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Windtner stellt Weichen von EM- auf WM-Quali

Unmittelbar nach dem misslungenen Abschluss einer misslungenen EM-Qualifikation hat ÖFB-Präsident Leo Windtner die im September 2012 beginnende WM-Qualifikation in den Mittelpunkt gerückt.

In diesem Zusammenhang zeigte sich der Oberösterreicher optimistisch, dass im kommenden Jahr ähnlich enttäuschende Leistungen wie beim 0:0 am Dienstag in Astana gegen Kasachstan vermieden werden können.

Die Erreichung des zweiten Platzes in einer Gruppe mit Deutschland, Schweden, Irland, den Färöern und Kasachstan wollte Windtner allerdings nicht zur Vorgabe machen.

"Für 2014 wird es schwierig, weil wir keine leichte Gruppe haben. Doch wir wollen zu einer Kontinuität, durch die wir der Qualifikation näher kommen. Entscheidend ist, dass man erkennt, dass eine Teilnahme möglich ist", betonte der 61-Jährige.

Teilnahme an EM 2014 und 2016 nicht planbar

Spätestens bei der übernächsten EM sollte Österreich wieder bei einem großen Turnier vertreten sein. "Wenn 2016 in Frankreich 24 Mannschaften bei der Europameisterschaft spielen und Österreich nicht vertreten ist, wäre das fatal", erklärte Windtner.

Eine Teilnahme an der EM 2016 sei jedoch ebensowenig planbar wie ein Antreten bei der WM 2014. "Eine Garantie für Resultate kann man nie abgeben, aber zumindest eine Garantie, dass gut gearbeitet wird."

Diesbezüglich sei mit der Bestellung von Neo-Teamchef Marcel Koller der richtige Schritt gesetzt worden. "Und in den nächsten Wochen werden die strukturellen Weichen gestellt", sagte Windtner.

Koller wird am kommenden Dienstag in Wien erwartet - dann wird nicht nur die künftige durchgängige ÖFB-Spielphilosophie festgelegt, sondern auch der Trainerstab fixiert.

Weichenstellung für die WM-Qualifikation

Bereits am Wochenende davor sitzt Koller bei Spielen der deutschen Bundesliga mit österreichischer Beteiligung im Stadion, zudem wird der 50-Jährige die Partien gegen Aserbaidschan und Kasachstan einer genauen Analyse unterziehen.

"Die WM-Qualifikation beginnt schon jetzt mit strukturellen und personellen Weichenstellungen. Da erwarte ich mir stark Kollers Handschrift", sagte Windtner.

Der ÖFB-Chef ist trotz scharfer Kritik nach wie vor überzeugt, den richtigen Mann für den Teamchef-Posten ausgewählt zu haben.

"Manche Reaktionen waren in dieser Form nicht zu erwarten, aber bestätigen nur die Richtigkeit dieser Entscheidung", ließ Windtner den Koller-Skeptikern ausrichten.

Windtner verspricht Koller Rückendeckung

Er werde den Schweizer nicht fallenlassen, auch wenn der Start am 15. November in der Ukraine und im kommenden Februar daheim gegen Finnland nicht wunschgemäß verlaufen sollte.

"Wenn man einen Teamchef bestellt, muss er die Rückendeckung des Präsidenten und Präsidiums haben, auch wenn er ein-, zweimal verliert."

Derzeit ist die ÖFB-Auswahl immerhin seit drei Partien ungeschlagen, was aber Windtners Enttäuschung über die abgelaufene EM-Qualifikation nicht milderte.

EM-Qualifikation war nicht zufriedenstellend

"Die erreichte Punktezahl ist nicht zufriedenstellend", meinte der Oberösterreicher, der die 0:2-Heimniederlage im März gegen Belgien als Knackpunkt ausgemacht hat. "Da ist der Aufwärtstrend gebrochen."

Das enttäuschende 0:0 in Kasachstan wollte Windtner so schnell wie möglich abhaken.

"Das Spiel hat sicher nicht das Wunschresultat gebracht, ist aber auch kein Beinbruch. Wir haben ja gewusst, dass unsere Leistungen fluktuieren." Dies zu ändern, sei nun die Aufgabe von Koller.

"Das Potenzial in der Mannschaft ist da. Jetzt gilt es, Stabilität reinzubringen."

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