Spaßvogel mit Sprinter-Eltern

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Der Spaßvogel mit den Sprinter-Eltern

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Andreas Weimann darf sich über seine erste Einberufung ins ÖFB-Team freuen.

„Es ist eine große Ehre für mich und eine Bestätigung meiner Leistungen, dass ich diesmal dabei bin“, freut sich der 21-Jährige, der mittlerweile schon 19 Mal in der Premier League gespielt hat.

Doch wer ist der Wiener, der als Jugendlicher nach Birmingham übersiedelte, um sich bei Aston Villa durchzusetzen?

LAOLA1 weiß zehn Dinge über Andi Weimann:

  • Eine der herausragenden Stärken des Stürmers ist seine Schnelligkeit. Diese kommt nicht von ungefähr. Seine Eltern waren nämlich beide Hürden-Sprinter. Mama Sabine hielt 14 Jahre lang den österreichischen Rekord über die 100 Meter Hürden.
  • Der FC Stadlau war der erste Verein, bei dem der Wiener dem runden Leder nachjagte. Er ist nicht der einzige bekannte Kicker, der im Nachwuchs des Klubs aktiv war. Unter anderem spielten dort auch Marco Djuricin, Patrick Osoinik, Thomas Prager, Marcus Hanikel, Christoph Knasmüllner, Thomas Bergmann, Serkan Ciftci und Marco Sahanek.
  • Im Alter von 13 Jahren entschied sich das Talent zu einem Wechsel zum SK Rapid. Der Weg aus dem 22. Wiener Gemeindebezirk, wo Weimann wohnte, nach Hütteldorf war ein weiter. Die Anreise zum Training mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dauerte nicht weniger als eineinhalb Stunden.
  • Der Angreifer war nicht der einzige Österreicher, der im Sommer 2007 zu Aston Villa wechselte. Dominik Hofbauer, der aus der Jugend des SK Sturm kam, wagte ebenfalls den Schritt auf die Insel. Der heute 22-Jährige kehrte im Sommer 2010 zurück. Seither gehört er dem SK Rapid. Die Hütteldorfer haben ihn seither an den FAC, St. Pölten und aktuell nach Wiener Neustadt verliehen.

Ein Bild aus dem Rapid-Nachwuchs

  • Der damalige U18-Teamchef Peter Persidis sagte nach dem Wechsel: „Ein sehr großes Stürmertalent. Rapid hat es verabsäumt, ihm einen langfristigen Vertrag zu geben.“ Das wollte er aber lediglich als Kritik an den Wienern, nicht am Spieler gewertet wissen: „Für mich macht er das Richtige.“
  • Um sich in England schnell heimisch zu fühlen, musste der Teenager seine Sprachkenntnisse verbessern. Zu diesem Zweck las er sämtliche „Harry Potter“-Bücher. „Ich habe die englische Sprache im wahrsten Sinne des Wortes inhaliert.“ Mittlerweile hat sich der Stürmer einen britischen Akzent angewöhnt.
  • Seinen ersten Einsatz bei den Aston-Villa-Profis feierte der vielfache Nachwuchs-Internationale im Sommer 2009 beim Peace-Cup gegen Juventus Turin – die Partie endete 0:0. Der erste Pflichtspieleinsatz für das Team aus Birmingham datiert am 14. August 2010, als er beim 3:0-Heimsieg gegen West Ham in der 86. Minute eingewechselt wurde.
  • In den Nachwuchs-Nationalteams galt Weimann stets als Spaßvogel. „Ich weiß nicht wieso, aber ich lache halt immer, bin fröhlich. Ich versuche, in der Mannschaft eine gute Stimmung zu verbreiten“, sagte er als U19-Internationaler. Sein damaliger Teamchef Andreas Heraf bestätigte: „In Sachen Stimmung ist er einer der Rädelsführer.“
  • Darren Bent, Aston Villas Starstürmer, fand vor Saisonbeginn lobende Worte für seinen Mitspieler. „One hell of a finisher“, nannte der zwölffache englische Teamspieler seinen Kollegen. Der 28-Jährige weiter: „Er hat alle Attribute eines Top-Stürmers. Er ist einer der besten Finisher, die ich seit langer Zeit gesehen habe. Im Training hat es den Anschein, als ob er nie daneben schießen würde.“
  • Aston Villa verlieh den Youngster gleich zwei Mal in die zweite Liga zu Watford. 2010/11 erzielte er für die „Hornets“ in 19 Spielen vier Treffer, 2011/12 verletzte er sich nach nur drei Spielen. Weimann empfand seine Leihzeiten durchaus positiv: „Es bringt mir nichts, wenn ich bei Aston Villa auf der Tribüne oder auf der Bank sitze. So spiele ich gegen erwachsene Leute vor vielen Zusehern. Das macht mich auch körperlich stärker.“


Harald Prantl

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