Die Happy-End-Spezialisten

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Erstmals in der Geschichte des ÖFB sind drei verschiedene Nachwuchs-Nationalteams in einem Sommer bei Endrunden dabei.

Nach der U20 (WM in Neuseeland) und der U17 (EM in Bulgarien) hat sich die U19 für die EM in Griechenland qualifiziert.

Natürlich, ist man zu schreiben geneigt. Denn der Jahrgang 1996 hat sich bislang noch für jedes Großereignis qualifiziert. U17-EM, U17-WM und jetzt eben die U19-EM.

„Das hat es in der Geschichte des ÖFB erst einmal gegeben, dass das einem Jahrgang gelungen ist“, sagt Teamchef Hermann Stadler. Es war der Jahrgang 1987 (Suttner, Junuzovic, Prödl, Harnik, etc.), der von 2004 (U17-EM) bis 2007 (U20-WM) für Furore gesorgt hatte.

"Es war wieder ein Krimi"

Und wie es für diese Truppe so üblich ist, war es wieder einmal ein Zittern bis zum Schluss. Weil die Schotten im Parallelspiel in Lindabrunn gegen Kroatien nicht über ein 1:1 hinauskamen, reichte der 2:1-Sieg des ÖFB gegen Italien zum Gruppensieg.

Dabei hatte es nach dem 1:2 gegen die Schotten zum Auftakt ganz und gar nicht danach ausgesehen, als ob sich die EM-Teilnahme ausgehen würde. „Es war wieder ein Krimi“, stöhnt der Coach.

„Offenbar bringt es uns Glück, wenn wir das erste Spiel verlieren. Man muss es ja ein bisschen spannend machen“, lacht Sascha Horvath. Er spielt auf die anderen Auftaktniederlagen an – 0:1 in der U17-EM-Quali gegen Irland und 0:1 bei der U17-EM gegen die Slowakei.

„Ich habe immer nur das Positive hervorgehoben. Wir haben immer an unsere Stärken geglaubt“, versichert Stadler.

Horvath war fast schon weg

Abermals entschied das finale Gruppenspiel. Diesmal gerieten die ÖFB-Talente sogar 0:1 in Rückstand. „Aber wir haben starke Nerven“, grinst Horvath. Zunächst war es Marko Kvasina dem aus einem Kopfball der Ausgleich gelang. „Ich bin Stürmer, Tore zu machen, ist mein Job“, kommentiert der Austrianer diesen Umstand staubtrocken.

Danach sorgte Horvath für den spielentscheidenden Treffer. Dabei sollte der Mittelfeldspieler schon ausgewechselt werden, Adrian Grbic stand an der Seitenlinie schon bereit. Doch ein Angriff wurde dann doch noch ausgeführt. „Michi Endlicher hat einen idealen Pass gespielt und ich habe gar nicht viel überlegt, sondern einfach geschossen“, sagt Horvath.

"Diese Moral ist einzigartig"

Entsprechend stolz ist der Teamchef: „Die Mannschaft hat an ihre Chance geglaubt und bis zum Schluss gefightet. Mir hat ihr Auftreten imponiert. Die Moral dieser Truppe ist einzigartig.“

Laut Horvath liegt das nicht zuletzt daran, dass es sich um ein seit Jahren eingeschworenes Team handelt: „Wir sind alle richtig gute Freunde, kennen uns größtenteils schon seit zehn Jahren.“

Und bei der EM in Griechenland (6. bis 19. Juli) wird diese Freundschaft weiter intensiviert. Als eine von drei ÖFB-Nachwuchsteams bei Endrunden.

Oder wie es Kvasina ausdrückt: „Man sieht, dass der österreichische Fußball relativ dick im Geschäft ist.“

Harald Prantl

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