"Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen"

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Während sich die Slowaken noch auf dem Feld feiern ließen, waren die ÖFB-Youngster längst in die Kabine geschlichen.

Kein Wunder, endete der Auftakt in die U17-EM doch denkbar bitter. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit konnte der eingewechselte Martin Slaninka das Spiel mit 1:0 zu Gunsten der Gastgeber entscheiden.

„Dabei war es ein ausgeglichenes Spiel. Wir hätten uns einen Punkt verdient gehabt“, fand Petar Gluhakovic.

Fehlpässe und zu große Abstände

Tatsächlich starteten die Österreicher gut in die Partie, die Hausherren hingegen wirkten vor der Kulisse von 4.100 Zusehern nervös.

Das sollte sich aber rasch ändern. „Wir haben sie nach zehn Minuten mit unseren Fehlpässen ins Mittelfeld stark gemacht. Sie haben dann immer Diagonalbälle auf unserer linke Abwehrseite gespielt, wo wir echte Schmerzen hatten. Das war der Knackpunkt“, sagte Teamchef Hermann Stadler.

Adrian Grbic meinte: „Wir müssen daran arbeiten, dass wir die Abstände zwischen den Ketten kleiner halten. Wir haben den Slowaken in der Mitte viel Platz zum Kombinieren gegeben.“

„Das Streben nach dem Tor muss besser werden“

„Außerdem konnten wir vorne keine Bälle sichern“, ergänzte Stadler. Tatsächlich tat sich Tobias Pellegrini an vorderster Front gegen die großgewachsenen slowakischen Innenverteidiger Denis Vavro und Atila Varga denkbar schwer. In der Pause wurde er durch Daniel Ripic ersetzt.

„Er war sehr aktiv“, so Stadler über jenen Mann, der in der 49. Minute die beste Chance des ÖFB-Teams ausließ.

Zwar kamen die Österreicher auch sonst immer wieder in die Offensive, die ganz großen Möglichkeiten fanden sie aber nicht vor. Gluhakovic: „Das Streben nach dem Tor muss besser werden. Der letzte Pass zum Abschluss hat diesmal gefehlt.“

Schwache linke Seite

Das größere Problem ortete Stadler jedoch in der Defensive: „Wir müssen im Abwehrbereich sicherer werden. Man hatte immer das Gefühl, dass wir unsicher sind und keine Lösung haben.“

So eben auch in der 82. Minute beim Gegentor. „Es war ein Fehler unserer wirklich schwachen linken Abwehrseite. Die linke Seite war offensiv und defensiv nicht so, wie sich das gehört. Diesen Schwachpunkt haben die Slowaken ausgenützt“, zeigte sich der Trainer mit Kapitän Michael Lercher, Stefan Peric und Flügelspieler Grbic nicht gerade zufrieden.

Keine Vorwürfe an Steiner

Hinzu kam der unglückliche Auftritt von Thomas Steiner, der in der 64. Minute eingewechselt und in der 77. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde.

Stadler: „Ich will ihm keine Vorwürfe machen. Es ist halt unglücklich, wenn man reinkommt und zwei Mal von hinten ein Foul machen muss. Daraus muss er lernen. Auf diesem Niveau wird jeder Fehler bestraft.“

Lazaro musste vorzeitig raus

Dass der Mittelfeldspieler aus dem Rapid-Nachwuchs überhaupt ins Spiel kam, lag daran, dass Valentino Lazaro nicht weitermachen konnte.

„Ich habe einen Schlag bekommen und der Muskel hat zugemacht“, so der Salzburg-Profi. Sein Trainer ergänzt: „Wir wollten dann keine Verletzung riskieren.“

Grundsätzlich zeigte sich der Teamchef mit seiner Schaltzentrale zufrieden: „Lazaro und Horvath hatten viele Ballkontakte und haben versucht, eine Linie in unser Spiel zu bringen.“

Die Suche nach dem Grund

Auf der Suche nach dem Grund für das späte Gegentor waren sich die Akteure indes nicht einig.

Grbic: „Man hat uns am Ende angemerkt, dass uns die Kraft ausgegangen ist. Das soll aber keine Ausrede sein.“ Gluhakovic: „Wir haben uns nach dem Ausschluss zu viele Sorgen gemacht.“ Stadler: „Es war sicher auch ein Mangel an Konzentration.“

Hoffen auf das nächste Husarenstück

Dennoch ist auch trotz des 0:1 im ersten Spiel nach wie vor alles möglich. „Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen. Wir haben schon nach der Eliterunde bewiesen, dass wir nach einer Auftaktniederlage aufsteigen können“, sagte Grbic.

Daran erinnerte sich auch der Teamchef: „Jetzt sind wir wieder unter Druck, mit dem Rücken zur Wand. Wir haben aber schon bewiesen, dass wir so etwas umdrehen können. Vielleicht gelingt uns dieses Husarenstück ein zweites Mal.“

Dazu ist im Spiel gegen die Schweden, die die Schweiz mit 1:0 bezwangen, jedoch eine Leistungssteigerung nötig.


Harald Prantl

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