Zwei Freunde in Stuttgart

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Zwei Freunde in Stuttgart

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Daniel Ripic (19) und Stefan Peric (18) haben ein schwieriges Frühjahr hinter sich.

„Wir haben uns bei Red Bull nicht mehr wohlgefühlt“, sagt Ripic. Das hatte einen Grund. Er fährt fort: „Wir wurden suspendiert, haben so gut wie keine Spiele gemacht und nur trainiert.“

Wie das „profil“ berichtete, gab es Vertragsstreitigkeiten. Die Salzburger sollen verlangt haben, dass das Duo seine Verträge mit RB Salzburg auflöst und welche beim FC Liefering unterschreibt. Ihr Manager Roman Grill, der unter anderem Philipp Lahm vertritt, lehnte ab. Es kam zum Bruch.

„So ist das Fußball-Geschäft“

Ripic, der im Herbst als Kooperationsspieler regelmäßig zu Kurzeinsätzen in Liefering gekommen war, durfte im Frühjahr nur noch ein einziges Mal für die U18 auflaufen, Peric bestritt fünf Partien für die Akademie-Mannschaft. Für zwei Spieler, die sich in der Ersten Liga durchsetzen wollten, freilich alles andere als zufriedenstellend.

„Was im Verein genau abgelaufen ist, ist nicht wichtig. So ist das Fußball-Geschäft. Vielleicht war es positiv, vielleicht negativ – das werden wir in ein paar Jahren sehen. Wir konzentrieren uns auf unsere neue Aufgabe“, schließt Peric mit diesem Thema ab.

„Die beste Entscheidung, die wir treffen konnten“

Ihre neue Aufgabe liegt rund 300 Kilometer weiter nordwestlich beim VfB Stuttgart. Benztown statt Mozartstadt. „Die beste Entscheidung, die wir treffen konnten“, ist der Innenverteidiger überzeugt.

Kontakt bestand schon seit einiger Zeit, doch auch mit anderen Klubs wurden Gespräche geführt. „Natürlich überlegt man vor einem Wechsel. Aber wir waren dann dort und haben uns das Trainingsgelände angesehen. Es hat uns gefallen und wir haben uns sofort wohlgefühlt“, berichtet Ripic.

Der Stürmer weiter: „Stuttgart setzt auf junge Spieler, etwa Timo Werner und Timo Baumgartl. Deswegen hat mich diese Aufgabe gereizt.“

„Wie in einer echten Profi-Mannschaft“

Zudem treffen sie bei der zweiten Mannschaft des VfB auf einige Landsleute. Rechtsverteidiger Phillipp Mwene ist dort ebenso engagiert wie U20-Teamkapitän Francesco Lovric und Adrian Grbic, mit dem das Duo gerade bei der U19-EM in Griechenland weilt. „Bei denen haben wir uns auch erkundigt“, sagt Peric.

Die ersten Eindrücke von der Arbeit in Stuttgart sind positiv. „Das Training ist viel intensiver – das Tempo, das Körperliche“, berichtet Ripic. Peric pflichtet ihm bei: „Man merkt sofort, dass Deutschland etwas anderes ist. Dort geht es richtig zur Sache. Liefering ist eine sehr junge Mannschaft, beim VfB fühlt man sich aber wie in einer echten Profi-Mannschaft, da sind drei Spieler über 30 dabei, einige sind Mitte 20. Obwohl es Amateure sind, fühlt es sich wie eine Profi-Mannschaft an.“

Umso mehr freuen sich die beiden auf den Saisonstart. „Das ist eine Profi-Liga – die Stadien, die Fans, das ist schon geil“, leuchten Peric‘ Augen. Wie ihre persönlichen Chancen stehen? „Es wird von uns abhängen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, kann es sehr schnell gehen“, meint Ripic.

„Er war immer für mich da“

Jeder hat in Stuttgart seine eigene Wohnung, doch die Entfernung beträgt nur fünf Minuten. Es ist also davon auszugehen, dass die zwei auch künftig jede Menge Zeit miteinander verbringen werden. Peric: „Es ist super, zu zweit zu sein. So kommt kein Heimweh auf.“

Es ist mehr als nur eine Zweckgemeinschaft. „Ich kenne ihn seit sieben Jahren, er war immer einer meiner besten Freunde. Wir hängen gerne miteinander ab. Er ist ein super Mensch“, sagt Ripic. Peric empfindet genauso: „Er war als Freund immer für mich da. Ich war eine Klasse unter ihm. Aber in der Pause haben wir gemeinsam Blödsinn gemacht.“

Und wie denken sie fußballerisch über den jeweils anderen? Ripic beschreibt Peric so: „Er ist in der Verteidigung ein Tier, ist körperlich stark und gut im Spielaufbau.“ Peric: „Er ist ein Goalgetter, der aber nicht eigensinnig ist, sondern auch auf seine Mitspieler schaut.“

Nachsatz: „Wenn wir gegeneinander gespielt haben, ist es immer richtig zur Sache gegangen.“

Harald Prantl

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