U17-Teamchef Stadler analysiert Irland-Niederlage

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Es war ein bitterer Abend für die U17-Auswahl des ÖFB.

Die 0:1-Niederlage gegen Irland zum Auftakt der EM-Quali-Eliterunde ließ die Endrunden-Teilnahme in weite Ferne rücken.

Vor allem in der ersten Hälfte war von den Österreichern – abgesehen von einem Lattentreffer durch Tobias Pellegrini – nichts zu sehen. „Ich bin vom Auftreten der Mannschaft enttäuscht“, sagt Teamchef Hermann Stadler.

Nach der Pause zeigten die Hausherren allerdings ein ganz anderes Gesicht und drängten vehement auf den Ausgleich.

Dieser sollte aber nicht gelingen. Stuttgart-Legionär Adrian Grbic scheiterte nämlich in der Nachspielzeit mit einem Elfmeter am irischen Goalie Peter Burke.

Stadler analysiert im LAOLA1-Interview die Leistung seiner Schützlinge.

LAOLA1: Wie groß ist Ihre Enttäuschung nach diesem 0:1 zum Auftakt?

Hermann Stadler: Riesengroß. Die Vorbereitung und die Stimmung waren ausgezeichnet, die Spieler haben sich gegenseitig gepusht. Wir sind auch gut ins Spiel gekommen, haben aber leider eine hundertprozentige Torchance vergeben. Dann waren wir 35 Minuten lang nicht vorhanden. Wir sind vom Gegner zu weit weg gestanden, waren immer zu spät dran. Eigentlich war das offensiv und defensiv nichts.

LAOLA1: Gibt es eine Erklärung dafür?

Stadler: Ich verstehe es nicht. Wir haben gesagt, dass wir nah am Gegner dran sein, die Räume eng machen und aggressiv sein müssen. Das ist uns in der ersten Hälfte aber überhaupt nicht gelungen. Ich bin vom Auftreten der Mannschaft enttäuscht.

LAOLA1: Die Reaktion nach der Pause hat dann aber gestimmt. Sie haben das System umgestellt, einen zweiten echten Stürmer gebracht und es lief besser.

Stadler: Da hat die Mannschaft dann so gespielt, wie ich mir das vorstelle, wie ich sie kenne. Wir haben von Beginn an extrem viel Druck gemacht, die Iren hatten sehr großes Glück, nicht den Ausgleich kassiert zu haben. Wir hatten viele Möglichkeiten. Der große Kampfgeist ist mit dem vergebenen Elfer aber nicht belohnt worden. So ist Fußball. Wir müssen jetzt schauen, die Niederlage aus den Köpfen zu bringen.

Grbic scheiterte vom Elferpunkt

LAOLA1: Was sagt man einem jungen Burschen wie Grbic, der in der Nachspielzeit einen Elfer verschießt?

Stadler: Wir dürfen nicht auf ihn hinhauen. Er hat für uns schon viele Tore geschossen. Es haben schon ganz andere Elfmeter vergeben. Er hat bis jetzt keinen einzigen Elfer verschossen, war immer extrem sicher. Bitter für uns und für ihn – er ärgert sich am meisten.

LAOLA1: Sie haben ein paar technisch sehr versierte Spieler in Ihrer Elf. Aufgrund der Bodenverhältnisse hatte man das Gefühl, sie können ihre Stärken nicht ganz ausspielen.

Stadler: Das war für beide Mannschaften gleich. Ich kann nicht jammern, weil Schnee gelegen ist. Man muss sich auf die Verhältnisse einstellen. Es ist Pech, dass es zu schneien begonnen hat. Die Schwechater haben tolle Arbeit geleistet, der Platz war gut zu bespielen.

LAOLA1: Jetzt geht es im zweiten Spiel gegen Serbien um Alles oder Nichts.

Stadler: Es wäre wichtig gewesen, mit einem Sieg ins Turnier zu starten. Jetzt stehen wir schon mit dem Rücken zur Wand. Es ist aber noch alles möglich, wenngleich die Wahrscheinlichkeit auf die EM-Teilnahme schon verschwindend klein ist.

Das Gespräch führte Harald Prantl

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