Ivanschitz: "Da brauchen wir mehr Biss"

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Wenn Andreas Weimann und Andreas Ivanschitz am Dienstagfrüh den Flieger nach Swansea betreten, dann tun die beiden Nationalspieler das mit einem guten Gefühl.

„Ich freue mich natürlich, weil ich gute Erinnerungen habe. Das Spiel ist erst einen Monat her, es ist fast wie ein Heimspiel für mich, da es nur zwei Stunden von Birmingham entfernt ist“, spricht der Aston-Villa-Legionär das 2:2 im Liberty Stadium an, wo er am Neujahrstag traf und auflegte.

Mainz-Mittelfeldspieler Ivanschitz kann solche Erlebnisse mangels Spielen in der rund 20.000 Zuschauer fassenden Arena nicht von sich geben, doch erinnert sich der frühere ÖFB-Teamkapitän nur allzu gut an den 26. März 2005.

Zwei Siege in letzten 20 Gastspielen

„Damals war es ein hartes Stück Arbeit, aber wir haben das Spiel in Wales und dann zu Hause gewonnen, was natürlich sehr positiv war. Ich kann mich erinnern, dass für uns das Auswärtsspiel sogar etwas einfacher war“, blickt der 29-Jährige zurück.

Tatsächlich war der 2:0-Sieg, Ivica Vastic (82.) und Martin Stranzl (86.) erzielten damals im Millenium Stadium zu Cardiff die Tore, der letzte überzeugendere Auswärtssieg eines ÖFB-Teams.

Seit diesem Spiel der WM-Qualifikation vor fast acht Jahren hat die rot-weiß-rote Auswahl überhaupt in 20 Auswärtsspielen nur zwei (!) gewinnen können. Ein Erfolg war der Ach-und-Krach-2:1-Sieg im Test in Liechtenstein 2006 unter Josef Hickersberger, der andere das 4:1 in Aserbaidschan im bedeutungslosen EM-Quali-Spiel unter Interimscoach Willi Ruttensteiner.

Freilich waren seither auch Gastspiele der besseren Sorte dabei, wie etwa 2009 einer der besten Auftritt in der Fremde unter Constantini in Serbien (0:1) oder gleich das Debüt von Marcel Koller in der Ukraine, wo das ÖFB-Team als bessere Mannschaft kurz vor Schluss das 1:2 kassierte.

„Ein echter Härtetest“

Auf der anderen Seite fallen in jenen Zeitraum aber auch katastrophale Auswärtsauftritte wie jener auf den Färöer (1:1) oder die beiden torlosen Unentschieden gegen Kasachstan – zuletzt auch in der WM-Quali im Oktober. „Wir müssen auch auswärts gewinnen“, fordert daher der Teamchef (Story).

Klar ist: Wollen sich Österreichs Kicker für die WM in Brasilien qualifizieren, dann muss auch auswärts reüssiert werden. Wales ist der Prüfstein für die so wichtige Irland-Partie am 26. März.

„Das wird schon eine Herausforderung, ein echter Härtetest, weil sie auch den einen oder anderen Topstar in ihren Reihen haben“, spricht Ivanschitz etwa über Aaron Ramsey, Craig Bellamy und vor allem Tottenham-Superstar Gareth Bale (Hier zu seiner Story).

Den wiederum kennt Weimann aus der Premier League nur allzu gut: „Er ist einer der besten Spieler der Liga. Seine Schnelligkeit ist sicherlich seine größte Stärke. Aaron Ramsey spielt bei Arsenal, da sieht man auch, dass das ein Topspieler ist.“

„Um nichts leichter als gegen Ivorer“

Nichtsdestoweniger schätzt der Stürmer, der gerne ganz vorne spielt, aber aktuell bei Villa über die rechte Seite kommt, Irland stärker ein, auch wenn „ich nicht so viele Spiele gesehen habe zuletzt.“

Ivanschitz weiß indes um die Wichtigkeit eines gute Auftakts ins Länderspieljahr 2013, vor allem nachdem das vorangegangene mit einem 0:3 gegen die Elfenbeinküste in Linz beendet wurde.

„Es ist ein schwieriges Auswärtsspiel, die Aufgabe ist um nichts leichter als gegen die Ivorer. Aber es ist einfach wichtig, gut rein zu starten, daher nehmen wir den Test sehr, sehr ernst.“

Was Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass sich das ÖFB-Team in jüngerer Vergangenheit gegen Teams von der Insel nicht unbedingt immer schwer getan hat.

Abgesehen von dem entbehrlichen Auftreten gegen Schottland (0:1) im Hanappi-Stadion 2007 – Ivanschitz kann sich ob der viel entbehrlicheren Schimpftiraden von Rapid-“Fans“ leider nur allzu gut erinnern – waren bessere Spiele dabei. Etwas das 2:2 (h) und 0:1 (a) gegen England, wo in Manchester ein Lampard-Elfer die Entscheidung gegen die damalige Ruttensteiner-Elf brachte.

Ivanschitz fordert mehr Biss

„Wir haben durchaus gute Ergebnisse gegen britische Teams erzielt, vor allem die Spiele gegen England waren absolute Highlights. Da haben wir uns immer sehr gut präsentiert. Das ist natürlich auch jetzt unser Ziel“, hält Ivanschitz fest. Doch Worte sind das eine, Taten das andere. Daher fordert der ehemalige Team-Captain von seinen Kollegen auch mehr Entschlossenheit.

„Je besser das Niveau ist, desto entscheidender werden Kleinigkeiten, da brauchst du dann auch die Kaltschnäuzigkeit, die Tore zu machen und den Sieg zu wollen. Da geht es dann mehr um den Biss, da können wir noch zulegen, wir brauchen mehr Biss. Dann können wir unsere Ziele erreichen, davon bin ich überzeugt“, ist sich Ivanschitz sicher, hält aber auch fest: „Wir können und müssen uns noch überall verbessern.“

Kaltschnäuzigkeit fordert auch der Teamchef und wird vor allem auch in Wales gefragt sein. Es steht groß auf der Agenda 2013, nämlich vor dem Tor die Möglichkeiten zu nutzen und damit zu reüssieren. Und das auch wieder einmal in der Fremde. Zeit wird’s.

 

Bernhard Kastler

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