Ein Fehlstart als gutes Omen

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Ein Fehlstart als gutes Omen

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Die ÖFB-U19 ist mit einer Niederlage in die Europameisterschaft 2015 in Griechenland gestartet. Gegen die Altersgenossen aus Frankreich (Stichtag 1.1.1996) musste sich die Mannschaft von Teamchef Hermann Stadler mit 0:1 geschlagen geben (Spielbericht).

Dennoch fällt das Fazit des Trainers nicht allzu negativ aus: „Mit einer Niederlage kann man nie zufrieden sein, ich muss aber meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Die Spieler haben sich nicht versteckt und über 90 Minuten gefightet. Wir haben gegen eine wirklich ausgezeichnete Mannschaft gespielt, die vor allem in der Offensive hervorragende Spieler besitzt. Zum Schluss hat mein Team Moral bewiesen und wäre fast noch zum Ausgleich gekommen.“

„Unsere Chancen sind weiter intakt“

Stadler weiter: „Wir wollen jetzt das Positive mitnehmen und versuchen, in den nächsten Spielen im letzten Drittel und beim letzten Pass noch präziser zu agieren. Ich bin sehr positiv gestimmt, unsere Chancen auf den Aufstieg sind weiter intakt.“

Dass eine Auftakt-Niederlage zwar bedeuten mag, dass man mit dem Rücken zur Wand steht, deshalb aber noch nicht aller Tage Abend ist, weiß wohl niemand besser als dieser Jahrgang des ÖFB.

Tatsächlich hat ein Fehlstart für diese Mannschaft schon Tradition.

Fehlstart I

Im Oktober 2012 startete die Truppe in ihre erste Qualifikation, jene für die U17-EM in der Slowakei. In Tirol kommen die ÖFB-Youngster zum Auftakt gegen Zypern nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Es wurde mehr erwartet, zumal der Gegner ab der 63. Minute mit einem Mann weniger am Feld stand. Doch das Team ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und fertigte im nächsten Spiel die Färöer mit 6:0 ab – Tobias Pellegrini und Adrian Grbic gelang jeweils ein Doppelpack. Im finalen Gruppenspiel gegen die Schweiz reichte ein 1:1, weil sich die Färöer und Zypern im Parallelspiel ebenfalls mit einem 1:1 trennten. Platz zwei in der Gruppe reichte zum Aufstieg in die Eliterunde der Quali.

Fehlstart II

Es war ein bitterkalter Abend in Schwechat Ende März 2013, an dem die Eliterunde startete, zwischendurch schneite es sogar. Und die ÖFB-Youngster wurden in der 22. Minute von den Iren kalt erwischt. Reece Grego-Cox sorgte für das 1:0 aus dem Nichts. In der Nachspielzeit der zweiten Hälfte vergab Grbic zudem einen Elfmeter. Die EM war somit in weite Ferne gerückt, weil nur der Gruppen-Erste teilnahmeberechtigt war. Im zweiten Spiel feierte die Stadler-Elf einen überraschenden 1:0-Sieg gegen die favorisierten Serben – Pellegrini traf zehn Minuten vor Spielende. Das letzte Gruppenspiel wurde zu einer Zerreißprobe für die Nerven. Nikola Zivotic und Grbic sorgten am FAC-Platz noch vor der Pause für die 2:0-Führung gegen Georgien, doch kurz nach dem Wiederanpfiff fiel der Anschlusstreffer, am Ende zitterte der ÖFB die knappe Führung über die Zeit. Zudem trennten sich Irland und Serbien mit einem 1:1, was für die Österreicher das EM-Ticket bedeutete.

Fehlstart III

Beim EM-Auftakt gegen Gastgeber Slowakei waren die Österreicher die bessere Mannschaft und hatten einige Chancen. Doch in der Schlussphase der Partie lief so ziemlich alles schief. Zunächst sah Thomas Steiner nur 13 Minuten nach seiner Einwechslung Gelb-Rot und in der Nachspielzeit sorgte Martin Slaninka auch noch für den Siegtreffer der Slowaken. Gegen die Schweden wurde dank eiens Treffers von Zivotic ein 1:1 erreicht. Also kam es im letzten Spiel gegen die Schweiz zum direkten Duell um den dritten Platz in der Gruppe, der zur WM-Teilnahme berechtigte. Dominik Baumgartner und Daniel Ripic sorgten mit ihren Treffern für einen 2:1-Sieg und damit erneut für ein Happy End.

Fehlstart IV

Mit Kanada wartete der vermeintlich leichteste Gegner zum WM-Auftakt in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ideal, um für die kommenden schweren Aufgaben Selbstvertrauen zu tanken. In der 28. Minute brachte Sascha Horvath die ÖFB-U17 in Führung, doch ein Doppelschlag der Kanadier in der 53. und 58. Minute drehte das Spiel plötzlich. Ein Treffer von Zivotic rettete einen Punkt. In weiterer Folge gab es diesmal kein glückliches Ende – die Partien gegen Argentinien (2:3) und den Iran (0:1) wurden verloren.

Kein Fehlstart I

Die erste Runde der U19-EM-Quali im Oktober 2014 lief ganz nach Wunsch. Dabei sah es gegen Lettland zunächst gar nicht so gut aus – Daniel Ripic vergab gegen Gastgeber Lettland in der 19. Minute einen Elfmeter und es dauerte bis zur Schlussminute, ehe Marko Kvasina die ÖFB-Elf mit dem Siegtreffer zum 1:0 erlöste. Es folgte ein 1:0 gegen Kasachstan und die 5:1-Gala gegen Deutschland, als Kvasina und Ripic je zwei Treffer bejubeln durften.

Fehlstart V

Die Auslosung der Eliterunde hatte es in sich – Schottland, Kroatien und Italien. Ein Sieg zum Auftakt gegen die Schotten Ende März 2015 war praktisch Pflicht, um den notwendigen Gruppensieg einzufahren. Doch die Partie lief völlig schief. Manuel Haas sah in der 15. Minute Rot, Liam Henderson verbuchte einen Doppelpack (54., 79.), zudem wurde Stefan Jonovic ausgeschlossen. Am Ende verlor die Stadler-Truppe 1:2. Nach einem 2:0-Sieg gegen Kroatien, bei dem mit Philipp Lienhart abermals ein Österreicher ausgeschlossen wurde, waren die Chancen auf den Gruppensieg plötzlich wieder intakt, wenngleich minimal. Doch es klappte. Kvasina und Horvath schossen Österreich zu einem 2:1-Sieg gegen Italien, das Parallelspiel zwischen Schottland und Kroatien endete 1:1, weshalb Österreich mit nur sechs Punkten Gruppensieger wurde und das EM-Ticket fixierte.

Fehlstart VI

Wie schon eingangs erwähnt, sollte es auch zum Start der U19-EM nicht klappen – ein 0:1 gegen Frankreich stellt die Österreicher vor eine schwierige, wenngleich nicht unlösbare Aufgabe. „Wir haben es immer geschafft, zurückzukommen“, sagt Stefan Peric. Der Innenverteidiger erläutert: „Wir sind eine zusammengeschweißte Truppe. Wir nennen uns selbst ‚die Verschworenen‘. Der Teamgeist macht bei uns viel aus, das steht im Vordergrund.“ Ripic pflichtet ihm bei: „Wir glauben immer daran, dass wir es noch schaffen können.“ Am Donnerstag, um 21 Uhr, steht gegen Gastgeber Griechenland das nächste Spiel auf dem Programm.

Harald Prantl

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