Hammergruppe oder Traumlos?

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Mögliche ÖFB-Gruppen für WM-Qualifikation 2018

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Samstag-Nachmittag wird richtungsweisend für den österreichischen Fußball.

Nein, nicht aufgrund des Starts der heimischen Bundesliga. Vielmehr ob der Auslosung der Quali für die FIFA WM 2018. Ab 17 Uhr steigt im Konstantinpalast in St. Petersburg nämlich die Ziehung der Quali-Gruppen.

Das Showprogramm verspricht einiges: Russlands Staatschef Vladimir Putin hält die Eröffnungsrede, Superstars wie Ronaldo und Samuel Eto’o sind ebenfalls angekündigt.

Blatters erste Dienstreise

Auch um FIFA-Präsident Sepp Blatter herrscht Wirbel. Der Schweizer tritt erstmals seit der Festnahme von sieben FIFA-Funktionären Ende Mai in Zürich eine Dienstreise an.

Aus Angst, festgenommen und an die USA ausgeliefert zu werden, ließ der 79-Jährige die U20-WM in Neuseeland und die Frauen-WM in Kanada aus.

In Russland muss der Noch-Präsident keine Sorgen haben, die Gefahr der Auslieferung besteht im Gastgeberland der Endrunde 2018 nicht.

Koller nicht dabei

Nicht vor Ort, sondern zuhause in der Schweiz wird ÖFB-Teamchef Marcel Koller die Auslosung verfolgen. Präsident Leo Windtner, Sportchef Willi Ruttensteiner und Teammanager Christian Schramm bilden die rot-weiß-rote Delegation.

Ein mögliches Zeichen, da Kollers Vertrag mit dem ÖFB nur bis 2016 läuft und er bei der nächsten WM vielleicht gar nicht mehr Teamchef ist? Von wegen! Auch Jogi Löw, der beim DFB bis 2018 unter Kontrakt steht, tritt die Reise zur Auslosung nicht an.

„Wunsch-Gruppen“ gibt es für Windtner nicht: „Darüber nachzudenken wäre sinnlos, weil es sowieso nicht eintrifft. Wir würden es aber bevorzugen, wenn uns weite Auswärtsreisen erspart blieben.“

Sportlich verspricht die Auslosung einiges an Brisanz. Österreich wird erstmals seit langer Zeit aus Topf 2 gezogen, Topf 1 wurde nur haarscharf verpasst.

LAOLA1 checkt die Gruppen und zeigt mögliche Szenarien, mit wem es David Alaba und Co. zu tun bekommen könnten:

Modus: Es werden sieben Gruppen mit je sechs Teams und zwei mit je fünf Teams gelost. Gastgeber Russland ergänzt eine dieser Fünfer-Gruppen und bestreitet die Quali außer Konkurrenz in Freundschaftsspielen.

Die neun Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die WM 2018, die acht besten Gruppenzweiten spielen die vier verbleibenden Plätze im November 2017 in einem Play-Off aus.

Die Hammer-Gruppe:

Topf 1 Topf 2 Topf 3 Topf 4 Topf 5 Topf 6
Deutschland Slowakei Ukraine Türkei Zypern Kasachstan
Belgien <span style=\'color: #ff0000;\'>ÖSTERREICH Schottland Slowenien Lettland Luxemburg
Niederlande Italien Polen Israel Armenien Liechtenstein
Portugal Schweiz Ungarn Irland Finnland Georgien
Rumänien Tschechien Schweden Norwegen Weißrussland Malta
England Frankreich Albanien Bulgarien Mazedonien San Marino
Wales Island Nordirland Färöer Aserbaidschan Andorra
Spanien Dänemark Serbien Montenegro Litauen
Kroatien Bosnien Griechenland Estland Moldawien

Diese Gruppe wäre eine harte Nuss. Spanien ist nach wie vor eine Macht, Polen lehrt in der EM-Quali 2016 aktuell Deutschland das Fürchten. Die Türkei darf ebenfalls als äußert unangenehmer Gegner bezeichnet werden. Armenien ist immer für eine Überraschung gut und dass Kasachstan dem ÖFB-Team Probleme bereiten kann, wissen wir spätestens seit der WM-Quali 2014.

Die Traumgruppe:

Topf 1 Spanien
Topf 2 <span style=\'color: #ff0000;\'>Österreich
Topf 3 Polen
Topf 4 Türkei
Topf 5 Armenien
Topf 6 Kasachstan

Auch wenn es für den ÖFB offiziell kein Wunschlos gibt, dieses Szenario würde wohl jeder annehmen. Wales hat aktuell zwar einen Lauf, die Chancen stünden für Kollers Elf dennoch sehr gut. Betrachtet man die ganze Mannschaft Position für Position, ist das rot-weiß-rote Team deutlich über Nordirland, Estland, Litauen und Andorra zu stellen. In dieser Gruppe wäre Österreich der Favorit.

Die Alten Bekannten:

Topf 1 Wales
Topf 2 <span style=\'color: #ff0000;\'>Österreich
Topf 3 Nordirland
Topf 4 Estland
Topf 5 Litauen
Topf 6 Andorra

Huch, diese Gruppe kommt uns bekannt vor! Kein Wunder, stehen doch Schweden, Montenegro, Moldawien und Liechtenstein aktuell in Österreichs Gruppe der EM-Quali 2016. Belgien lief dem ÖFB-Team bereits im Laufe der EM-Quali 2012 über den Weg. Den "Hattrick" mit Schweden - es wäre die dritte Quali in Folge mit Ibrahimovic und Co. als Gegner - will aber wohl niemand sehen. Ein bisschen Abwechslung wäre wünschenswert.

Gruppe der kurzen Wege:

Topf 1 Belgien
Topf 2 <span style=\'color: #ff0000;\'>Österreich
Topf 3 Schweden
Topf 4 Montenegro
Topf 5 Moldawien
Topf 6 Liechtenstein

Mit dieser Gruppe wäre Windtners Wunsch ("weite Auswärtsreisen ersparen") mehr als erfüllt. Mit Deutschland, Ungarn, Slowenien und Liechtenstein wären vier der fünf Gegner Nachbarländer. Die weiteste "Reise" wäre jene nach Mazedonien, die verkraftbar wäre. Sportlich gesehen wäre die Herausforderung äußert anspruchsvoll. Deutschland wäre der Favorit, Ungarn und Slowenien immer für eine Überraschung gut.

Die Gruppe der weiten Wege:

Topf 1 Deutschland
Topf 2 <span style=\'color: #ff0000;\'>Österreich
Topf 3 Ungarn
Topf 4 Slowenien
Topf 5 Mazedonien
Topf 6 Liechtenstein

Das komplette Gegenteil bildet diese Gruppe. Die Reise-Strapazen wären immens hoch. Griechenland (1.282 km Luftlinie) wäre zwar noch okay, Anreisen nach Portugal (2.300 km), Israel (2.417 km), Aserbaidschan (2.770 km) und Kasachstan (3.880 km) hingegen sehr mühsam. Einen dieser drei Gegner zu ziehen wäre Pech, alle drei der "Super-GAU".

Die Ost-Gruppe:

Topf 1 Portugal
Topf 2 <span style=\'color: #ff0000;\'>Österreich
Topf 3 Griechenland
Topf 4 Israel
Topf 5 Aserbaidschan
Topf 6 Kasachstan

Auch eine reine "Ost-Gruppe" wäre möglich. Rumänien, Ukraine, Bulgarien, Weißrussland und Georgien würden mit Österreich eine sportlich ausgeglichene Gruppe bilden.

Die Urlaubsländer-Gruppe:

Topf 1 Rumänien
Topf 2 <span style=\'color: #ff0000;\'>Österreich
Topf 3 Ukraine
Topf 4 Bulgarien
Topf 5 Weißrussland
Topf 6 Georgien

Neben Österreich stünden mit Kroatien, Griechenland und der Türkei drei klassische Urlaubsländer. Zypern und Malta dürfen als Geheimtipps für einen Abstecher in den Süden genannt werden. Österreich wäre hier das einzige Binnenland, in Sachen Tourismus aber dennoch ganz weit vorne.

Topf 1 Kroatien
Topf 2 <span style=\'color: #ff0000;\'>Österreich
Topf 3 Griechenland
Topf 4 Türkei
Topf 5 Zypern
Topf 6 Malta
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