhauen."

Fieber in der Abwehr

Heraf hatte gegen den Titel-Mitfavoriten auf ein 3-3-3-1-System gesetzt. "Was mich noch mehr freut ist, dass sich die Brasilianer damit 30 Minuten lang nicht zurechtgefunden haben, das ist toll."

Dabei hätte der 43-Jährige gegen Brasilien ursprünglich ein 4-1-4-1 geplant gehabt.

Ein Fieberschub beim in der Innenverteidigung vorgesehen gewesenen Lukas Rotpuller sowie Bedenken, es könnte bei dieser Ausrichtung an Offensivkraft mangeln, bewogen Heraf laut eigenen Angaben in der Nacht vor dem Match zu einem Meinungsumschwung.

Schwindende Kräfte

Die Systemänderung mündete nicht in einen zählbaren Erfolg, was der Nationaltrainer auch mit Konzentrationsschwächen in der Defensive erklärte.

"Mich ärgert ein bisschen, dass wir die Gegentore so billig bekommen haben."

Spätestens nach dem 0:2 war für Heraf klar, dass bei hohen Temperaturen und extremer Schwüle nichts mehr zu holen sein wird. "Dann sind die Kräfte geschwunden und wir konnten nichts mehr machen."

Eine Frage der Fitness

An der Kondition sei die Niederlage allerdings nicht festzumachen.

"Ich sehe keine Probleme im physischen Bereich", sagte der Teamchef, für den die körperliche Verfassung im "Endspiel" um den Achtelfinal-Einzug am Donnerstag in Cartagena gegen Ägypten eine Schlüsselrolle spielt.

"In so einem Turnier ist die sechste Hälfte die entscheidende. Wer jetzt schneller regeneriert und fitter ist, wird in den letzten 45 Minuten ein Übergewicht bekommen."

Dünne Personaldecke

In diesem Zusammenhang hofft er auf ein Ende der ständigen Erkrankungen im Spielerlager.

Einen weiteren Aderlass könne man sich nicht leisten, betonte der Coach, der ohnehin nicht mit seinem Wunschkader nach Kolumbien hatte reisen dürfen.

"Wir sind nicht mit unseren Besten da. Aber die, die da sind, geben alles."

Aufstieg im Visier

Dies wird auch notwendig sein, denn gegen Ägypten muss ein Sieg mit zwei Toren Differenz her, um noch auf Platz zwei zu landen.

Ein knapperer Erfolg würde - sofern Panama gegen Brasilien nicht gewinnt - Platz drei bedeuten. In diesem Fall hätte das ÖFB-Team mit vier Punkten gute Chancen, als einer der vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale zu kommen.

"Ich denke nur ans Weiterkommen, egal ob als Zweiter oder Dritter", beteuerte Heraf.

Keine großen Hoffnungen

Brasiliens U20-Teamchef Ney Franco, dessen Truppe gegen Ägypten 1:1 gespielt hatte, gab den Österreichern jedoch keine allzu großen Chancen auf einen Sieg gegen die Afrikaner.

"Die Ägypter spielen wesentlich offensiver, sind physisch und technisch stärker als Österreich", behauptete der Betreuer und gab Heraf einen Ratschlag mit auf dem Weg.

"Andreas Weimann ist ein ausgezeichneter Stürmer, aber er braucht eine zweite Spitze neben sich."

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